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Professional Scrum Product Owner I – die komplette Nachschlage-Sammlung für deine Prüfungsvorbereitung: Fachbegriffe, alle Elemente der Product Owner Themen und Modelle und Prüfungsfragen. Ohne Login, jederzeit teilbar.

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Wichtige Modelle & Merkhilfen

🎯 Der Product Owner in Scrum

Eine Person, eine Stimme, ein Backlog

Wert
Maximieren, was das Produkt liefert
Backlog
Verantworten, ordnen, priorisieren
Stakeholder
Erwartungen steuern & bündeln
Einzeln
Nur EIN Product Owner pro Produkt
Prüfungsfalle: Ein Product Owner-Team oder geteilte Verantwortung ist FALSCH.
📋 Backlog-Pflege (Refinement)

Product Backlog Items schrittweise bereit machen

1
Entwickeln — Anforderungen & Details ergänzen
2
Schätzen — Aufwand durch Developers einschätzen
3
Ordnen — Priorität nach Wert & Risiko setzen
4
Verfeinern — Große Items in Sprint-fähige zerlegen
Refinement ist KEIN Scrum-Event – es ist kontinuierliche Arbeit.
📈 Wert messen

Wie der PO Fortschritt & Nutzen prüft

1
Nutzung — Wird das Produkt wirklich genutzt?
2
Zufriedenheit — Feedback von Kunden & Nutzern
3
Auslieferung — Regelmäßig funktionierende Increments
4
Geschäftsziel — Beitrag zu Umsatz & Strategie

Product Owner Themen

10 Themenelemente über 3 Bereiche. Klicke auf ein Element für eine Lernhilfe.

🎯 Die Rolle (3)
Wertmaximierung
Der Wert des entwickelten Produkts optimieren
Alleinige Verantwortung
Der PO allein entscheidet über den Backlog
Verbindung zu Stakeholdern
Interessen bündeln, Erwartungen steuern
📋 Product Backlog (4)
Backlog-Management
Einträge entwickeln, ausdrücken, ordnen
Priorisierung
Nach Wert, Risiko, Abhängigkeiten
Refinement
Backlog-Items schrittweise präzisieren
Product Goal
Der langfristige Zustand des Produkts
📈 Wert & Messung (3)
Wert definieren
Kundennutzen, Nutzung, Geschäftsziel
Metriken
Nutzung, Zufriedenheit, Auslieferung messen
Forecasting
Auslieferung und Ziele abschätzen

Alle Prüfungsfragen Professional Scrum Product Owner I
317 Fragen 259 Single 30 Multi 28 Offen

Artefakte & Commitments
Artefakte [Artefakte] 5 Unterseite →
☝️ Single Welche drei Artefakte kennt Scrum und welche Commitments gehören dazu?
Epics, Stories, Tasks
Product Backlog (Product Goal), Sprint Backlog (Sprint Goal), Increment (Definition of Done)
Backlog, Board, Burndown
Vision, Roadmap, Release-Plan
Die drei Artefakte mit ihren Commitments: Product Backlog → Product Goal, Sprint Backlog → Sprint Goal, Increment → Definition of Done.
✍️ Offen Was sind die drei Commitments der Scrum-Artefakte und wozu dienen sie?
Musterantwort: Product Backlog → Product Goal (langfristiges Produktziel). Sprint Backlog → Sprint Goal (das eine Ziel des Sprints). Increment → Definition of Done (Qualitätsstandard für "fertig"). Die Commitments schaffen Transparenz und Fokus: Sie geben jedem Artefakt eine verbindliche Zielgröße, an der Fortschritt gemessen wird.
Bewertet werden: die drei Artefakt-Commitment-Paare korrekt zugeordnet + Zweck (Transparenz/Fokus/Messbarkeit).
Merksatz: Drei Artefakte, drei Versprechen: Product Backlog → Product Goal, Sprint Backlog → Sprint Goal, Increment → Definition of Done. „PSI“ – wie die griechische Buchstabe, die Einheit des Drucks: Jedes Artefakt steht unter dem „Druck“ eines Commitments. Die drei Goals geben Richtung (Product), Fokus (Sprint) und Qualität (Done) – Transparenz durch Verbindlichkeit.
☝️ Single Welche drei Artefakte kennt Scrum?
Product Backlog, Sprint Backlog, Burndown Chart
Product Backlog, Definition of Done, Increment
Product Backlog, Sprint Backlog, Increment
Produktvision, Roadmap, Release-Plan
Die drei Artefakte sind Product Backlog, Sprint Backlog und Increment. Die Definition of Done ist kein Artefakt, sondern das Commitment zum Increment.
✍️ Offen Erklären Sie den Unterschied zwischen Definition of Done und Akzeptanzkriterien und begründen Sie, warum beide nebeneinander sinnvoll sind.
Musterantwort: Die Definition of Done ist teamweit und gilt für jedes Increment gleichermaßen: Sie beschreibt den Qualitätszustand, den jede Arbeit erreichen muss (z.B. getestet, dokumentiert, integriert, deploybar). Akzeptanzkriterien sind dagegen spezifisch für einen einzelnen Product-Backlog-Eintrag und beschreiben, welches fachliche Verhalten dieser eine Eintrag zeigen muss. Beide sind nötig: Die DoD sichert die durchgehende, vergleichbare Qualität und verhindert, dass Qualität unter Termindruck verhandelt wird; Akzeptanzkriterien sichern, dass der konkrete fachliche Bedarf getroffen wird. Ein Eintrag ist erst dann fertig, wenn er BEIDE erfüllt. Nur die DoD ist ein Scrum-Element (Commitment zum Increment); Akzeptanzkriterien sind eine verbreitete, aber optionale Praktik.
Bewertet werden: DoD = teamweit und für alle Increments, Akzeptanzkriterien = pro Eintrag und fachlich + Notwendigkeit beider + Hinweis, dass nur die DoD ein Scrum-Element ist.
✍️ Offen Erklären Sie, wie Product Goal, Sprint-Ziel und Definition of Done zusammenwirken, und was fehlt, wenn eines davon nicht vorhanden ist.
Musterantwort: Die drei Größen bilden eine Kette von der langfristigen Absicht bis zur Qualitätsuntergrenze. Das Product Goal ist das Commitment des Product Backlog und beschreibt den mittelfristig angestrebten Zustand des Produkts; es gibt allen Sprints eine gemeinsame Richtung. Das Sprint-Ziel ist das Commitment des Sprint Backlog und beschreibt, welchen Beitrag genau dieser Sprint zum Product Goal leisten soll; es schafft Fokus und erlaubt es den Developers, im Sprint flexibel über den Weg zu entscheiden. Die Definition of Done ist das Commitment des Increments und legt fest, welchen Qualitätszustand Arbeit erreichen muss, um überhaupt als fertig zu gelten. Fehlt das Product Goal, werden die Sprints zu einer Folge zusammenhangloser Einzellieferungen ohne erkennbare Produktrichtung. Fehlt das Sprint-Ziel, zerfällt der Sprint in eine Aufgabenliste, jede Störung wiegt gleich schwer und es gibt keinen Maßstab dafür, worauf das Team bei Engpässen verzichten kann. Fehlt die Definition of Done, ist "fertig" Auslegungssache, das Increment wird unzuverlässig, und Transparenz sowie Inspektion verlieren ihre Grundlage.
Merksatz: Drei Versprechen, eine Kette: Produktziel = Kompass (wohin?), Sprintziel = Etappenziel (was jetzt?), Definition of Done = Qualitätsboden (wann fertig?). Fehlt der Kompass, irrt das Team; fehlt das Etappenziel, zerfasert der Sprint in Aufgabenlisten; fehlt der Qualitätsboden, ist „fertig“ Auslegungssache. Merke: Ziel oben, Ziel jetzt, Boden unten – fehlt ein Glied, reißt die Kette.
Definition of Done [Artefakte] 9 Unterseite →
☝️ Single Was ist die Definition of Done?
Die persönliche Meinung des Product Owners, wann etwas gut ist
Eine Liste aller offenen Aufgaben
Eine formale Beschreibung des Zustands, den ein Increment erfüllen muss, um als fertig zu gelten
Das Sprint-Ziel
Die Definition of Done ist ein verbindliches Qualitäts-Commitment für das Increment: Nur was die DoD erfüllt, gilt als fertig und Teil des Increments.
✌️ Multi Welche Aussagen zur Definition of Done (DoD) treffen zu? (Mehrere richtig)
Jeder Developer darf seine eigene DoD frei wählen
Sie schafft Transparenz über den Zustand des Increments
Die DoD ist optional und kann weggelassen werden
Wenn eine Organisation eine DoD-Vorgabe hat, ist sie das Minimum
Ein Increment muss die DoD erfüllen, um als fertig zu gelten
Die DoD schafft Transparenz, ist Voraussetzung für "fertig", und ein Organisationsstandard ist das Minimum. Sie gilt fürs ganze Team (nicht individuell) und ist verbindlich, nicht optional.
☝️ Single Worauf bezieht sich die Definition of Done?
Das Kriterium für das Erreichen des Sprint-Ziels
Eine formale Beschreibung des Qualitätszustands, den das Increment erfüllen muss
Die Abnahmekriterien eines einzelnen Backlog-Eintrags
Eine Checkliste, wann ein Backlog-Eintrag in den Sprint darf
Die DoD gilt für das Increment als Ganzes. Akzeptanzkriterien beziehen sich dagegen auf einzelne Einträge; eine "Definition of Ready" gibt es in Scrum nicht.
Merksatz: Die Definition of Done ist der Qualitäts-Stempel fürs ganze Increment – nicht fürs Sprint-Ziel, nicht für einzelne Einträge.

Warum die anderen falsch sind:
  • Sprint-Ziel: hat eigene Kriterien, nicht die DoD.

  • Einzelner Backlog-Eintrag: das sind Akzeptanzkriterien.

  • Sprint-Aufnahme: das regelt die Ready-Definition.
☝️ Single Wer erstellt die Definition of Done, wenn die Organisation keinen Standard vorgibt?
Der Scrum Master
Der Product Owner allein
Das Scrum Team
Die Qualitätssicherung
Existiert ein Organisationsstandard, muss er als Minimum eingehalten werden. Fehlt er, erstellt das Scrum Team eine eigene DoD.
☝️ Single Ein Organisationsstandard für die Definition of Done existiert. Darf ein Scrum Team strengere Kriterien festlegen?
Nein, der Standard ist verbindlich und abschließend
Ja – der Standard ist das Minimum, strengere Kriterien sind erlaubt
Nur wenn alle Teams derselben Organisation zustimmen
Nur mit Genehmigung des Managements
Der Organisationsstandard ist die Untergrenze. Ein Team darf sie verschärfen, aber nicht unterschreiten.
Merksatz: Die Definition of Done ist ein Mindeststandard – nach oben offen, nach unten dicht. Stell dir ein Fundament vor: Das Organisations-DoD ist der Boden, jedes Team darf höher bauen.

Warum die anderen falsch sind:
  • „Bindung und final" – verwechselt Mindeststandard mit Höchstgrenze.

  • „Alle Teams zustimmen" – DoD ist Team-Entscheidung, keine Konsensrunde.

  • „Management-Freigabe" – Scrum gibt dem Team Autonomie, nicht der Hierarchie.
☝️ Single Mehrere Scrum Teams arbeiten am selben Produkt. Was gilt für die Definition of Done?
Sie müssen eine gemeinsame Definition of Done haben, damit ein integriertes Increment entstehen kann
Die DoD wird pro Sprint neu ausgehandelt
Jedes Team definiert seine eigene, unabhängige DoD
Der Product Owner legt für jedes Team eine eigene DoD fest
Ohne gemeinsame DoD lässt sich die Arbeit mehrerer Teams nicht zu einem einheitlich fertigen Increment integrieren.
✍️ Offen Ein Product Owner bittet darum, die Definition of Done für einen wichtigen Kundentermin einmalig zu lockern. Bewerten Sie diese Bitte und beschreiben Sie tragfähige Alternativen.
Musterantwort: Die Bitte ist abzulehnen, weil sie das Problem nicht löst, sondern verdeckt. Die Definition of Done legt fest, wann Arbeit fertig ist; wird sie für einen Termin abgesenkt, entsteht formal ein Increment, das die zugesagte Qualität nicht hat. Die weggelassene Arbeit verschwindet nicht, sondern wird zu unsichtbarer Restarbeit und technischer Schuld, die spätere Sprints belastet und deren Umfang niemand kennt. Zugleich verliert das Wort "fertig" seine Bedeutung, womit Transparenz und Prognosefähigkeit beschädigt werden. Tragfähig ist stattdessen, den Umfang zu verkleinern statt die Qualität: Das Team liefert weniger Funktionalität, diese aber vollständig nach der Definition of Done. Weitere Möglichkeiten sind, gemeinsam mit dem Product Owner die Reihenfolge neu zu ordnen und auf den wirklich termindringenden Kern zu fokussieren, den Termin mit reduziertem Umfang und offener Kommunikation gegenüber dem Kunden zu halten oder das Increment bewusst als Vorabversion mit klar benannten Einschränkungen zu zeigen. Dauerhaft darf die Definition of Done selbstverständlich verändert werden – aber als bewusste, für alle sichtbare Entscheidung des Scrum Teams und nicht als stille Ausnahme unter Termindruck.
Merksatz: „Lieber weniger fertig als fertig weniger" – Umfang senken, nie die Done-Qualität. Die DoD ist das Qualitätssiegel: Wer sie für einen Termin aufweicht, tauscht Transparenz gegen unsichtbare Schulden.

Kern: DoD = Fertig-Definition, nicht Verhandlungsmasse. Termindruck löst man über Scope, nicht über Qualität.

Alternativen:
  • Umfang verkleinern, Rest voll nach DoD

  • Backlog neu priorisieren, Termin-Kern fokussieren

  • Termin halten mit reduziertem Umfang + offener Kommunikation

  • Increment als Vorabversion mit klaren Einschränkungen zeigen


Änderung der DoD: erlaubt – aber bewusst, sichtbar, vom ganzen Scrum Team, nie als stille Ausnahme.
☝️ Single Kann die Definition of Done während eines laufenden Sprints geändert werden?
Nein, sie ist während des gesamten Produktlebenszyklus unveränderlich
Ja, der Product Owner kann sie jederzeit anpassen
Nein, nur die Organisation darf sie ändern
Formal ja, aber es ist unüblich – üblicherweise wird sie in der Retrospektive angepasst und gilt ab dem nächsten Sprint
Eine Änderung mitten im Sprint macht die bereits geleistete Arbeit unvergleichbar. Ein Verschärfen für künftige Arbeit ist dagegen jederzeit möglich.
☝️ Single Die Organisation gibt eine Definition of Done vor. Ein Team stellt fest, dass es diese in der aktuellen Systemlandschaft nicht vollständig erfüllen kann. Was folgt daraus?
Das Team definiert eine eigene, erreichbare Definition of Done und arbeitet danach
Der Product Owner entscheidet, welche Punkte des Standards entfallen
Das Team kann kein Increment liefern, das dem Standard entspricht; das ist ein Impediment, das transparent gemacht und beseitigt werden muss, nicht durch eine eigene, schwächere Definition ersetzt
Das Team liefert das Increment und kennzeichnet die nicht erfüllten Punkte
Der Organisationsstandard ist die Untergrenze, nicht der Verhandlungsrahmen. Ein Team darf ihn verschärfen, aber nicht unterschreiten. Die Unfähigkeit, ihn zu erfüllen, ist die eigentliche Information und gehört sichtbar gemacht.
Merksatz: Organisations-DoD ist Pflicht, nicht Wunsch — fehlende Systemlandschaft ist ein Hindernis, kein Freibrief für eine eigene, weichere DoD.

Warum die anderen falsch sind:
  • Eigene DoD: unterläuft die Organisationsvorgabe.

  • PO entscheidet: PO besitzt keine Hoheit über die DoD.

  • Increment mit Lücken liefern: verletzt die DoD, kein „Increment“.
Product Backlog [Artefakte] 13 Unterseite →
☝️ Single Wer ist für den Inhalt und die Reihenfolge des Product Backlog verantwortlich?
Die Developers
Der Kunde direkt
Der Product Owner
Der Scrum Master
Der Product Owner verantwortet das Product Backlog: Inhalt, Verfügbarkeit und Reihenfolge. Andere können beitragen, aber die Verantwortung liegt allein beim PO.
☝️ Single Wie beschreibt der Scrum Guide das Product Backlog?
Als geordnete, emergente Liste dessen, was zur Verbesserung des Produkts nötig ist – die einzige Arbeitsquelle des Scrum Teams
Als Sammlung aller offenen Aufgaben aller Teams im Unternehmen
Als Liste, die nach Aufwand sortiert ist
Als vollständige, zu Projektbeginn fixierte Anforderungsspezifikation
Das Product Backlog ist emergent (es entwickelt sich fortlaufend), geordnet – nicht zwingend nach Aufwand – und die einzige Quelle der Arbeit für das Scrum Team.
☝️ Single Wer ordnet das Product Backlog?
Die Developers
Der Scrum Master
Der Product Owner
Die Stakeholder gemeinsam
Der Product Owner verantwortet die Ordnung. Er kann sich beraten lassen, entscheidet aber selbst; andere dürfen die Reihenfolge nicht überstimmen.
☝️ Single Nach welchem Kriterium ordnet der Product Owner das Product Backlog?
Nach aufsteigendem Aufwand
Streng nach dem Eingangsdatum der Anforderungen
Nach dem, was den größten Wert liefert, unter Berücksichtigung von Risiko, Abhängigkeiten und Lernbedarf
Nach der Hierarchieebene des anfordernden Stakeholders
Scrum schreibt kein Ordnungskriterium vor, aber Wert ist der Maßstab. Früh Risiko abzubauen und früh zu lernen sind ebenfalls Wertbeiträge.
☝️ Single Wie detailliert sollten Product-Backlog-Einträge sein?
Alle Einträge so grob wie möglich
Alle Einträge gleich detailliert
Weiter oben feiner und umsetzungsreif, weiter unten grob, da spätere Einträge sich noch ändern können
Alle Einträge vollständig spezifiziert, bevor der erste Sprint beginnt
Diese abnehmende Detailtiefe wird oft als Eisberg beschrieben. Alles vorab auszudetaillieren ist Verschwendung, weil sich Anforderungen ändern.
☝️ Single Ein Product Backlog enthält über 900 Einträge, viele davon seit Jahren unbearbeitet. Wie ist das zu bewerten?
Als unvermeidbar bei großen Produkten
Als positives Zeichen für eine gut gepflegte Anforderungssammlung
Als Zeichen dafür, dass das Team zu langsam arbeitet
Als Transparenzproblem, denn ein unüberschaubares Backlog verliert seine Steuerungsfunktion und sollte bereinigt werden
Ein Backlog ist ein Steuerungsinstrument, kein Archiv. Was über Jahre unbearbeitet bleibt, wird realistisch nie umgesetzt.
☝️ Single Ein Stakeholder trägt einen Wunsch direkt ins Backlog-Werkzeug ein. Wie ist das zu bewerten?
Der Eintrag ist damit automatisch Teil des nächsten Sprints
Das ist unzulässig, Wünsche dürfen nur mündlich geäussert werden
Eingehende Wünsche sind willkommen, aber über Aufnahme und Reihenfolge entscheidet ausschließlich der Product Owner
Die Developers entscheiden über die Aufnahme
Offene Eingangskanäle sind nützlich, solange klar bleibt, dass Aufnahme und Reihenfolge Entscheidungen des Product Owners sind.
☝️ Single Was bedeutet es, dass das Product Backlog "emergent" ist?
Es wird zu Beginn vollständig erstellt und danach nur noch abgearbeitet
Es entsteht automatisch aus dem Sprint Backlog
Es entwickelt sich kontinuierlich weiter und ist nie vollständig – neue Erkenntnisse führen laufend zu Änderungen
Es darf ausschließlich im Refinement verändert werden
Daraus folgt eine praktische Konsequenz: Ein "fertiges" Product Backlog gibt es nicht, und der Versuch, es vorab vollständig zu füllen, erzeugt vor allem Einträge, die nie umgesetzt werden.
☝️ Single Was bedeutet der Grundsatz "DEEP" für ein gut gepflegtes Product Backlog?
Detailed appropriately, Estimated, Emergent, Prioritized
Deliver, Evaluate, Extend, Plan
Detailed, Extensive, Exact, Permanent
Define, Estimate, Execute, Prove
"Detailed appropriately" ist der Kern: Oben im Backlog fein und klar, weiter unten bewusst grob. Wer alles gleich detailliert ausarbeitet, investiert Aufwand in Einträge, die später gestrichen werden.
☝️ Single Wie geht ein Product Owner mit Einträgen um, die seit über einem Jahr unverändert im Backlog liegen?
Er behält sie, weil einmal erfasste Anforderungen nicht entfernt werden dürfen
Er verschiebt sie in ein separates Sprint Backlog
Er lässt die Developers über ihren Verbleib entscheiden
Er löscht oder archiviert sie, weil ein aufgeblähtes Backlog die Transparenz senkt und ihre Pflege Aufwand ohne Nutzen erzeugt
Ein Backlog ist eine Arbeitsliste, kein Archiv. Was seit einem Jahr nicht dringlich genug war, wird es voraussichtlich nicht mehr – und lässt sich bei Bedarf neu erfassen.
✌️ Multi Welche Eigenschaften sollte ein Product-Backlog-Eintrag erkennen lassen? (Mehrere richtig)
Eine Reihenfolge im Verhältnis zu den übrigen Einträgen.
Die Person, die den Eintrag umsetzen wird.
Eine Beschreibung, die den Zweck verständlich macht.
Eine Größenangabe sowie einen erkennbaren Wert.
Die Zuordnung zu Personen widerspricht der Selbstverwaltung: Wer woran arbeitet, entscheiden die Developers im Sprint – nicht das Backlog.
Merksatz: Jeder Backlog-Eintrag ist wie ein DHL-Paket: Reihenfolge (Priorität), Inhalt (Zweck verständlich), Gewicht & Wert (Größe + Nutzen) – aber nicht der Zusteller (wer es umsetzt).

Warum die anderen falsch sind:
  • „Person, die umsetzt" – Zuordnung erfolgt erst im Sprint, nicht im Backlog.
☝️ Single Was bedeutet der Grundsatz DEEP für ein gepflegtes Product Backlog?
Define, Estimate, Execute, Prove
Detailed, Extensive, Exact, Permanent
Detailed appropriately, Estimated, Emergent, Prioritized
Deliver, Evaluate, Extend, Plan
"Detailed appropriately" ist der Kern: oben fein, unten bewusst grob. Wer alles gleich detailliert ausarbeitet, investiert in Einträge, die später gestrichen werden.
☝️ Single Der Product Owner ordnet einen Eintrag nach oben, den die Developers für technisch riskant halten. Sie schlagen vor, zuerst eine technische Vorarbeit zu erledigen. Wie ist die Lage aufzulösen?
Die Developers setzen die Vorarbeit eigenständig an die erste Stelle des Backlogs
Der Eintrag wird zurückgestellt, bis Einigkeit besteht
Der Product Owner entscheidet über die Reihenfolge, muss die technischen Argumente aber in seine Entscheidung einbeziehen; die Developers entscheiden, wie sie den Eintrag umsetzen, einschließlich nötiger Vorarbeit
Der Scrum Master entscheidet bei Uneinigkeit zwischen beiden
Die Trennung verläuft nicht zwischen fachlich und technisch, sondern zwischen Reihenfolge im Backlog und Umsetzungsweg im Sprint. Nötige technische Vorarbeit ist Teil der Umsetzung des Eintrags und braucht keinen eigenen Platz in der Reihenfolge.
Increment [Artefakte] 7 Unterseite →
☝️ Single Wann entsteht ein Increment?
Nur am Ende des Sprints
Beim Sprint Planning
Sobald ein Product-Backlog-Item die Definition of Done erfüllt
Erst beim Release an den Kunden
Ein Increment entsteht, sobald ein Backlog-Item die Definition of Done erfüllt – das kann mehrmals pro Sprint passieren. Es muss nicht bis Sprint-Ende warten.
Merksatz: „Done ist der Geburtstag des Increments“ – jederzeit, sobald ein Item die Definition of Done erfüllt, wächst das Increment.

Warum die anderen falsch sind:
  • Nur am Sprintende: verwechselt Sprint-Review mit Entstehung.

  • Sprint Planning: da wird geplant, nicht geliefert.

  • Release: Auslieferung ≠ Fertigstellung; Increment existiert vorher.
☝️ Single Was ist ein Increment?
Die Summe aller im Sprint begonnenen Aufgaben
Die im Sprint Planning ausgewählte Arbeitsmenge
Ein konkreter Schritt in Richtung Product Goal, der nutzbar ist und die Definition of Done erfüllt
Ein Prototyp zur Demonstration im Sprint Review
Ein Increment ist additiv zu allen vorherigen Increments, verifiziert nutzbar und erfüllt zwingend die Definition of Done.
☝️ Single Wie viele Increments können in einem Sprint entstehen?
Keines, wenn das Sprint-Ziel nicht erreicht wurde
Genau eines, am Sprintende
Höchstens eines pro Woche
Mehrere – ein Increment kann geliefert werden, sobald es fertig ist
Mehrere Increments pro Sprint sind ausdrücklich möglich. Die Auslieferung darf nicht bis zum Sprint Review warten.
Merksatz: Increments sind wie Pizzen aus dem Ofen – jede fertige Pizza darf sofort raus, nicht erst alle zusammen am Sprintende.

Warum die anderen falsch sind:
  • Keines bei verfehltem Ziel: Sprint-Ziel und Increment sind entkoppelt.

  • Genau eines am Ende: verwechselt Increment mit Sprint-Ergebnis.

  • Höchstens eines pro Woche: erfundene Zeitregel, Scrum kennt keine Wochenquote.
☝️ Single Arbeit, die die Definition of Done nicht erfüllt – wie ist damit umzugehen?
Sie gilt nicht als Teil des Increments, wird nicht präsentiert und geht zurück ins Product Backlog
Sie kann übergeben werden, wenn der Product Owner zustimmt
Sie wird ins nächste Sprint Backlog übernommen und dort weitergezählt
Sie wird als "zu 90 % fertig" im Sprint Review gezeigt
Es gibt kein "fast fertig". Arbeit ohne erfüllte Definition of Done ist kein Increment und kehrt ins Product Backlog zurück.
✍️ Offen Erklären Sie den Unterschied zwischen "fertig" im Sinne der Definition of Done und "ausgeliefert", und warum diese Unterscheidung wichtig ist.
Musterantwort: Fertig im Sinne der Definition of Done bedeutet, dass ein Increment den vereinbarten Qualitätszustand erreicht hat und damit potenziell nutzbar ist: Es ist getestet, integriert, dokumentiert und erfüllt alle Kriterien, die das Scrum Team oder die Organisation festgelegt hat. Ausgeliefert bedeutet, dass dieses Increment tatsächlich an Nutzer gegeben wurde. Scrum verlangt, dass am Sprint-Ende ein fertiges Increment vorliegt, aber es verlangt nicht, dass es ausgeliefert wird. Über die Auslieferung entscheidet der Product Owner, und zwar nach fachlichen Erwägungen wie Marktzeitpunkt, Bündelung mehrerer Funktionen oder regulatorischen Rahmenbedingungen. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sonst zwei Fehler entstehen. Der erste besteht darin, "nicht ausgeliefert" als Rechtfertigung dafür zu nehmen, dass Arbeit auch nicht fertiggestellt werden muss; damit wächst unsichtbare Restarbeit. Der zweite besteht darin, eine Auslieferung zu erzwingen, obwohl sie fachlich unsinnig ist. Entscheidend ist die Handlungsfähigkeit: Das Produkt muss jederzeit auslieferbar sein, damit die Entscheidung über den Zeitpunkt eine freie bleibt und nicht vom technischen Zustand diktiert wird.
☝️ Single Kann ein Increment ausgeliefert werden, bevor der Sprint endet?
Nein, pro Sprint darf nur ein Increment entstehen
Ja, aber nur mit Zustimmung des Scrum Masters
Nein, eine Auslieferung ist erst nach dem Sprint Review möglich
Ja – sobald Arbeit die Definition of Done erfüllt, kann sie ausgeliefert werden; darüber entscheidet der Product Owner
Der Sprint ist ein Takt für Inspektion und Adaption, keine Auslieferungssperre. Mehrere Increments je Sprint sind ausdrücklich möglich.
☝️ Single Ein Team liefert im Sprint ein Increment, das die Definition of Done erfüllt, aber nicht zum Sprint-Ziel beiträgt, weil das Ziel verfehlt wurde. Wie ist das einzuordnen?
Es ist kein Increment, da es nicht zum Sprint-Ziel beiträgt
Es darf im Sprint Review nicht gezeigt werden
Es muss im nächsten Sprint erneut bearbeitet werden
Es bleibt ein gültiges Increment; Definition of Done und Sprint-Ziel sind zwei verschiedene Commitments und werden unabhängig voneinander beurteilt
Die Definition of Done ist das Commitment zum Increment, das Sprint-Ziel das Commitment zum Sprint Backlog. Fertige Arbeit bleibt fertig, auch wenn das Ziel verfehlt wurde. Warum es verfehlt wurde, gehört in die Retrospektive.
Product Goal [Artefakte] 9 Unterseite →
☝️ Single Was ist das Product Goal?
Eine Liste aller User Stories
Das Ziel eines einzelnen Sprints
Die Definition of Done
Ein langfristiges Ziel für das Produkt, an dem sich das Product Backlog ausrichtet
Das Product Goal ist das Commitment des Product Backlog – ein langfristiger Zustand des Produkts, auf den das Team hinarbeitet. Es gibt jeweils EIN aktives Product Goal.
✍️ Offen Was ist das Product Goal und in welchem Verhältnis steht es zum Product Backlog und zu den Sprints?
Musterantwort: Das Product Goal ist das Commitment des Product Backlog – ein langfristiges Ziel/ein zukünftiger Zustand des Produkts, der Wert stiften soll. Das Product Backlog entsteht, um dieses Ziel zu erreichen; seine Items sind Schritte dorthin. Jeder Sprint bringt das Produkt näher ans Product Goal. Es gibt jeweils EIN aktives Product Goal; ein neues wird erst gesetzt, wenn das vorige erreicht (oder aufgegeben) ist.
Bewertet werden: Product Goal = langfristiges Commitment des Backlog + Backlog dient dem Ziel + Sprints nähern sich schrittweise + genau ein aktives Goal.
☝️ Single Was beschreibt das Product Goal?
Den zukünftigen Zustand des Produkts, der als langfristiges Ziel dient
Die Summe aller Sprint-Ziele eines Quartals
Die Vision der Organisation
Den Umfang des nächsten Sprints
Das Product Goal ist das langfristige Ziel des Scrum Teams und befindet sich im Product Backlog.
☝️ Single Wie viele Product Goals verfolgt ein Scrum Team gleichzeitig?
So viele, wie das Backlog hergibt
Eines pro Sprint
Genau eines – es muss erfüllt oder verworfen werden, bevor das nächste begonnen wird
Eines pro Stakeholder-Gruppe
Ein Scrum Team fokussiert auf ein Product Goal. Erst wenn es erreicht oder aufgegeben wurde, wird das nächste angegangen.
Merksatz: Ein Nordstern, ein Ziel: Das Product Goal ist der eine Leuchtturm – erst erreichen oder aufgeben, dann den nächsten ansteuern.

Warum die anderen falsch sind:
  • Backlog-Menge: Das Backlog ist Mittel, nicht Ziel – es definiert keine Zielanzahl.

  • Pro Sprint: Das Product Goal überdauert mehrere Sprints, nicht sprintgebunden.

  • Pro Stakeholder: Stakeholder haben Wünsche, aber nur ein gemeinsames Produktziel.
☝️ Single Welche Beziehung besteht zwischen Product Goal und Product Backlog?
Das Product Goal befindet sich im Product Backlog und gibt ihm Richtung; das Backlog beschreibt, was zu seiner Erreichung nötig ist
Das Product Goal ersetzt das Product Backlog
Beide sind voneinander unabhängig
Das Product Goal wird aus den Sprint-Zielen abgeleitet
Das Product Goal ist das Commitment zum Product Backlog und beschreibt den angestrebten zukünftigen Zustand des Produkts.
☝️ Single Woran erkennt man ein gut formuliertes Product Goal?
Es entspricht dem Sprint-Ziel des nächsten Sprints
Es enthält einen verbindlichen Liefertermin
Es listet alle geplanten Funktionen auf
Es beschreibt einen angestrebten Zustand mit erkennbarem Nutzen und ist überprüfbar
Ein Product Goal ist ein Zielzustand, keine Funktionsliste und kein Termin. Ohne Überprüfbarkeit lässt sich sein Erreichen nicht feststellen.
☝️ Single Ein Product Goal stellt sich nach mehreren Sprints als nicht mehr sinnvoll heraus. Was ist zu tun?
Es wird um ein zweites Product Goal ergänzt
Der Product Owner kann es aufgeben und ein neues Product Goal setzen
Es muss bis zum Ende verfolgt werden
Der Scrum Master entscheidet über die Aufgabe des Ziels
Ein Product Goal wird erfüllt oder aufgegeben, bevor das nächste angegangen wird. Am Ziel festzuhalten, das nichts mehr bringt, wäre das Gegenteil von Empirie.
☝️ Single Ein Team hat sein Product Goal erreicht. Was geschieht als Nächstes?
Das Team arbeitet ohne Product Goal weiter, bis ein neues genehmigt wird
Das Produkt gilt als abgeschlossen und das Team wird aufgelöst
Der Product Owner formuliert ein neues Product Goal; das Product Backlog wird darauf ausgerichtet
Das bisherige Product Goal bleibt bestehen, bis das Budget endet
Ein Scrum Team verfolgt genau ein Product Goal zur Zeit. Es muss erreicht oder verworfen sein, bevor das nächste an seine Stelle tritt.
Merksatz: Ziel erreicht? PO setzt neues Ziel – das Backlog folgt dem Kompass.

Warum die anderen falsch sind:
  • Ohne Product Goal: Scrum verlangt immer ein Ziel, kein zielloses Treiben.

  • Produkt abgeschlossen: Product Goal ist Etappenziel, nicht Endstation.

  • Altes Ziel bis Budgetende: Ziele sind nicht statisch, sondern werden erneuert.
☝️ Single Ein Scrum Team arbeitet an zwei Produkten mit je eigenem Backlog und wechselt je nach Dringlichkeit. Welche Aussage trifft zu?
Das ist zulässig, solange jedes Produkt einen eigenen Product Owner hat
Das ist zulässig, solange je Sprint nur an einem Produkt gearbeitet wird
Das ist zulässig, solange beide Backlogs geordnet sind
Das widerspricht der Ausrichtung auf ein Product Goal; das Team kann nicht gleichzeitig zwei langfristige Ziele verfolgen
Ein Scrum Team fokussiert auf ein Product Goal. Zwei Produkte bedeuten zwei Ziele, zwei Stakeholder-Kreise und laufenden Kontextwechsel. Eigene Product Owner verschärfen das Problem sogar, weil dann zwei Personen um dieselbe Kapazität konkurrieren.
Sprint-Ziel [Artefakte] 4 Unterseite →
☝️ Single Wann entsteht das Sprint-Ziel?
Im Daily Scrum des ersten Sprinttags
Vor dem Sprint Planning durch den Product Owner allein
Erst im Sprint Review
Im Sprint Planning – es wird vom gesamten Scrum Team erarbeitet
Das Sprint-Ziel entsteht gemeinsam im Sprint Planning und ist das Commitment zum Sprint Backlog.
☝️ Single Darf das Sprint-Ziel während des Sprints geändert werden?
Ja, sobald sich Prioritäten ändern
Ja, wenn die Developers zustimmen
Ja, einmal pro Sprint
Nein – das Sprint-Ziel bleibt bestehen; verhandelbar ist der Umfang
Das Sprint-Ziel gibt dem Sprint Kohärenz und Fokus. Ändert sich die Lage so stark, dass das Ziel sinnlos wird, kann der Product Owner den Sprint abbrechen.
Merksatz: Das Sprint-Ziel ist der Kompass, der Kurs bleibt – nur die Route (Scope) darf sich ändern.

Warum die anderen falsch sind:
  • Prioritäten ändern den Kurs, nicht das Ziel – Sprint-Ziel ist Stabilitätsanker.

  • Developers allein dürfen das Sprint-Ziel nicht kippen – es gehört dem Scrum Team.

  • „Einmal pro Sprint" erfindet eine Regel, die es nicht gibt.

  • Nur das Sprint-Ziel selbst ist fix; Scope verhandelbar mit Product Owner.
☝️ Single Was geschieht, wenn sich während des Sprints herausstellt, dass weniger Arbeit nötig ist als angenommen?
Der Scrum Master weist zusätzliche Arbeit zu
Der Sprint wird vorzeitig beendet
Die Developers verhandeln mit dem Product Owner über den Umfang des Sprint Backlog und können weitere Einträge aufnehmen
Die freie Kapazität bleibt ungenutzt, da der Umfang festgelegt wurde
Das Sprint Backlog ist ein lebender Plan, kein Vertrag. Verbindlich ist ausschließlich das Sprint-Ziel.
Merksatz: Das Sprint-Ziel ist der Anker – der Umfang darf sich bewegen. Weniger Arbeit? Dann verhandeln die Developers mit dem PO und ziehen Neues ins Sprint Backlog.

Warum die anderen falsch sind:
  • Scrum Master weist zu: Der SM ist Diener, kein Vorgesetzter – er verteilt keine Arbeit.

  • Sprint vorzeitig beenden: Nur der PO kann abbrechen, und nur bei obsoletem Sprint-Ziel.

  • Kapazität ungenutzt: Der Umfang ist flexibel, nicht in Stein gemeißelt.
☝️ Single Woran erkennt man ein gutes Sprint-Ziel?
Es nennt die Anzahl der zu erreichenden Story Points
Es beschreibt einen angestrebten Nutzen oder Zustand und lässt offen, über welche Einträge er erreicht wird
Es listet alle im Sprint ausgewählten Backlog-Einträge auf
Es wird vom Product Owner allein festgelegt
Ein Ziel, das nur die Einträge aufzählt, gibt keinen Handlungsspielraum: Fällt ein Eintrag weg, ist das Ziel automatisch verfehlt, obwohl der Nutzen vielleicht erreichbar wäre.
Commitments [Artefakte] 2 Unterseite →
☝️ Single Welches Commitment gehört zum Product Backlog?
Das Sprint-Ziel
Die Definition of Done
Die Definition of Ready
Das Product Goal
Product Backlog → Product Goal, Sprint Backlog → Sprint-Ziel, Increment → Definition of Done. Eine "Definition of Ready" kennt Scrum nicht.
Merksatz: Product Backlog → Product Goal. „Product“ steckt in beiden – das Ziel des Products steht im Backlog.

Warum die anderen falsch sind:
  • Sprint-Ziel: gehört zum Sprint Backlog, nicht zum Product Backlog.

  • Definition of Done: Commitment des Increments.

  • Definition of Ready: kein Scrum-Artefakt, nur gängige Praxis.
☝️ Single Wozu dienen die Commitments der Artefakte?
Sie verpflichten das Team vertraglich zur Lieferung
Sie schaffen Transparenz und einen Fokus, an dem der Fortschritt gemessen werden kann
Sie ersetzen die Sprint-Planung
Sie dienen dem Management zur Leistungskontrolle
Jedes Artefakt hat ein Commitment, das es fokussiert und messbar macht – ohne die Artefakte in Lieferzusagen zu verwandeln.
Refinement [Artefakte] 3 Unterseite →
☝️ Single Was ist Product Backlog Refinement?
Eine einmalige Aufbereitung des gesamten Backlogs vor dem ersten Sprint
Eine laufende Aktivität, bei der Einträge zerlegt, präzisiert und geschätzt werden – kein Event mit fester Timebox
Die Aufgabe des Scrum Masters
Ein Pflicht-Event am Anfang jedes Sprints
Refinement ist eine fortlaufende Aktivität ohne vorgeschriebene Timebox. Scrum schreibt weder Häufigkeit noch Format vor.
☝️ Single Wer schätzt die Größe von Product-Backlog-Einträgen?
Die Developers, die die Arbeit ausführen werden
Ein Schätzausschuss aus Fachexperten
Der Product Owner
Der Scrum Master
Die Größe schätzen ausschließlich die Developers. Der Product Owner kann sie beeinflussen, indem er Kompromisse aufzeigt – schätzen darf er nicht.
Merksatz: Wer die Arbeit tut, schätzt die Arbeit – die Developers schätzen, weil sie liefern.

Warum die anderen falsch sind:
  • Schätzausschuss: Scrum kennt keine separaten Expertengremien.

  • Product Owner: priorisiert, schätzt aber nicht selbst.

  • Scrum Master: coacht den Prozess, schätzt nicht inhaltlich.
☝️ Single Ein Team hält jeden Dienstag ein zweistündiges Refinement-Meeting ab und bezeichnet es als fünftes Scrum-Event. Wie ist das zu bewerten?
Ein fester Termin ist unproblematisch, die Bezeichnung als Event nicht: Refinement ist eine laufende Aktivität ohne vorgeschriebene Timebox und ohne definiertes Ergebnis
Ein fester Termin widerspricht dem Scrum Guide und muss entfallen
Refinement darf ausschließlich im Sprint Planning stattfinden
Das ist korrekt, Refinement ist seit 2020 ein eigenständiges Event
Der Unterschied ist nicht bloß begrifflich: Ein Event hat einen definierten Zweck, ein Ergebnis und eine Timebox. Refinement als Event zu behandeln führt dazu, dass Klärungsbedarf bis Dienstag aufgestaut wird, statt dann zu entstehen, wenn er auftritt.
Sprint Backlog [Artefakte] 3 Unterseite →
☝️ Single Woraus besteht das Sprint Backlog?
Ausschließlich aus den ausgewählten Product-Backlog-Einträgen
Sprint-Ziel (warum), ausgewählte Backlog-Einträge (was) und dem Plan zur Umsetzung (wie)
Aus dem Sprint-Ziel und dem Burndown Chart
Aus allen Aufgaben, die im Sprint anfallen könnten
Das Sprint Backlog ist Warum + Was + Wie. Es gehört allein den Developers und wird während des Sprints laufend aktualisiert.
☝️ Single Wem gehört das Sprint Backlog?
Den Developers
Dem Product Owner
Dem Scrum Master
Dem gesamten Scrum Team gemeinsam
Das Sprint Backlog ist ein Plan von und für die Developers. Nur sie ändern es – auch während des Sprints.
Merksatz: Das Sprint Backlog ist der Bauplan der Handwerker – es gehört allein den Developers, denn nur sie bauen das Increment.

Warum die anderen falsch sind:
  • Product Owner: verwaltet das Product Backlog, nicht das Sprint-Backlog.

  • Scrum Master: coacht den Prozess, besitzt aber kein Artefakt.

  • Gesamtes Team: „gemeinsam" klingt gut, doch das Sprint Backlog ist exklusiv Eigentum der Developers.
☝️ Single Darf sich das Sprint Backlog während des Sprints ändern?
Nein, es ist nach dem Sprint Planning eingefroren
Nur wenn der Scrum Master es freigibt
Ja – es wird laufend aktualisiert, wenn die Developers mehr lernen
Nur mit Zustimmung des Product Owners
Das Sprint Backlog ist ein hochsichtbares Echtzeitbild der Arbeit. Es ändert sich, sobald neue Erkenntnisse vorliegen – solange das Sprint-Ziel bestehen bleibt.
Transparenz [Artefakte] 1 Unterseite →
✌️ Multi Welche Situationen untergraben die Transparenz der Artefakte? (Mehrere richtig)
Eine Definition of Done, die je nach Termindruck unterschiedlich ausgelegt wird
Ein Increment, das vor dem Sprint Review ausgeliefert wird
Ein Product Backlog, dessen Einträge unterschiedlich detailliert sind
Ein Sprint Backlog, das nicht aktualisiert wird
Ein Product Backlog, das nur der Product Owner kennt
Unterschiedliche Detailtiefe im Backlog ist normal (oben fein, unten grob), und früh auszuliefern ist erwünscht. Die anderen drei Punkte zerstören dagegen die Aussagekraft der Artefakte.
Merksatz: Transparenz stirbt durch drei W: Willkür (DoD), Winterschlaf (Sprint Backlog) und Wissensmonopol (Backlog nur beim PO).

Warum die anderen falsch sind:
  • Frühe Auslieferung: fördert sogar Feedback, kein Transparenzproblem.

  • Ungleiche Detaillierung: normal im Backlog, kein Verstoß.
Das Scrum-Team & Rollen
Scrum-Team [Rollen] 16 Unterseite →
☝️ Single Aus welchen Verantwortlichkeiten besteht ein Scrum-Team nach dem Scrum Guide 2020?
Product Owner, Scrum Master, Projektleiter
Product Owner, Team Lead, Stakeholder
Product Owner, Scrum Master, Developers
Scrum Master, Developers, Tester, Architekt
Das Scrum-Team besteht aus einem Product Owner, einem Scrum Master und den Developers. Es gibt keine weiteren Rollen und keine Sub-Teams oder Hierarchien.
☝️ Single Wie groß sollte ein Scrum-Team laut Scrum Guide 2020 typischerweise sein?
Genau 7 Personen
Unbegrenzt, je größer desto besser
Klein genug, um agil zu bleiben, meist 10 oder weniger Personen
Mindestens 15 Personen
Der Scrum Guide 2020 nennt "typischerweise 10 oder weniger" Personen. Klein genug für Agilität, groß genug, um im Sprint bedeutende Arbeit zu leisten.
✌️ Multi Welche Merkmale beschreiben das Scrum-Team nach dem Scrum Guide 2020? (Mehrere richtig)
Es wird von einem Teamleiter geführt
Es ist cross-funktional
Es umfasst typischerweise 10 oder weniger Personen
Es hat keine Sub-Teams oder Hierarchien
Es ist selbstverwaltend
Das Scrum-Team ist cross-funktional, selbstverwaltend, ohne Sub-Teams/Hierarchien und typischerweise ≤10 Personen. Einen Teamleiter gibt es nicht.
☝️ Single Wie groß sollte ein Scrum Team typischerweise sein?
Mindestens 12 Personen
10 Personen oder weniger
Genau 7 plus/minus 2 Personen
Zwischen 15 und 20 Personen
Der Scrum Guide 2020 nennt "typischerweise 10 oder weniger" Personen. Die früher verbreitete Formel 7±2 steht nicht mehr im Guide.
☝️ Single Wie viele Verantwortlichkeiten (Accountabilities) kennt Scrum?
Zwei: Scrum Master und Entwicklungsteam
Vier: Product Owner, Scrum Master, Developers, Stakeholder
Drei: Product Owner, Scrum Master, Developers
Fünf: zusätzlich Projektleiter und Architekt
Scrum kennt genau drei Verantwortlichkeiten. Stakeholder sind wichtig, gehören aber nicht zum Scrum Team.
☝️ Single Der Scrum Guide 2020 spricht nicht mehr von "Rollen", sondern von Accountabilities. Was ist die Absicht dahinter?
Rollen dürfen jetzt beliebig getauscht werden
Accountabilities sind formale Positionen in der Organisationshierarchie
Die Begriffe wurden nur sprachlich modernisiert, inhaltlich ändert sich nichts
Es geht um Verantwortlichkeiten im Team, nicht um Stellenbeschreibungen oder Hierarchiestufen
Der Begriffswechsel betont, dass es um Rechenschaftspflicht innerhalb eines Teams geht – nicht um Jobtitel. Eine Person kann Accountability tragen und trotzdem operativ mitarbeiten.
Merksatz: Accountability = Verantwortung, nicht Visitenkarte. Der Scrum Guide 2020 ersetzt „Rolle" durch „Accountability", um zu betonen: Es geht um übernommene Verantwortung im Team, nicht um Titel, Stellen oder Hierarchie.

Warum die anderen falsch sind:
  • Rollen tauschen: Verwechsle Verantwortung nicht mit Beliebigkeit.

  • Hierarchie: Accountabilities sind gerade KEINE Organigramm-Positionen.

  • Nur Kosmetik: Der Wechsel ist bewusst inhaltlich gewollt.
☝️ Single Was gilt für Sub-Teams innerhalb eines Scrum Teams?
Sub-Teams sind ab acht Personen vorgeschrieben
Sub-Teams sind erlaubt, solange jedes ein eigenes Sprint-Ziel hat
Der Scrum Master bildet Sub-Teams nach Fachgebieten
Es gibt keine Sub-Teams und keine Hierarchien innerhalb des Scrum Teams
Ein Scrum Team ist eine geschlossene Einheit ohne Sub-Teams und ohne interne Hierarchien, die alle auf ein Product Goal fokussiert ist.
☝️ Single Was bedeutet "cross-funktional" bezogen auf ein Scrum Team?
Das Team arbeitet in mehreren Abteilungen gleichzeitig
Das Team wechselt seine Zusammensetzung in jedem Sprint
Jedes Teammitglied beherrscht jede Aufgabe gleich gut
Das Team verfügt über alle Fähigkeiten, die nötig sind, um in jedem Sprint Wert zu schaffen
Cross-funktional heißt: die nötigen Fähigkeiten sind im Team vorhanden, nicht dass jeder alles kann. Externe Übergaben je Sprint wären ein Zeichen fehlender Cross-Funktionalität.
Merksatz: Cross-functional = alle Skills im Team, um jeden Sprint Wert zu liefern. Denk an ein Schweizer Taschenmesser: Ein Team, alle Werkzeuge drin.

Warum die anderen falsch sind:
  • Mehrere Abteilungen gleichzeitig: verwechselt mit Matrixorganisation, nicht Skillbreite.

  • Zusammensetzung wechselt: das wäre Instabilität, nicht Cross-Funktionalität.

  • Alle gleich gut: T-Shape, nicht Gleichheit – Generalisten mit Spezialisierung.
☝️ Single Kann eine Person gleichzeitig Scrum Master und Developer in demselben Team sein?
Nur wenn das Team kleiner als fünf Personen ist
Ja, das ist möglich, birgt aber Zielkonflikte, weil beide Verantwortlichkeiten volle Aufmerksamkeit brauchen
Ja, das ist der empfohlene Normalfall
Nein, der Scrum Guide verbietet das ausdrücklich
Der Guide verbietet es nicht. In der Praxis leidet aber meist eine der beiden Verantwortlichkeiten – vor allem, wenn Lieferdruck entsteht.
☝️ Single Wie viele Product Owner hat ein Scrum Team?
So viele, wie das Team für sinnvoll hält
Genau einen – eine Person, kein Gremium
Einen pro Produktbereich
Zwei, damit Vertretung gesichert ist
Der Product Owner ist eine Person. Er kann Backlog-Arbeit delegieren, bleibt aber allein rechenschaftspflichtig. Ein Ausschuss als PO widerspricht Scrum.
☝️ Single Wer ist im Scrum Team für die Qualität des Produkts verantwortlich?
Der Product Owner, weil er das Increment abnimmt
Ausschließlich eine dedizierte QA-Abteilung
Der Scrum Master
Das gesamte Scrum Team, wobei die Developers die Einhaltung der Definition of Done sicherstellen
Qualität ist Teamsache. Die Developers verpflichten sich der Definition of Done; eine externe Abnahmeinstanz ist in Scrum nicht vorgesehen.
☝️ Single Ein Manager möchte den Developers direkt Aufgaben zuweisen. Was ist die scrum-konforme Reaktion?
Die Zuweisung akzeptieren, da Manager weisungsbefugt sind
Transparent machen, dass Arbeitszuweisung die Selbstverwaltung untergräbt, und den Bedarf über den Product Owner ins Backlog führen
Den Sprint abbrechen
Den Manager aus allen Scrum-Events ausschließen
Bedürfnisse von außen sind legitim – sie gehören aber über den Product Owner ins Product Backlog, nicht als Direktauftrag an einzelne Developers.
✌️ Multi Welche Aussagen über das Scrum Team sind korrekt? (Mehrere richtig)
Es besteht aus mehreren Sub-Teams mit eigenen Zielen
Es trägt gemeinsam die Verantwortung, in jedem Sprint ein wertvolles, nutzbares Increment zu schaffen
Es ist cross-funktional und selbstverwaltend
Es ist auf jeweils ein Product Goal fokussiert
Es wird vom Scrum Master geleitet
Ein Product Goal, keine Sub-Teams, keine Leitung durch den Scrum Master – der Scrum Master führt im Dienst, ohne Weisungsbefugnis.
Merksatz: Ein Team, ein Ziel, eine Verantwortung – cross-funktional, selbstverwaltend, auf ein Product Goal ausgerichtet, liefert gemeinsam jedes Increment.

Warum die anderen falsch sind:
  • Sub-Teams mit eigenen Zielen: widerspricht dem einen fokussierten Team.

  • Scrum Master leitet: er dient/dient coachend, führt aber nicht das Team.
✍️ Offen Ein Scrum Team ist auf 14 Personen angewachsen. Die Daily Scrums dauern 30 Minuten, Entscheidungen ziehen sich hin. Beschreiben Sie das Problem und mögliche Vorgehensweisen.
Musterantwort: Das Team liegt deutlich über der Orientierung von typischerweise 10 oder weniger Personen. Große Teams erzeugen überproportional viele Kommunikationswege, was Abstimmungsaufwand, Entscheidungsdauer und Event-Länge erhöht und die Kohäsion senkt. Mögliches Vorgehen: das Team selbst die Aufteilung erarbeiten lassen (Selbstverwaltung) – etwa entlang von Produktbereichen, Wertströmen oder Nutzergruppen, nicht entlang von Fachdisziplinen, damit jedes entstehende Team cross-funktional bleibt und eigenständig ein Increment liefern kann. Wichtig: bei einem gemeinsamen Produkt bleibt es bei EINEM Product Backlog und EINEM Product Owner; jedes Team braucht eine gemeinsame Definition of Done und ein integriertes Increment. Alternativ prüfen, ob das Team nur temporär gewachsen ist. Ein Skalierungsrahmenwerk (z.B. Nexus) ist erst sinnvoll, wenn mehrere Teams dauerhaft am selben Produkt arbeiten.
Bewertet werden: Bezug zur Größenorientierung (10 oder weniger) + Kommunikationsaufwand als Ursache + Aufteilung durch das Team selbst + Schnitt nach Wert statt nach Fachdisziplin + gemeinsames Product Backlog/PO/DoD bei einem Produkt.
Merksatz: „10 ist die Wohlfühlgrenze – 14 sprengt sie. Teile nach Wert, nicht nach Fach: ein Backlog, ein PO, ein DoD, ein Increment."

Kernpunkte:
  • Zu groß → Kommunikationswege explodieren (n·(n-1)/2), Daily wird lang, Entscheidungen zäh.

  • Lösung: Team selbst teilen lassen (Selbstverwaltung).

  • Schnitt nach Produktbereich/Wertstrom/Nutzer – nie nach Disziplin.

  • Jedes neue Team bleibt cross-funktional und liefert eigenständig.

  • Bei einem Produkt: EIN Backlog, EIN PO, gemeinsame DoD, integriertes Increment.

  • Skalierung (Nexus) erst bei dauerhaft mehreren Teams.
☝️ Single Ein Scrum Team hat keinen Product Owner, der Scrum Master übernimmt die Priorisierung mit. Wie ist das zu bewerten?
Unproblematisch, wenn der Scrum Master fachlich qualifiziert ist
Es ist kein Scrum mehr: Die Verantwortlichkeiten sind bewusst getrennt, weil sonst niemand die Entscheidungen des anderen hinterfragt
Zulässig als Übergangslösung für maximal drei Sprints
Unproblematisch, solange das Team liefert
Die Trennung ist kein Formalismus: Der Scrum Master soll auch den Product Owner hinterfragen können. In Personalunion entfällt genau dieses Korrektiv.
☝️ Single Ein Product Owner ist zugleich Linienvorgesetzter der Developers seines Scrum Teams. Welche Wirkung ist die gravierendste?
Der Product Owner darf dann nicht mehr über die Reihenfolge des Backlogs entscheiden
Die Developers können Umfang und Machbarkeit nicht mehr frei verhandeln, weil Widerspruch arbeitsrechtliche Folgen haben kann
Das Team überschreitet die zulässige Zahl von Verantwortlichkeiten
Der Scrum Master verliert seine Zuständigkeit für die Wirksamkeit des Teams
Der Scrum Guide verbietet die Kombination nicht, aber sie hebt faktisch die Selbstverwaltung auf. Die Verhandlung über Umfang im Sprint setzt voraus, dass ein Nein folgenlos bleibt. Genau das ist hier nicht mehr gesichert.
Selbstverwaltung [Rollen] 4 Unterseite →
☝️ Single Was bedeutet "selbstverwaltend" (self-managing) für ein Scrum-Team?
Der Product Owner verteilt die Tasks
Ein Manager weist die Aufgaben zu
Das Team entscheidet selbst, wer was wann und wie tut
Der Scrum Master plant die Arbeit der Developers
Selbstverwaltung heißt: Das Team entscheidet intern, wer woran wie arbeitet. Weder Scrum Master noch Product Owner noch externe Manager verteilen die Aufgaben.
☝️ Single Was bedeutet "selbstverwaltend" (self-managing) im Scrum Guide 2020?
Das Team braucht keinerlei Führung mehr
Das Team entscheidet auch über Budget und Personalentscheidungen
Das Team entscheidet intern, wer was wann und wie macht
Der Scrum Master verteilt die Arbeit nach Kompetenz
Selbstverwaltung betrifft das Wer/Was/Wann/Wie der eigenen Arbeit. 2020 wurde der Begriff von "selbstorganisierend" zu "selbstverwaltend" geschärft, weil er das ganze Scrum Team umfasst.
☝️ Single Warum verteilt in Scrum niemand von außen die Aufgaben im Sprint?
Weil dadurch die Velocity steigt
Weil Aufgabenverteilung im Scrum Guide verboten ist
Weil der Scrum Master dafür keine Zeit hat
Weil die Developers als Fachleute am besten beurteilen können, wie die Arbeit erledigt wird
Selbstverwaltung beruht auf der Annahme, dass die Ausführenden die besten Entscheidungen über ihre Arbeit treffen. Fremdzuweisung nimmt Verantwortung und Motivation.
☝️ Single Welche Entscheidung liegt NICHT in der Selbstverwaltung des Scrum Teams?
Die Wahl der technischen Umsetzung eines Backlog-Eintrags
Die Entscheidung, wie das Daily Scrum strukturiert wird
Die Verteilung der Arbeit innerhalb des Sprints
Die Festlegung, welches Produkt entwickelt wird und welches Budget dafür zur Verfügung steht
Selbstverwaltung bezieht sich auf das Wer, Was, Wann und Wie der eigenen Arbeit, nicht auf Produktstrategie und Mittelzuweisung. Diese Grenze zu kennen ist wichtig, weil überzogene Erwartungen an Selbstverwaltung regelmäßig zu Enttäuschungen führen.
Developers [Rollen] 4 Unterseite →
✌️ Multi Wofür sind die Developers im Scrum-Team verantwortlich? (Mehrere richtig)
Sich gegenseitig als Fachleute zur Rechenschaft ziehen
Die Reihenfolge des Product Backlog festlegen
Qualität durch Einhalten der Definition of Done
Einen Plan für den Sprint erstellen (Sprint Backlog)
Stakeholder-Erwartungen final entscheiden
Developers erstellen das Sprint Backlog, sichern Qualität (Definition of Done) und halten sich gegenseitig verantwortlich. Die Backlog-Reihenfolge verantwortet der Product Owner.
Merksatz: „Devs bauen, planen, prüfen – PO sortiert, Stakeholder entscheiden nie." Die Developers sind Handwerker UND Team: Sie erstellen den Sprint-Plan, halten die Definition of Done ein und ziehen sich gegenseitig zur Rechenschaft.

Warum die anderen falsch sind:
  • Backlog-Reihenfolge = alleinige Aufgabe des Product Owners.

  • Stakeholder-Erwartungen final entscheiden = Product Owner bzw. Stakeholder selbst, nicht die Developers.
✌️ Multi Wofür sind die Developers laut Scrum Guide verantwortlich? (Mehrere richtig)
Den Plan für den Sprint zu erstellen (Sprint Backlog)
Qualität durch Einhaltung der Definition of Done sicherzustellen
Die Reihenfolge des Product Backlogs festzulegen
Den Plan täglich in Richtung Sprint-Ziel anzupassen
Die Stakeholder-Kommunikation zu verantworten
Backlog-Reihenfolge und Stakeholder-Verantwortung liegen beim Product Owner. Die Developers verantworten Sprint Backlog, Qualität und die tägliche Anpassung.
Merksatz: Die Developers sind die "Macher der DoD": Sie planen den Sprint, halten die Qualität und justieren täglich Richtung Ziel.

Warum die anderen falsch sind:
  • Product-Backlog-Reihenfolge = Aufgabe des Product Owners

  • Stakeholder-Kommunikation = PO-Aufgabe, nicht der Developers
☝️ Single Wer gilt in Scrum als "Developer"?
Nur Personen mit einem Entwickler-Arbeitsvertrag
Jede Person im Scrum Team, die an einem nutzbaren Increment arbeitet – unabhängig von Fachgebiet
Nur Personen, die programmieren
Alle Teammitglieder außer Testern und Designern
Der Begriff ist bewusst weit gefasst: Tester, UX-Designer, Analysten, Techniker – wer zum Increment beiträgt, ist Developer im Sinne von Scrum.
☝️ Single Wie viele Developers muss ein Scrum Team mindestens haben?
Mindestens sieben
Der Scrum Guide nennt keine Mindestzahl, das Team muss aber groß genug sein, um pro Sprint Wert zu liefern
Mindestens fünf
Mindestens drei
Die früheren Grenzen 3–9 für das Development Team wurden 2020 entfernt. Maßgeblich ist die Gesamtgröße des Scrum Teams (typischerweise 10 oder weniger).
PO-Verantwortung [Rollen] 6 Unterseite →
✌️ Multi Wofür ist der Product Owner verantwortlich? (Mehrere richtig)
Die Definition of Done allein für das Team festlegen
Product Goal entwickeln und kommunizieren
Die technische Umsetzung der Items entscheiden
Das Product Backlog ordnen
Product-Backlog-Items erstellen und klar ausdrücken
Der PO entwickelt/kommuniziert das Product Goal, erstellt/ordnet die Backlog-Items. Die technische Umsetzung entscheiden die Developers; die DoD legt nicht der PO allein fest.
✌️ Multi Welche Tätigkeiten gehören zum Product Backlog Management durch den Product Owner? (Mehrere richtig)
Den Developers vorschreiben, wie sie die Items umsetzen
Product-Backlog-Items erstellen und klar formulieren
Sicherstellen, dass das Backlog transparent und verständlich ist
Die Backlog-Items so ordnen, dass Wert maximiert wird
Das Product Goal entwickeln und explizit kommunizieren
Backlog Management umfasst Product Goal entwickeln/kommunizieren, Items erstellen/formulieren, ordnen und transparent halten. Wie die Items technisch umgesetzt werden, entscheiden die Developers.
☝️ Single Wofür ist der Product Owner laut Scrum Guide 2020 rechenschaftspflichtig?
Für die Produktivität der Developers
Für die Maximierung des Werts des Produkts, der aus der Arbeit des Scrum Teams entsteht
Für die Qualität des Increments
Für die Einhaltung von Terminen und Budget
Der Product Owner verantwortet die Wertmaximierung und das wirksame Product Backlog Management. Die Qualität des Increments verantworten die Developers über die Definition of Done.
✌️ Multi Was gehört zum Product Backlog Management des Product Owners? (Mehrere richtig)
Die Reihenfolge der Einträge festlegen
Das Product Goal entwickeln und ausdrücklich kommunizieren
Die Größe der Einträge schätzen
Product-Backlog-Einträge erstellen und klar kommunizieren
Den Umfang des Sprints festlegen
Schätzen ist Sache der Developers, ebenso die Auswahlmenge für den Sprint. Der Product Owner verantwortet Ziel, Inhalt und Reihenfolge.
☝️ Single Der Product Owner delegiert die Pflege des Product Backlogs an einen Business Analysten. Was gilt weiterhin?
Die Rechenschaftspflicht teilen sich beide
Delegation ist in Scrum nicht zulässig
Der Product Owner bleibt allein rechenschaftspflichtig, unabhängig davon, wer die Arbeit ausführt
Die Rechenschaftspflicht geht auf den Business Analysten über
Der Product Owner kann Arbeit delegieren, aber nicht die Verantwortung. Das ist einer der häufigsten Prüfungspunkte.
☝️ Single Wie viele Personen können die Verantwortlichkeit des Product Owners für ein Produkt gemeinsam ausüben?
Eine pro Stakeholder-Gruppe
Genau eine Person, kein Gremium und kein Ausschuss
Zwei, um Vertretung sicherzustellen
So viele, wie die Organisation festlegt
Der Product Owner ist eine Person. Ein Gremium verzögert Entscheidungen und macht die Verantwortung unklar.
Stakeholder [Rollen] 2 Unterseite →
☝️ Single Wie ist das Verhältnis zwischen Scrum Team und Stakeholdern?
Stakeholder dürfen an keinem Scrum-Event teilnehmen
Stakeholder kommunizieren ausschließlich mit dem Scrum Master
Stakeholder sind Teil des Scrum Teams
Stakeholder gehören nicht zum Scrum Team, werden aber aktiv einbezogen – vor allem im Sprint Review
Stakeholder stehen außerhalb des Scrum Teams. Das Sprint Review ist die formale Gelegenheit zur gemeinsamen Inspektion und Zusammenarbeit.
☝️ Single Ein Stakeholder möchte während des Sprints direkt mit den Developers sprechen. Wie ist das zu bewerten?
Jeder Kontakt zwischen Stakeholdern und Developers ist zu unterbinden
Der Kontakt ist nur im Sprint Review zulässig
Direkter Austausch ist erwünscht; problematisch wird es erst, wenn daraus Arbeitsaufträge am Product Owner vorbei entstehen
Der Scrum Master muss bei jedem Gespräch anwesend sein
Scrum schirmt die Developers nicht ab. Geschützt wird das Sprint-Ziel, nicht die Erreichbarkeit der Menschen.
Merksatz: Stakeholder dürfen reden – nur nicht heimlich steuern. Kontakt ja, Auftrag nein: Der PO hält die Richtung, die Developers den Austausch.

Warum die anderen falsch sind:
  • Totalverbot: Scrum fördert Transparenz, keine Abschottung.

  • Nur im Review: Austausch ist jederzeit erlaubt, nicht terminlich begrenzt.

  • SM-Pflicht: Der SM moderiert, ist aber kein Türsteher.
PO-Autorität [Rollen] 2 Unterseite →
☝️ Single Ein Abteilungsleiter ordnet an, einen bestimmten Eintrag im Product Backlog nach oben zu setzen. Wie ist das zu bewerten?
Die Entscheidung über die Reihenfolge liegt allein beim Product Owner, sonst kann er den Wert nicht verantworten
Der Abteilungsleiter darf das, da er ranghöher ist
Das Team stimmt darüber ab
Der Scrum Master entscheidet in solchen Fällen
Wird der Product Owner überstimmt, verliert die Verantwortlichkeit ihren Sinn. Die gesamte Organisation muss seine Entscheidungen respektieren.
☝️ Single Die Developers dürfen die Reihenfolge des Product Backlogs ändern, wenn sie technisch sinnvoller wäre. Trifft das zu?
Ja, technische Argumente haben Vorrang
Ja, innerhalb des laufenden Sprints
Nein, sie können Argumente einbringen, entscheiden aber nicht über die Reihenfolge
Ja, wenn der Scrum Master zustimmt
Technische Abhängigkeiten sind ein wichtiger Input für den Product Owner, ersetzen aber seine Entscheidung nicht.
PO-Abgrenzung [Rollen] 2 Unterseite →
☝️ Single Ein Product Owner nimmt regelmäßig an den Daily Scrums teil und fragt nach dem Stand einzelner Einträge. Wie ist das zu bewerten?
Die Teilnahme ist zulässig, aber nur wenn der Scrum Master ebenfalls anwesend ist
Die Teilnahme ist unzulässig, das Daily ist ausschließlich für die Developers
Die Teilnahme ist verpflichtend, damit der Product Owner Fragen beantworten kann
Teilnahme ist zulässig, die Abfrage von Einzelständen macht das Daily jedoch zum Statusbericht und verdrängt die Plananpassung der Developers
Der Scrum Guide schließt niemanden aus; das Daily gehört aber den Developers und dient der Anpassung ihres Plans. Sobald jemand Auskunft verlangt, ändert sich die Richtung der Kommunikation, und aus einem Planungsgespräch wird eine Berichtsrunde.
✌️ Multi Welche Aufgaben darf ein Product Owner delegieren, ohne die Verantwortlichkeit abzugeben? (Mehrere richtig)
Die Entscheidung, wann ein Increment ausgeliefert wird
Das Schreiben und Detaillieren von Product-Backlog-Einträgen
Die Abstimmung mit einzelnen Stakeholdern zu fachlichen Details
Die Entscheidung über die Reihenfolge des Product Backlogs
Die Durchführung von Nutzerinterviews und Marktanalysen
Delegierbar ist die Arbeit, nicht die Entscheidung. Reihenfolge und Auslieferungszeitpunkt sind die beiden Kernentscheidungen, die beim Product Owner bleiben, weil sonst die Wertverantwortung ins Leere läuft.
Die 5 Scrum-Werte
Scrum-Werte [Werte] 13 Unterseite →
☝️ Single Wie viele Scrum-Werte nennt der Scrum Guide, und welche sind es?
Fünf: Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt, Mut
Fünf: Planung, Kontrolle, Qualität, Zeit, Kosten
Vier: Individuen, Zusammenarbeit, Software, Reaktion
Drei: Transparenz, Inspektion, Adaption
Die fünf Scrum-Werte sind Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt und Mut. Transparenz/Inspektion/Adaption sind die drei Säulen (nicht die Werte).
☝️ Single Ein Teammitglied macht ein Hindernis im Daily transparent, obwohl es unangenehm ist. Welcher Scrum-Wert zeigt sich hier am deutlichsten?
Respekt allein
Commitment allein
Fokus
Mut (und Offenheit)
Ein unangenehmes Hindernis offen anzusprechen zeigt vor allem Mut und Offenheit. Diese Werte ermöglichen die Transparenz, die Scrum braucht.
✍️ Offen Nennen Sie die fünf Scrum-Werte und erläutern Sie einen davon an einem Beispiel.
Musterantwort: Die fünf Werte: Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt, Mut. Beispiel (Mut): Ein Developer spricht im Daily offen an, dass ein gewählter Lösungsweg nicht funktioniert, obwohl das unangenehm ist – so kann das Team früh adaptieren. (Jedes plausible Beispiel zu einem Wert zählt.)
Bewertet werden: alle fünf Werte korrekt benannt + ein Wert nachvollziehbar an einem Beispiel erläutert.
Merksatz: „CORF-M“ – Commitment, Offenheit, Respekt, Fokus, Mut. Bild: Ein Chef mit Ohren, Rücken, Fernrohr und Megafon. Reihenfolge egal – Hauptsache fünf Werte plus ein konkretes Beispiel.

Beispiel-Anker: Mut = unbequeme Wahrheit im Daily sagen. Commitment = Sprint-Ziel halten. Fokus = nur Sprint-Ziel. Offenheit = Blocker zeigen. Respekt = Meinung achten.
☝️ Single Welche fünf Werte nennt der Scrum Guide?
Vertrauen, Ehrlichkeit, Disziplin, Offenheit, Respekt
Commitment, Qualität, Tempo, Offenheit, Mut
Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt, Mut
Transparenz, Inspektion, Adaption, Fokus, Mut
Die fünf Werte sind Commitment (Selbstverpflichtung), Fokus, Offenheit, Respekt und Mut. Transparenz/Inspektion/Adaption sind dagegen die drei Säulen der Empirie.
Merksatz: „COFReMu" – Commitment, Offenheit, Fokus, Respekt, Mut. Bild: Ein Team hält Fokus und Respekt, öffnet sich ehrlich, zeigt Mut und committet sich – fünf Finger einer Hand.

Warum die anderen falsch sind:
  • Vertrauen/Ehrlichkeit/Disziplin: klingen edel, stehen aber nicht im Guide.

  • Qualität/Tempo: sind Ergebnisse, keine Werte.

  • Transparenz/Inspektion/Adaption: das sind die drei Säulen der Empirie, keine Werte.
☝️ Single Ein Developer merkt, dass eine vom Team gewählte technische Lösung in eine Sackgasse führt, spricht es aber nicht an, um niemanden zu verärgern. Welcher Scrum-Wert fehlt hier am deutlichsten?
Respekt
Commitment
Fokus
Mut
Mut bedeutet, das Richtige zu tun und schwierige Themen anzusprechen. Schweigen aus Konfliktscheu untergräbt zugleich die Transparenz.
☝️ Single Das Team nimmt zusätzlich zum Sprint-Ziel laufend Sonderwünsche aus der Linie an. Welcher Wert wird verletzt?
Fokus
Respekt
Mut
Offenheit
Fokus bedeutet, die Arbeit auf das Sprint-Ziel zu konzentrieren. Ständige Nebenaufgaben zerstören den Fokus und gefährden das Ziel.
☝️ Single Wie wirken die Scrum-Werte mit den drei Säulen der Empirie zusammen?
Gelebte Werte machen Transparenz, Inspektion und Adaption überhaupt erst wirksam
Die Werte sind eine unverbindliche Empfehlung ohne Bezug zur Empirie
Die Werte gelten nur für den Scrum Master
Die Werte ersetzen die Säulen in reifen Teams
Ohne Offenheit gibt es keine echte Transparenz, ohne Mut keine ehrliche Inspektion, ohne Commitment und Fokus keine konsequente Adaption.
☝️ Single Worauf bezieht sich der Wert "Commitment" im Scrum Guide 2020?
Auf die Selbstverpflichtung zu den Zielen des Teams und zur gegenseitigen Unterstützung
Auf die Einhaltung von Terminzusagen gegenüber dem Management
Auf die vertragliche Bindung an das Product Backlog
Auf die Zusage, alle im Sprint Planning ausgewählten Backlog-Einträge garantiert zu liefern
Committed wird auf Ziele und aufeinander – nicht auf eine garantierte Menge an Backlog-Einträgen. Der Umfang bleibt im Sprint verhandelbar, das Sprint-Ziel nicht.
✌️ Multi Welche Verhaltensweisen zeigen den Wert "Offenheit"? (Mehrere richtig)
Probleme erst nennen, wenn eine Lösung bereitliegt
Impediments und Fehleinschätzungen frühzeitig ansprechen
Den tatsächlichen Stand der Arbeit ungeschönt zeigen
Offen für Feedback von Stakeholdern sein
Schätzungen bewusst höher ansetzen, um Puffer zu sichern
Offenheit heißt, Arbeit und Herausforderungen sichtbar zu machen. Verdeckte Puffer und zurückgehaltene Probleme sind das Gegenteil.
☝️ Single Ein Teammitglied unterbricht andere regelmäßig und wertet deren Vorschläge ab. Welcher Wert ist am unmittelbarsten betroffen?
Fokus
Respekt
Commitment
Offenheit
Respekt bedeutet, einander als fähige, eigenständige Menschen zu behandeln. Ohne Respekt entsteht keine Sicherheit für Offenheit und Mut.
✍️ Offen Ein Team behauptet, "die Scrum-Werte" zu leben, verschiebt aber regelmäßig unfertige Arbeit in den nächsten Sprint und meldet den Sprint trotzdem als erfolgreich. Analysieren Sie, welche Werte hier tatsächlich verletzt werden.
Musterantwort: Verletzt werden vor allem Offenheit und Mut: Der tatsächliche Stand wird beschönigt, unangenehme Wahrheiten (Überplanung, Qualitätsprobleme, unklare Definition of Done) werden nicht ausgesprochen. Damit fällt auch die Transparenz weg, die Voraussetzung für sinnvolle Inspektion in Review und Retrospektive ist. Commitment ist ebenfalls betroffen, weil die Selbstverpflichtung auf das Sprint-Ziel ihren Ernst verliert, wenn Nichterreichen folgenlos umdeklariert wird. Häufig steckt dahinter ein Umfeld, in dem Misserfolg bestraft wird – hier ist Respekt seitens der Organisation gefragt. Konsequenz: Die Retrospektive muss das Muster selbst zum Thema machen, statt weiter Symptome zu behandeln.
Bewertet werden: Offenheit und Mut als Kern + Folge für Transparenz/Empirie + Aushöhlung des Commitments + Hinweis auf organisationale Ursachen oder Retrospektive als Ansatzpunkt.
☝️ Single Ein Team meldet ein Problem erst, als es nicht mehr zu verbergen ist. Welche Werte fehlen hier am deutlichsten?
Fokus und Commitment
Respekt und Fokus
Offenheit und Mut
Commitment und Respekt
Die Werte sind keine Dekoration: Ohne Offenheit und Mut entsteht keine Transparenz, und ohne Transparenz laufen Inspektion und Adaption ins Leere.
☝️ Single Ein Team einigt sich in der Retrospektive schnell und ohne Widerspruch auf eine Maßnahme, die niemand umsetzt. Welcher Wert fehlt am wahrscheinlichsten bereits in der Retrospektive selbst?
Mut: Die Zustimmung war vermutlich Konfliktvermeidung, nicht Überzeugung
Fokus: Das Team hat zu viele Themen gleichzeitig behandelt
Respekt: Die Beiträge einzelner wurden übergangen
Commitment: Das Team hat sich nicht ausreichend auf die Maßnahme verpflichtet
Commitment ist das sichtbare Symptom, nicht die Ursache. Schnelle, widerspruchsfreie Einigkeit bei anschließender Untätigkeit deutet auf unausgesprochene Vorbehalte hin. Die wirksame Intervention setzt deshalb in der Retrospektive an, nicht bei der Nachverfolgung.
Merksatz: Schnelle Einigkeit ohne Widerspruch = fehlender Mut. Wer nicht widerspricht, stimmt nicht zu, sondern weicht aus. Courage heißt: unbequeme Wahrheit sagen.

Warum die anderen falsch sind:
  • Focus: Thema ist Themenmenge, nicht Konfliktvermeidung.

  • Respect: Hier geht's um Übergangenwerden, nicht um Zustimmung.

  • Commitment: Fehlt erst bei der Umsetzung, nicht in der Retro selbst.
Praxis & Prüfungsfallen
PO-Rolle [Praxis] 2 Unterseite →
☝️ Single Zwei wichtige Stakeholder fordern widersprüchliche Features mit höchster Priorität. Wer entscheidet über die Reihenfolge im Product Backlog?
Allein der Product Owner
Der lautere der beiden Stakeholder
Das gesamte Scrum-Team per Abstimmung
Der Scrum Master
Der Product Owner ist eine Person und entscheidet allein über die Backlog-Reihenfolge. Er bündelt die Stakeholder-Interessen, aber die Entscheidung ist seine – nicht per Abstimmung.
✍️ Offen Ein Product Owner wird in seiner Organisation faktisch als Anforderungsschreiber eingesetzt: Prioritäten setzt ein Lenkungsausschuss, er formuliert nur aus. Analysieren Sie die Folgen und beschreiben Sie einen Weg heraus.
Musterantwort: Folgen: Die Verantwortlichkeit ist ausgehöhlt, weil Wertentscheidung und Rechenschaft auseinanderfallen. Entscheidungen dauern so lange wie der Sitzungsrhythmus des Ausschusses, wodurch das Team wartet und der empirische Kreislauf sich verlangsamt. Da niemand einzeln für den Produkterfolg einsteht, wird selten etwas abgelehnt und das Backlog wächst unkontrolliert. Das Team erhält Spezifikationen statt Absichten und baut deshalb Beschreibungen statt Lösungen. Weg heraus: Zunächst die Kosten des Zustands belegen, etwa Wartezeiten auf Entscheidungen, Anteil kaum genutzter Funktionen, Durchlaufzeit von der Idee bis zur Auslieferung. Dann eine Verschiebung der Zusammenarbeit vorschlagen, bei der der Ausschuss Rahmen und Ziele setzt, also Budget, Strategie und Product Goal, während die Reihenfolge innerhalb dieses Rahmens beim Product Owner liegt. Vertrauen entsteht über Transparenz: regelmäßige Sprint Reviews mit echten Ergebnissen und Wirkungsdaten ersetzen Kontrolle durch Nachvollziehbarkeit. Der Scrum Master unterstützt dabei auf der organisationalen Ebene. Ein realistischer Einstieg ist ein abgegrenzter Bereich, in dem der Product Owner tatsächlich entscheidet, und dessen Ergebnisse als Beleg dienen.
Bewertet werden: Auseinanderfallen von Entscheidung und Rechenschaft + Verzögerung/fehlende Ablehnung/Spezifikation statt Absicht + Kosten belegen + Rahmen durch Gremium, Reihenfolge durch PO + Transparenz über Review und Wirkungsdaten + schrittweiser Einstieg.
Wertmaximierung [Praxis] 9 Unterseite →
☝️ Single Was ist die zentrale Verantwortung des Product Owners?
Den Wert des Produkts maximieren, das aus der Arbeit des Scrum-Teams entsteht
Die Developers technisch anleiten
Möglichst viele Features pro Sprint liefern lassen
Alle Meetings moderieren
Der PO maximiert den Wert des Produkts. "Mehr Features" ist nicht gleich "mehr Wert" – es geht um den tatsächlichen Nutzen, nicht um Output-Menge.
✍️ Offen Erklären Sie, was es für einen Product Owner bedeutet, "Wert zu maximieren", und warum mehr Output nicht automatisch mehr Wert ist.
Musterantwort: Wert maximieren heißt, dass das Produkt möglichst großen Nutzen für Kunden, Nutzer und Organisation stiftet – gemessen an Outcomes (Nutzung, Zufriedenheit, Geschäftsziele), nicht an Output-Menge. Mehr Features (Output) können Wert sogar mindern (Komplexität, ungenutzte Funktionen). Der PO priorisiert deshalb nach erwartetem Wert/Risiko und misst empirisch, ob der Wert tatsächlich eintritt.
Bewertet werden: Wert = Nutzen/Outcome (nicht Output-Menge) + Begründung, warum mehr Features ≠ mehr Wert + empirisches Messen.
☝️ Single Was bedeutet Wertmaximierung für die Entscheidungen des Product Owners konkret?
Die Auslastung der Developers zu maximieren
Bewusst Dinge nicht zu tun, damit die begrenzte Kapazität auf das Wirksamste entfällt
Möglichst viele Funktionen pro Sprint zu liefern
Alle Stakeholder-Wünsche zu berücksichtigen
Wertmaximierung ist vor allem eine Weglass-Entscheidung. Wer alles zusagt, priorisiert nicht.
☝️ Single Zwei Einträge haben denselben geschätzten Nutzen, aber einer verringert eine große technische Unsicherheit. Welche Überlegung ist scrum-konform?
Den günstigeren Eintrag zürst umsetzen
Die Entscheidung den Developers überlassen
Beide gleichzeitig starten
Den unsicherheitsreduzierenden Eintrag früher einplanen, weil früh gewonnenes Wissen spätere Fehlentscheidungen verhindert
Risikoabbau und Lernen sind selbst Wertbeiträge. Empirie heißt, teures Nichtwissen früh in Wissen zu verwandeln.
✍️ Offen Ein Product Owner erhält deutlich mehr Anforderungen, als das Team umsetzen kann. Beschreiben Sie ein tragfähiges Vorgehen.
Musterantwort: Zürst macht er die Kapazitätsgrenze transparent statt sie zu verdecken: Was das Team pro Sprint tatsächlich liefert, ist eine belegbare Größe. Dann macht er die Absicht hinter den Anforderungen sichtbar, denn oft verbergen sich hinter mehreren Wünschen dieselben Bedürfnisse, die sich günstiger bündeln lassen. Er ordnet nach erwartetem Nutzen, Risikoabbau und dem richtigen Zeitpunkt und dokumentiert nachvollziehbar, warum etwas oben oder unten steht. Wichtig ist, dass er auch ausdrückliche Absagen ausspricht: Ein Backlog, in dem nichts abgelehnt wird, wird unüberschaubar und verliert seine Steuerungsfunktion. Gegenüber Stakeholdern arbeitet er mit Prognosen samt Unsicherheit statt mit Zusagen und nutzt das Sprint Review, um Entscheidungen an echten Ergebnissen zu begründen. Nicht tragfähig wären: alles zusagen, Arbeit an mehreren Zielen gleichzeitig starten oder Termindruck über eine gelockerte Definition of Done aufzufangen.
Bewertet werden: Kapazitätsgrenze transparent machen + Bedürfnis hinter Anforderungen klären + Ordnungskriterien Nutzen/Risiko/Zeitpunkt + ausdrückliche Absagen und Backlog-Bereinigung + Prognose statt Zusage + Nennung untauglicher Alternativen.
☝️ Single Warum sind versunkene Kosten für die Priorisierungsentscheidung eines Product Owners unerheblich?
Weil bereits ausgegebener Aufwand nicht zurückzuholen ist und nur der künftige Nutzen im Verhältnis zum künftigen Aufwand zählt
Weil sie nach Sprint-Ende abgeschrieben werden
Weil der Scrum Master über Budgetfragen entscheidet
Weil Aufwände in Scrum nicht erfasst werden
"Wir haben schon so viel investiert" ist eines der häufigsten Argumente für das Festhalten an einer erkennbar wertlosen Funktion – und eines der teuersten.
☝️ Single Ein Product Owner soll zwischen zwei Vorhaben wählen. Vorhaben A bringt sicher 100.000 Euro Zusatzertrag, Vorhaben B mit fünfzig Prozent Wahrscheinlichkeit 400.000 Euro. Beide kosten gleich viel. Welche Überlegung ist fachlich am tragfähigsten?
Beide Vorhaben sollten gleichzeitig begonnen werden, um das Risiko zu streuen
B hat den höheren Erwartungswert, aber die Entscheidung hängt davon ab, ob sich die Organisation einen Fehlschlag leisten kann und ob sich die Unsicherheit vorab günstig verringern lässt
A ist vorzuziehen, weil sichere Erträge grundsätzlich höher zu gewichten sind
B ist vorzuziehen, weil der Erwartungswert doppelt so hoch ist
Der Erwartungswert von B beträgt 200.000 Euro und ist damit rechnerisch höher. Eine reine Erwartungswertbetrachtung ignoriert aber die Tragfähigkeit eines Fehlschlags und die Möglichkeit, die Unsicherheit durch ein kleines Experiment zu senken, bevor voll investiert wird. Beides gleichzeitig zu starten halbiert nur die Kapazität.
☝️ Single Ein Product Owner stellt fest, dass eine seit langem geplante Funktion durch eine Änderung im Markt überflüssig geworden ist. Sie steht bereits im laufenden Sprint. Wie geht er vor?
Er wartet bis zum Sprint Review und entscheidet dort
Er spricht sofort mit den Developers über die Streichung; wird dadurch das Sprint-Ziel gegenstandslos, kann er den Sprint abbrechen
Er lässt die Funktion fertigstellen, da der Sprint bereits läuft
Er streicht die Funktion eigenständig aus dem Sprint Backlog
Weiterzubauen, was erkennbar wertlos ist, wäre die teuerste Variante. Das Sprint Backlog gehört allerdings den Developers, weshalb der Product Owner nicht selbst darin streicht, sondern verhandelt. Der Abbruch ist der Extremfall und allein seine Entscheidung.
✍️ Offen Ihr Product Backlog ist auf zwölf Monate ausgebucht, weil das Management die Vorhaben eines ganzen Jahres bereits zugesagt hat. Beschreiben Sie, wie Sie Handlungsfähigkeit als Product Owner zurückgewinnen.
Musterantwort: Der Kern des Problems ist nicht die Menge, sondern dass die Wertentscheidung bereits außerhalb getroffen wurde. Ein Product Owner ohne Entscheidungsspielraum ist ein Verwalter einer fremden Liste. Zuerst würde ich Fakten schaffen. Was ist tatsächlich zugesagt, gegenüber wem, und wie verbindlich? Erfahrungsgemäß ist ein Teil der Zusagen weniger fest, als es in der Erzählung wirkt. Parallel würde ich den tatsächlichen Durchsatz erheben und ihm den zugesagten Umfang gegenüberstellen. Wenn zwölf Monate Zusagen achtzehn Monaten Arbeit entsprechen, ist das keine Meinung mehr, sondern eine Rechnung, die jeder nachvollziehen kann. Dann würde ich die Zusagen von Terminen auf Ziele verschieben. Ein Jahresplan auf Eintragsebene ist unhaltbar, ein Plan auf Zielebene nicht. Für die nächsten Monate lässt sich Verbindlichkeit zusagen, für den Rest eine Richtung mit ausdrücklicher Unsicherheit. Drittens würde ich einen Anteil der Kapazität für nicht vorab Zugesagtes sichern, etwa zwanzig Prozent. Ohne diesen Spielraum kann auf keine Erkenntnis und keinen Marktvorfall reagiert werden, und genau das wird der Organisation früher oder später teuer. Viertens würde ich beginnen, die Wirkung des Ausgelieferten zu messen und dem Management zu berichten. Nichts verändert Zusagekultur so verlässlich wie der Nachweis, dass ein erheblicher Teil des zugesagten Umfangs keine messbare Wirkung hatte. Die Haltung dabei: Ich stelle die Zusagen nicht als Fehler dar, sondern biete ein besseres Verfahren an. Und ich bringe das Thema über den Scrum Master auch als organisationales Impediment ein, weil es nicht allein durch mein Verhandeln zu lösen ist.
Bewertet werden: Diagnose als verlagerte Wertentscheidung + Faktenerhebung mit Durchsatzrechnung + Verschiebung von Terminzusagen auf Ziele + Kapazitätsanteil für Unvorhergesehenes + Wirkungsmessung als Hebel + Einbindung des Scrum Masters bei organisationalen Ursachen.
Refinement [Praxis] 5 Unterseite →
☝️ Single Ist Product Backlog Refinement ein Scrum-Event?
Ja, es findet nur im Sprint Planning statt
Nein, es ist eine kontinuierliche Aktivität, kein formales Event
Ja, es ist das fünfte Event
Nein, es ist verboten
Refinement ist KEIN Scrum-Event, sondern eine laufende Aktivität, bei der Backlog-Items detailliert, geschätzt und geordnet werden. Der PO verantwortet es, die Developers wirken mit.
☝️ Single Wieviel Zeit sollte für Product Backlog Refinement aufgewendet werden?
Der Scrum Guide macht keine Vorgabe, das Scrum Team entscheidet selbst, was nötig ist
Maximal zwei Stunden pro Sprint
Genau zehn Prozent der Sprint-Kapazität
Ein voller Tag pro Sprint
Die früher verbreitete Zehn-Prozent-Regel steht nicht mehr im Scrum Guide. Refinement ist eine laufende Aktivität ohne feste Timebox.
☝️ Single Wer nimmt am Product Backlog Refinement teil?
Der Product Owner und die Developers, bei Bedarf ergänzt um weitere Fachleute
Das Scrum Team und alle Stakeholder
Ausschließlich der Product Owner
Ausschließlich die Developers
Refinement ist gemeinsame Arbeit an Verständnis und Zerlegung. Der Product Owner allein erzeugt nur Übergabedokumente.
☝️ Single Ein Product Owner übergibt fertig ausformulierte Spezifikationen und nimmt am Refinement nicht teil. Welches Problem entsteht am ehesten?
Ohne gemeinsamen Dialog gehen Kontext und Wertabsicht verloren, das Team baut die Beschreibung statt der Absicht
Das Team arbeitet schneller, weil weniger Abstimmung nötig ist
Die Schätzungen werden präziser
Der Product Owner spart Zeit ohne Nachteile
Backlog-Einträge sind Gesprächsanlässe, keine Vertragsdokumente. Fehlt das Gespräch, wird oft technisch korrekt am Bedarf vorbei gebaut.
✌️ Multi Welche Ergebnisse soll Product Backlog Refinement liefern? (Mehrere richtig)
Ein gemeinsames Verständnis der anstehenden Einträge zwischen Product Owner und Developers.
Ergänzung von Beschreibung, Größe und Akzeptanzkriterien für die oberen Einträge.
Eine verbindliche Zusage der Developers, die verfeinerten Einträge im nächsten Sprint umzusetzen.
Zerlegung zu großer Einträge in kleinere, im Sprint umsetzbare Teile.
Refinement ist Vorbereitung, keine Vorab-Verpflichtung. Die Auswahl für den Sprint trifft das Team erst im Sprint Planning – und zwar anhand des dann gültigen Sprint-Ziels.
Backlog-Priorisierung [Praxis] 1 Unterseite →
☝️ Single Nach welchen Kriterien ordnet der Product Owner typischerweise das Product Backlog?
Nach dem Wunsch des lautesten Stakeholders
Streng alphabetisch
Nach Wert, Risiko, Abhängigkeiten und benötigtem Wissen
Nach der Reihenfolge des Eingangs
Der PO ordnet das Backlog so, dass der Wert maximiert wird – unter Berücksichtigung von Wert, Risiko, Abhängigkeiten und Lerneffekten. Nicht alphabetisch oder nach Eingangsreihenfolge.
PO-Abgrenzung [Praxis] 8 Unterseite →
☝️ Single Welche Aussage über den Product Owner ist FALSCH?
Ein Product-Owner-Komitee teilt sich die Verantwortung für ein Produkt
Der Product Owner maximiert den Produktwert
Der Product Owner verantwortet das Product Backlog
Der Product Owner ist eine einzelne Person
FALSCH ist das "Komitee": Der Product Owner ist EINE Person, keine geteilte Verantwortung. Er kann Aufgaben delegieren, bleibt aber allein verantwortlich.
☝️ Single Ein sogenannter Proxy Product Owner spricht mit dem Team, während die eigentlichen Entscheidungen anderswo fallen. Welches Problem entsteht?
Entscheidungen verzögern sich und die Verantwortung wird unklar, denn der Ansprechpartner des Teams kann nicht entscheiden
Das Team arbeitet langsamer, weil es mehr Ansprechpartner hat
Der Scrum Master verliert seine Aufgabe
Keines, das ist eine übliche Arbeitsteilung
Ein Product Owner ohne Entscheidungsbefugnis ist ein Bote. Genau das untergräbt die Verantwortlichkeit und verlangsamt den empirischen Kreislauf.
☝️ Single Der Product Owner ist für das Team fast nie erreichbar. Welche Folge ist am gravierendsten?
Die Sprint-Länge muss verkürzt werden
Die Developers treffen fachliche Annahmen selbst, wodurch am Bedarf vorbei gearbeitet wird und Nacharbeit entsteht
Der Scrum Master übernimmt die Product-Owner-Verantwortung
Das Team arbeitet ungestörter und damit schneller
Verfügbarkeit ist eine Kernanforderung an den Product Owner. Fehlt sie, entstehen stille Fehlentscheidungen, die erst spät auffallen.
☝️ Single Darf der Product Owner die Definition of Done ändern, um einen Termin zu halten?
Ja, wenn die Developers zustimmen
Ja, einmalig pro Release
Nein, die Definition of Done ist keine Verhandlungsmasse für Termine; verhandelbar ist der Umfang
Ja, er entscheidet über das Produkt
Eine abgesenkte Definition of Done erzeugt unfertige Arbeit, die als fertig gilt. Der Preis fällt später als Nacharbeit und Vertrauensverlust an.
☝️ Single Welche Aufgabe gehört NICHT zum Product Owner?
Die Reihenfolge des Product Backlogs festzulegen
Den Developers vorzugeben, wie sie die Arbeit technisch umsetzen
Das Product Goal zu entwickeln und zu kommunizieren
Sicherzustellen, dass das Product Backlog transparent und verständlich ist
Das Wie liegt bei den Developers. Der Product Owner verantwortet das Was und das Warum.
☝️ Single Darf ein Product Owner den Developers vorschreiben, mit welcher technischen Lösung sie einen Eintrag umsetzen?
Ja, sofern er über entsprechende Fachkenntnisse verfügt
Ja, wenn der Scrum Master zustimmt
Nein – das Wie liegt bei den Developers; der Product Owner verantwortet das Was und Warum
Ja, bei sicherheitskritischen Anforderungen immer
Sicherheitsanforderungen sind kein Gegenbeispiel: Sie gehören als Anforderung oder in die Definition of Done, nicht als vorgegebener Lösungsweg. Der Product Owner beschreibt das Ziel, nicht die Umsetzung.
☝️ Single Ein Product Owner ist zugleich Linienvorgesetzter der Developers. Welches Problem entsteht dadurch am ehesten?
Die Selbstverwaltung wird ausgehöhlt, weil Priorisierungswünsche faktisch zu Anweisungen werden und Widerspruch persönliche Folgen haben kann
Das Product Backlog verliert seine Gültigkeit
Das Team kann keine Retrospektiven mehr durchführen
Der Scrum Guide verbietet diese Kombination ausdrücklich
Der Scrum Guide verbietet die Kombination nicht ausdrücklich, aber sie steht im Widerspruch zur Selbstverwaltung. Ein Einwand gegen den Umfang wiegt anders, wenn derselbe Mensch die Beurteilung schreibt.
✍️ Offen Erklären Sie, warum die Verantwortlichkeit des Product Owners bei einer einzelnen Person liegt, auch wenn Aufgaben delegiert werden dürfen.
Musterantwort: Der Scrum Guide sieht den Product Owner als eine Person, nicht als Gremium, vor. Der Grund liegt in der Entscheidungsfähigkeit: Die Reihenfolge des Product Backlog ist eine fortlaufende Abwägung zwischen konkurrierenden, oft widersprüchlichen Interessen. Ein Gremium kann beraten, aber es entscheidet langsam, verhandelt Kompromisse statt Prioritäten und liefert dem Team keine eindeutige Antwort auf die Frage, was als Nächstes wichtig ist. Eine klar benannte Person ist ansprechbar, rechenschaftspflichtig und kann kurzfristig entscheiden, was in der empirischen Arbeitsweise unverzichtbar ist. Delegation ist dabei ausdrücklich erlaubt: Der Product Owner kann die Pflege von Einträgen, die Ausarbeitung von Akzeptanzkriterien oder die Marktbeobachtung an andere übergeben, etwa an Business Analysten oder Fachbereichsvertreter. Was nicht delegiert werden kann, ist die Rechenschaftspflicht. Er bleibt verantwortlich dafür, dass das Product Backlog transparent, verständlich und sinnvoll geordnet ist und dass das Product Goal klar formuliert ist. Damit dies funktioniert, muss die Organisation seine Entscheidungen respektieren: Wer ihn formal einsetzt, ihm aber die Entscheidungsbefugnis entzieht, erhält einen Anforderungsverwalter ohne Handlungsspielraum. Sichtbar wird eine solche Fehlkonstruktion typischerweise daran, dass Prioritäten in einem anderen Gremium festgelegt werden und der Product Owner sie lediglich weitergibt.
Wert messen [Praxis] 13 Unterseite →
☝️ Single Ein Produkt liefert regelmäßig Features aus, aber die Nutzungszahlen sinken. Wie sollte der Product Owner reagieren?
Die Nutzungszahlen ignorieren, Output zählt
Einfach mehr Features liefern lassen
Die Developers zu schnellerer Arbeit drängen
Den tatsächlichen Wert hinterfragen und das Backlog auf nutzenstiftende Items ausrichten
Sinkende Nutzung trotz Auslieferung signalisiert fehlenden Wert. Der PO richtet das Backlog empirisch auf echten Nutzen aus – Output (mehr Features) ist nicht gleich Outcome (Wert).
☝️ Single Welche vier Wertbereiche unterscheidet Evidence-Based Management (EBM)?
Vision, Strategie, Roadmap und Backlog
Umsatz, Kosten, Qualität und Termintreü
Aktüller Wert, unrealisierter Wert, Time-to-Market und Innovationsfähigkeit
Kundenzufriedenheit, Velocity, Fehlerrate und Auslastung
EBM betrachtet den heutigen Wert, das ungenutzte Potenzial, die Fähigkeit schnell zu liefern und die Fähigkeit zu innovieren.
☝️ Single Ein Produkt erzielt hohe Umsätze, aber neue Funktionen brauchen von der Idee bis zur Auslieferung im Schnitt neun Monate. Welcher EBM-Wertbereich ist am schwächsten?
Unrealisierter Wert
Innovationsfähigkeit
Time-to-Market
Aktüller Wert
Hohe Umsätze zeigen guten aktüllen Wert. Die lange Durchlaufzeit ist ein klares Time-to-Market-Problem und begrenzt die Lernfähigkeit.
☝️ Single Was beschreibt der EBM-Wertbereich unrealisierter Wert?
Die technische Schuld des Produkts
Den Umsatz des laufenden Geschäftsjahres
Die Summe aller nicht umgesetzten Backlog-Einträge
Den zusätzlichen Wert, der erschlossen werden könnte, wenn die Bedürfnisse aller potenziellen Nutzer erfüllt würden
Unrealisierter Wert ist die Lücke zwischen heutigem Zustand und dem, was möglich wäre. Er begründet, warum sich Weiterinvestition lohnt.
☝️ Single Warum ist die Zahl gelieferter Funktionen kein guter Wertmaßstab?
Weil Funktionen unterschiedlich groß sind
Weil Funktionen sich nicht zählen lassen
Weil der Scrum Guide das Zählen verbietet
Weil Wert erst durch die Nutzung entsteht und ein großer Teil ausgelieferter Funktionen kaum genutzt wird
Output ist nicht Outcome. Ein Product Owner steuert nach Wirkung beim Nutzer, nicht nach Liefermenge.
☝️ Single Wie sollte ein Product Owner den Erfolg einer neu ausgelieferten Funktion prüfen?
Anhand der Einhaltung des geplanten Liefertermins
Anhand vorab festgelegter Wirkungsannahmen, die nach der Auslieferung an echten Nutzungsdaten überprüft werden
Anhand der Zufriedenheit des Entwicklungsteams
Anhand der aufgewendeten Story Points
Ohne vorher formulierte Erwartung lässt sich hinterher jedes Ergebnis als Erfolg deuten. Nur so wird der empirische Regelkreis auf Produktebene geschlossen.
✍️ Offen Erklären Sie den Unterschied zwischen Output und Outcome und warum diese Unterscheidung für einen Product Owner zentral ist.
Musterantwort: Output ist das, was geliefert wurde, also Funktionen, Increments oder Releases. Outcome ist die Veränderung, die dadurch beim Nutzer oder im Geschäft eintritt, etwa dass eine Aufgabe schneller erledigt wird, weniger Supportanfragen entstehen oder mehr Nutzer einen Prozess abschließen. Die Unterscheidung ist zentral, weil Output leicht zu messen und leicht zu steigern ist, ohne dass Wert entsteht: Ein Team kann viele Funktionen liefern, die kaum genutzt werden. Ein Product Owner, der nach Output steuert, optimiert Beschäftigung; wer nach Outcome steuert, optimiert Wirkung und kann Dinge auch bewusst weglassen. Praktisch heißt das, vor der Umsetzung eine überprüfbare Wirkungsannahme zu formulieren, nach der Auslieferung an echten Nutzungsdaten zu prüfen und das Product Backlog daraufhin anzupassen. Damit schließt sich der empirische Regelkreis auf Produktebene, so wie Inspektion und Adaption ihn auf Sprintebene schließen.
Bewertet werden: klare Definition beider Begriffe + Beispiel + Begründung warum Output-Steuerung in die Irre führt + praktische Konsequenz (Wirkungsannahme vorab, Überprüfung an Daten, Backlog anpassen) + Bezug zur Empirie.
☝️ Single Was misst die Kennzahl "Time-to-Market" im Sinne von Evidence-Based Management?
Die Dauer eines einzelnen Sprints
Die Anzahl der Sprints bis zum Erreichen des Product Goal
Den Umsatz pro ausgelieferter Funktion
Die Fähigkeit der Organisation, neue Fähigkeiten schnell an Nutzer auszuliefern
Time-to-Market ist der Hebel für alle anderen Wertbereiche: Je schneller ausgeliefert wird, desto schneller kommt Feedback zurück und desto günstiger wird jeder Irrtum.
☝️ Single Was misst der Net Promoter Score (NPS)?
Die Bereitschaft von Kunden, das Produkt weiterzuempfehlen, ermittelt über eine Skalenfrage und die Differenz von Befürwortern und Kritikern
Die Anzahl aktiver Nutzer pro Monat
Den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer
Den Anteil fertiggestellter Backlog-Einträge
Der NPS ist eine Stimmungs-, keine Verhaltensmessung und als Einzelkennzahl mit Vorsicht zu genießen. In Kombination mit tatsächlichen Nutzungsdaten wird er aussagekräftiger.
✌️ Multi Welche Kennzahlen eignen sich, um den Erfolg einer neu ausgelieferten Funktion zu beurteilen? (Mehrere richtig)
Die Anzahl der Story Points, die für die Funktion aufgewendet wurden.
Die Entwicklung von Supportanfragen und Fehlermeldungen im betroffenen Bereich.
Der Anteil der Zielgruppe, der die Funktion tatsächlich nutzt.
Die Veränderung der Kennzahl, die die Funktion beeinflussen sollte.
Story Points messen Aufwand, nicht Wirkung. Der entscheidende Schritt ist, die erwartete Wirkung vor der Auslieferung zu benennen – sonst fehlt der Maßstab, an dem sich das Ergebnis messen ließe.
✍️ Offen Ein Produkt liefert seit einem Jahr regelmäßig neue Funktionen aus, die Nutzungszahlen stagnieren jedoch. Analysieren Sie mögliche Ursachen und beschreiben Sie Ihr Vorgehen als Product Owner.
Musterantwort: Die Konstellation deutet darauf hin, dass Output erzeugt, aber kein Outcome erreicht wird. Mögliche Ursachen liegen auf mehreren Ebenen. Erstens könnten die gelieferten Funktionen an den tatsächlichen Bedürfnissen vorbeigehen, weil die Priorisierung auf Stakeholder-Wünschen statt auf Nutzerbeobachtung beruht. Zweitens könnten die Funktionen zwar passen, aber unbekannt oder schwer auffindbar sein, was eher ein Einführungs- als ein Entwicklungsproblem wäre. Drittens könnten grundlegende Probleme mit Bedienbarkeit, Geschwindigkeit oder Verlässlichkeit den Nutzen jeder zusätzlichen Funktion überlagern. Viertens könnte der Markt oder die Zielgruppe falsch eingeschätzt sein. Mein Vorgehen würde damit beginnen, überhaupt eine belastbare Datengrundlage herzustellen: Nutzungsdaten je Funktion, Abbruchpunkte in den zentralen Abläufen, Supportanfragen und, ergänzend, direkte Gespräche mit Nutzern. Aus der Kombination von Zahlen und Gesprächen lässt sich meist eingrenzen, auf welcher der genannten Ebenen das Problem liegt. Anschließend würde ich die Arbeitsweise anpassen, indem für künftige Einträge vorab eine erwartete Wirkung mit Messgröße formuliert wird und nach der Auslieferung geprüft wird, ob sie eingetreten ist. Ebenso würde ich Kapazität dafür reservieren, wenig genutzte Funktionen zu verbessern oder zu entfernen, statt ausschließlich Neues zu bauen. Gegenüber den Stakeholdern würde ich die Diskussion bewusst von der Liefermenge auf die Wirkung verschieben und dafür das Sprint Review nutzen.
✍️ Offen Ein Produkt liefert seit einem Jahr regelmäßig neue Funktionen aus, die Nutzungszahlen stagnieren. Analysieren Sie mögliche Ursachen und beschreiben Sie Ihr Vorgehen.
Musterantwort: Die Konstellation deutet darauf hin, dass Output erzeugt, aber kein Outcome erreicht wird. Mögliche Ursachen liegen auf mehreren Ebenen. Erstens könnten die gelieferten Funktionen an den tatsächlichen Bedürfnissen vorbeigehen, weil die Priorisierung auf Stakeholder-Wünschen statt auf Nutzerbeobachtung beruht. Zweitens könnten die Funktionen passen, aber unbekannt oder schwer auffindbar sein, was ein Einführungs- und kein Entwicklungsproblem wäre. Drittens könnten grundlegende Probleme mit Bedienbarkeit, Geschwindigkeit oder Verlässlichkeit den Nutzen jeder zusätzlichen Funktion überlagern. Viertens könnte die Zielgruppe falsch eingeschätzt sein. Mein Vorgehen würde damit beginnen, eine belastbare Datengrundlage herzustellen: Nutzungsdaten je Funktion, Abbruchpunkte in den zentralen Abläufen, Supportanfragen und ergänzend direkte Gespräche mit Nutzern. Aus der Kombination von Zahlen und Gesprächen lässt sich meist eingrenzen, auf welcher Ebene das Problem liegt. Anschließend würde ich die Arbeitsweise ändern, indem für künftige Einträge vorab eine erwartete Wirkung mit Messgröße formuliert und nach der Auslieferung überprüft wird. Ebenso würde ich Kapazität dafür reservieren, wenig genutzte Funktionen zu verbessern oder zu entfernen, statt ausschließlich Neues zu bauen. Gegenüber den Stakeholdern würde ich die Diskussion bewusst von der Liefermenge auf die Wirkung verschieben und dafür das Sprint Review nutzen.
☝️ Single Ein Product Owner berichtet dem Vorstand, das Team habe im Quartal 47 Backlog-Einträge fertiggestellt. Welche Rückfrage sollte er sich selbst stellen?
Welche der 47 Einträge haben eine messbare Veränderung beim Nutzer oder im Geschäft bewirkt?
War die Schätzgenauigkeit über das Quartal hinweg stabil?
Wie viele Einträge blieben im Backlog offen?
Wie verhält sich die Zahl zum Vorquartal?
Die Zahl fertiggestellter Einträge ist eine Ausbringungsgröße. Ohne Wirkungsbezug legt sie nahe, dass Menge Wert bedeutet. Der Vergleich mit dem Vorquartal verschärft das Problem sogar, weil er zur Steigerung der Zahl einlädt.
Backlog-Transparenz [Praxis] 1 Unterseite →
☝️ Single Ein Stakeholder beschwert sich, dass er nicht weiß, woran das Team gerade arbeitet und was als Nächstes kommt. Was sollte der Product Owner tun?
Alle Wünsche des Stakeholders sofort oben einsortieren
Dem Stakeholder sagen, das gehe ihn nichts an
Die Entscheidung an den Scrum Master abgeben
Für Transparenz des Product Backlog sorgen und die Reihenfolge/Prioritäten nachvollziehbar kommunizieren
Transparenz des Backlog ist Kernaufgabe des PO. Er macht Inhalt und Reihenfolge nachvollziehbar – ohne die Priorisierungshoheit aufzugeben (also nicht einfach jeden Wunsch oben einsortieren).
Anti-Pattern [Praxis] 3 Unterseite →
☝️ Single Ein Team plant vor dem ersten Sprint einen "Sprint Zero" für Architektur und Setup. Wie ist das zu bewerten?
Sprint Zero ist erlaubt, wenn er kürzer als eine Woche ist
Sprint Zero ist im Scrum Guide als Vorbereitungssprint vorgesehen
Sprint Zero ist Pflicht bei neuen Produkten
"Sprint Zero" ist kein Scrum-Element – auch der erste Sprint muss ein nutzbares Increment liefern
Jeder Sprint – auch der erste – erzeugt ein nutzbares Increment. Setup-Arbeit wird als Teil regulärer Sprints erledigt.
Merksatz: Kein „Sprint Zero“ – der erste Sprint zählt wie jeder andere: Am Ende steht ein nutzbares Increment, nicht nur Setup.

Warum die anderen falsch sind:
  • Kürzer als eine Woche – Länge heilt kein Anti-Pattern.

  • Im Guide vorgesehen – Sprint Zero existiert dort nicht.

  • Pflicht bei neuen Produkten – Scrum kennt keine Pflicht-Vorbereitungssprints.
☝️ Single Wie ist ein separater "Hardening Sprint" zur Fehlerbehebung am Ende einer Release zu bewerten?
Als Symptom einer zu schwachen Definition of Done – jeder Sprint sollte bereits ein potenziell auslieferbares Increment liefern
Als bewährte Praxis vor jedem Release
Als Pflicht bei sicherheitskritischen Produkten
Als scrum-konform, solange er kürzer ist als ein regulärer Sprint
Ein Hardening Sprint zeigt an, dass die Arbeit in den vorherigen Sprints nicht wirklich fertig war. Die Lösung liegt in einer strengeren DoD, nicht in einem Zusatzsprint.
✌️ Multi Welche Muster deuten auf ein Scrum in Namen, aber nicht in der Sache hin? (Mehrere richtig)
Der Product Owner darf die Reihenfolge des Backlogs nicht selbst bestimmen.
Am Sprint-Ende liegt regelmäßig kein fertiges Increment vor.
Das Team passt seine Arbeitsweise in der Retrospektive an.
Das Daily Scrum wird als Statusbericht an eine Führungskraft geführt.
Alle drei Muster haben dieselbe Wurzel: Die Form wurde übernommen, die Entscheidungsbefugnis nicht verlagert.
Metriken [Praxis] 3 Unterseite →
☝️ Single Wie sollte mit der Velocity umgegangen werden?
Als verbindliche Zusage gegenüber dem Management
Als teaminterne Planungshilfe – nicht als Leistungsmaß und nicht zum Vergleich zwischen Teams
Als zentrale Kennzahl zur Bewertung der Teamleistung
Als vom Scrum Guide vorgeschriebene Pflichtmetrik
Velocity kommt im Scrum Guide gar nicht vor. Als Ziel eingesetzt führt sie zu Schätz-Inflation und Qualitätsverlust.
☝️ Single Welche Aussage zur Messung des Fortschritts trifft zu?
Scrum schreibt keine bestimmte Prognosetechnik vor; entscheidend bleibt die empirische Überprüfung an realer Arbeit
Fortschritt wird ausschließlich im Sprint Review gemessen
Der Fortschritt wird über die Zahl abgeschlossener Story Points gemessen
Burndown Charts sind in Scrum verpflichtend
Burndown, Burnup und Cumulative Flow sind hilfreiche Praktiken, ersetzen aber nicht die Inspektion des tatsächlichen Increments.
☝️ Single Ein Team hat über acht Sprints eine stark schwankende Velocity. Wie ist das zu deuten?
Als Zeichen für zu lange Sprints
Als Beleg mangelnder Disziplin im Team
Als Hinweis auf uneinheitliche Zuschnitte, wechselnde Verfügbarkeiten oder viele Störungen – nicht als Leistungsproblem
Als normales Verhalten ohne Aussagewert
Die Schwankung selbst ist die interessante Information: Sie macht Prognosen unmöglich, und ihre Ursache ist fast immer außerhalb der Arbeitsleistung zu finden.
Merksatz: Velocity ist ein Wetterbericht, kein Zeugnis – schwankt sie stark, ändern sich Rahmenbedingungen (Schnitt, Verfügbarkeit, Störungen), nicht der Mensch.

Warum die anderen falsch sind:
  • Zu lange Sprints: Sprintlänge erklärt keine Schwankung, nur das Zeitfenster.

  • Mangelnde Disziplin: Velocity misst Umfang, nicht Fleiß – typischer Kausalitätsfehler.

  • Ohne Aussagewert: Schwankung ist ein Signal, kein Rauschen – wegsehen ist der Fehler.
Praxis [Praxis] 7 Unterseite →
☝️ Single Was bedeutet "potenziell auslieferbar"?
Das Increment ist automatisch beim Kunden im Einsatz
Das Increment wartet noch auf die Freigabe durch die Qualitätssicherung
Das Increment ist ein Prototyp für die Demo
Das Increment ist so fertig, dass es ausgeliefert werden könnte – ob es ausgeliefert wird, entscheidet der Product Owner
Fertigstellung und Auslieferungsentscheidung sind zwei verschiedene Dinge: Die technische Auslieferbarkeit verantwortet das Team, den Auslieferungszeitpunkt der Product Owner.
☝️ Single Ein Team führt Scrum ein und möchte zunächst nur die Events übernehmen, ohne Product Owner. Was ist die Konsequenz?
Das Team entscheidet die Reihenfolge künftig per Abstimmung – das ersetzt den PO
Der Scrum Master übernimmt dauerhaft die PO-Verantwortung
Das ist ein sinnvoller erster Schritt und voll scrum-konform
Ohne Product Owner fehlt die klare Verantwortung für Wert und Backlog-Ordnung – das Ergebnis ist nicht Scrum
Die Events ohne die Verantwortlichkeiten zu übernehmen ("Mechanical Scrum") erzeugt Meetings ohne empirische Steuerung.
☝️ Single Wie geht Scrum mit Fehlern (Bugs) am bestehenden Produkt um?
Sie werden außerhalb des Backlogs in einem separaten Fehlerprozess bearbeitet
Sie werden als Product-Backlog-Einträge geführt und vom Product Owner eingeordnet
Sie werden gesammelt und im Hardening Sprint behoben
Sie werden immer sofort und unabhängig vom Sprint-Ziel behoben
Alles, was am Produkt zu tun ist, läuft über das Product Backlog – das ist die einzige Quelle der Arbeit. Dringlichkeit bildet der PO über die Reihenfolge ab.
✍️ Offen Ein Unternehmen hat Scrum eingeführt: Es gibt Sprints, Dailys und Reviews, aber Entscheidungen über Inhalte trifft weiterhin ein Lenkungsausschuss, und die Developers werden nach Auslastung gesteuert. Analysieren Sie, was hier fehlt.
Musterantwort: Übernommen wurden die sichtbaren Elemente, nicht die Grundlagen. Ein Lenkungsausschuss, der über Inhalte entscheidet, ersetzt faktisch den Product Owner: Der Scrum Guide sieht eine Person mit der Entscheidungsbefugnis über das Product Backlog vor, und diese Befugnis muss von der Organisation respektiert werden. Ein Gremium kann beraten, aber nicht anordnen, ohne die Rolle auszuhöhlen. Die Steuerung der Developers nach Auslastung widerspricht der Selbstverwaltung: In Scrum entscheidet das Team, wer woran arbeitet, und der Maßstab ist das Sprint-Ziel, nicht die Beschäftigung einzelner Personen. Auslastungssteuerung erzeugt zudem viel gleichzeitig begonnene Arbeit, verlängert Durchlaufzeiten und verhindert, dass das Team gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet. Es fehlen damit die beiden Dinge, die Scrum überhaupt wirksam machen: echte Entscheidungsbefugnis beim Product Owner und echte Selbstverwaltung bei den Developers. Ohne sie bleiben die Events Rituale – eine Form, die den alten Ablauf lediglich neu benennt. Ein wirksamer Ansatzpunkt ist, das Missverhältnis anhand konkreter Folgen sichtbar zu machen, etwa anhand von Durchlaufzeiten und nicht erreichten Sprint-Zielen, und die Diskussion mit dem Management auf Entscheidungsbefugnisse zu richten statt auf Meeting-Formate.
Merksatz: Events ohne Macht = Theater. Der Lenkungsausschuss klaut dem PO das Backlog, die Auslastungssteuerung klaut den Developers die Selbstverwaltung. Scrum lebt von zwei Säulen: eine Stimme entscheidet (PO), das Team organisiert sich selbst. Fehlen sie, bleiben Dailys und Reviews leere Rituale – Form ohne Fundament.

Kategorie: Praxis [Praxis]
☝️ Single Ein Team arbeitet mit einwöchigen Sprints. Wie lang darf das Sprint Planning maximal dauern?
Es gibt keine Timebox bei kurzen Sprints
Unverändert acht Stunden
Anteilig kürzer als die acht Stunden bei einem Monatssprint, typischerweise etwa zwei Stunden
Maximal 15 Minuten wie das Daily Scrum
Der Scrum Guide nennt Maximalwerte für den Monatssprint; bei kürzeren Sprints sind die Events üblicherweise kürzer. Es sind Obergrenzen, keine Sollzeiten.
☝️ Single Wie geht ein Scrum Team mit Arbeit um, die am Sprint-Ende nicht fertig geworden ist?
Sie kehrt ins Product Backlog zurück und wird vom Product Owner neu bewertet und eingeordnet
Sie wird gelöscht, da sie ihre Gelegenheit hatte
Sie wandert automatisch in den nächsten Sprint
Sie wird als teilweise fertig im Increment ausgewiesen
Der Automatismus ist der häufigste Fehler: Die Rückgabe ins Product Backlog stellt sicher, dass die Arbeit erneut gegen alles andere abgewogen wird – vielleicht ist sie inzwischen nicht mehr die wichtigste.
☝️ Single Was unterscheidet ein Impediment von einem normalen Problem im Sprint?
Ein Impediment behindert den Fortschritt des Teams und kann von ihm nicht ohne Weiteres selbst beseitigt werden
Ein Impediment ist immer technischer Natur
Ein Impediment betrifft ausschließlich externe Beteiligte
Ein Impediment dauert länger als einen Sprint
Die Grenze verläuft an der Selbstwirksamkeit. Ein Scrum Master, der jedes Problem übernimmt, erzeugt ein Team, das keines mehr selbst löst.
Skalierung [Praxis] 5 Unterseite →
☝️ Single Mehrere Scrum Teams arbeiten am selben Produkt. Was gilt für Product Backlog und Product Owner?
Ein Produkt hat ein Product Backlog, ein Product Goal und einen Product Owner
Jedes Team führt ein eigenes Product Backlog mit eigenem Product Owner
Jedes Team hat ein eigenes Product Goal
Das Backlog wird pro Team kopiert und synchronisiert
Auch bei mehreren Teams bleibt es bei einem Product Backlog, einem Product Goal und einem Product Owner. Jedes Team hat aber ein eigenes Sprint-Ziel und Sprint Backlog.
Merksatz: Ein Produkt = ein Backlog, ein Goal, ein Owner – wie ein Steuerrad für ein Schiff, egal wie viele Ruderer.

Warum die anderen falsch sind:
  • Eigenes Backlog pro Team: widerspricht „ein Produkt, eine Quelle“.

  • Eigenes Product Goal pro Team: zersplittert das eine Produktziel.

  • Backlog kopieren/synchronisieren: erzeugt Duplikate statt einer Wahrheit.
☝️ Single Fünf Teams arbeiten an einem Produkt. Wie viele Product Owner und Product Backlogs gibt es?
Ein Product Owner je Team, ein gemeinsames Backlog
Ein Product Owner und ein Product Backlog für das gesamte Produkt
Ein Product Owner, aber ein Backlog je Team
Ein Product Owner je Team mit jeweils eigenem Backlog
Ein Produkt bedeutet ein Product Backlog, ein Product Goal und einen Product Owner. Jedes Team hat aber ein eigenes Sprint-Ziel und Sprint Backlog.
☝️ Single Was bleibt bei mehreren Scrum Teams an einem Produkt gemeinsam?
Nichts – jedes Team arbeitet vollständig eigenständig
Nur die Definition of Done, alles Weitere wird je Team geführt
Nur das Product Goal, jedes Team hat ein eigenes Backlog
Ein Product Backlog, ein Product Owner, ein Product Goal und eine gemeinsame Definition of Done
Das ist der Kern jeder Skalierung mit Scrum. Sobald jedes Team ein eigenes Backlog und einen eigenen Product Owner bekommt, entstehen faktisch mehrere Produkte und die gemeinsame Priorisierung geht verloren.
☝️ Single Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen Nexus und LeSS?
Nexus ersetzt Scrum, LeSS ergänzt es
Nexus ist für Software, LeSS ausschließlich für Hardware
Beide sind Methoden des klassischen Projektmanagements
Beide sind Skalierungsrahmen auf Scrum-Basis: Nexus ergänzt Scrum um ein Integrationsteam und zusätzliche Events, LeSS setzt auf möglichst wenige Zusatzregeln und starke Vereinfachung der Organisation
Die Gemeinsamkeit ist wichtiger als der Unterschied: Beide halten am einen Product Backlog und am einen Product Owner fest und wachsen von Scrum aus nach oben, statt einen eigenen Prozess darüberzulegen.
☝️ Single Eine Organisation möchte Scrum auf zwölf Teams skalieren, obwohl ein einzelnes Team die Grundlagen noch nicht beherrscht. Was ist die naheliegende Empfehlung?
Ein Skalierungsrahmen ersetzt die fehlenden Grundlagen
Sofort skalieren, weil größere Strukturen die Probleme einzelner Teams ausgleichen
Zuerst Scrum auf Teamebene wirksam machen – Skalierung vervielfältigt bestehende Probleme, sie löst sie nicht
Zusätzliche Scrum Master einsetzen und ansonsten wie geplant vorgehen
Skalierung ist ein Verstärker. Fehlende Definition of Done, unklare Product Ownership und Restarbeit am Sprint-Ende werden bei zwölf Teams nicht kleiner, sondern zwölfmal so teuer.
Produktvision [Praxis] 1 Unterseite →
☝️ Single Wie unterscheidet sich eine Produktvision vom Product Goal?
Die Vision ist ein Scrum-Artefakt, das Product Goal nicht
Die Begriffe sind gleichbedeutend
Die Vision ist kurzfristiger als das Product Goal
Die Vision beschreibt eine langfristige Richtung ohne festen Endpunkt, das Product Goal einen konkreten, überprüfbaren Zwischenzustand
Nur das Product Goal ist ein Scrum-Element. Die Vision ist eine verbreitete, aber optionale Ergänzung und liegt zeitlich darüber.
Produkt [Praxis] 2 Unterseite →
☝️ Single Wie definiert der Scrum Guide ein Produkt?
Als Vehikel zur Wertlieferung mit einer klaren Grenze, bekannten Stakeholdern und definierten Nutzern oder Kunden
Als das Ergebnis eines Projekts
Als die Summe aller Product-Backlog-Einträge
Als alles, was in einem Release ausgeliefert wird
Entscheidend sind Grenze, Stakeholder und Nutzer. Unklare Produktgrenzen sind eine der häufigsten Ursachen für unklare Product-Owner-Verantwortung.
☝️ Single Warum ist ein zu eng geschnittenes Produkt, etwa eine einzelne technische Komponente, problematisch?
Kleine Produkte lassen sich nicht in Sprints entwickeln
Es entstehen zu wenige Product-Backlog-Einträge
Der Scrum Guide verbietet Komponentenprodukte
Der Product Owner kann dann kaum über tatsächlichen Endnutzerwert entscheiden, sondern nur über technische Zwischenergebnisse
Komponentenzuschnitte führen zu Komponententeams und Übergaben. Wert entsteht erst am Ende der Kette, weshalb Steuerung nach Wert kaum möglich ist.
Stakeholder [Praxis] 8 Unterseite →
☝️ Single Wie geht ein Product Owner mit widersprüchlichen Stakeholder-Wünschen um?
Er setzt alle Wünsche um, in der Reihenfolge des Eingangs
Er verschafft sich Klarheit über Nutzen und Risiko, entscheidet und macht die Entscheidung mit Begründung transparent
Er lässt die Stakeholder abstimmen
Er überlässt die Entscheidung dem Management
Der Product Owner entscheidet. Transparente Begründungen erhalten die Zusammenarbeit auch dann, wenn ein Wunsch nicht umgesetzt wird.
☝️ Single Welches Event ist die wichtigste regelmäßige Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit Stakeholdern?
Das Daily Scrum
Die Sprint Retrospective
Das Sprint Review
Das Sprint Planning
Im Sprint Review inspizieren Scrum Team und Stakeholder gemeinsam das Increment und passen das Product Backlog an.
☝️ Single Warum sollte der Product Owner den direkten Kontakt zwischen Developers und Nutzern zulassen und fördern?
Weil unmittelbares Verständnis der Nutzerbedürfnisse zu besseren Lösungen führt, als jede Weitergabe über Zwischenstufen es kann
Weil der Scrum Guide direkte Nutzergespräche vorschreibt
Weil er dadurch selbst weniger Verantwortung trägt
Weil sich dadurch die Schätzungen verbessern
Der Product Owner bleibt entscheidungsbefugt, muss aber nicht alleiniger Kanal sein. Er als Flaschenhals kostet Verständnis und Zeit.
☝️ Single Wie ordnet eine Stakeholder-Matrix nach Macht und Interesse die Beteiligten ein?
Nur zahlende Kunden werden berücksichtigt
Die Einordnung erfolgt nach der Reihenfolge der Kontaktaufnahme
Hohe Macht und hohes Interesse werden eng eingebunden, hohe Macht und geringes Interesse zufriedengestellt, geringe Macht und hohes Interesse informiert, der Rest beobachtet
Alle Stakeholder werden gleich behandelt, um Fairness zu wahren
Für den Product Owner ist die Matrix vor allem ein Zeitbudget-Werkzeug: Sie beantwortet, wo die begrenzte Zeit für Abstimmung den größten Unterschied macht.
☝️ Single Ein Stakeholder übergeht den Product Owner und beauftragt Developers direkt. Wie reagiert der Product Owner angemessen?
Er eskaliert sofort an die Geschäftsführung
Er sucht das Gespräch, klärt die Verantwortlichkeit für die Reihenfolge und sorgt dafür, dass der Bedarf über das Product Backlog läuft – ohne den Stakeholder abzuweisen
Er verbietet den Developers jeden Kontakt zu Stakeholdern
Er nimmt den Auftrag hin, um den Konflikt zu vermeiden
Der Bedarf ist meist berechtigt, nur der Weg ist falsch. Wichtig ist, den Weg zu korrigieren, ohne das Anliegen zu entwerten – sonst sucht der Stakeholder sich beim nächsten Mal einen noch verdeckteren Kanal.
☝️ Single Ein Stakeholder mit großem Einfluss zeigt bislang wenig Interesse am Produkt. Welche Strategie ist angemessen?
Ihn mit knapper, gezielter Information versorgen und bei relevanten Entscheidungen einbeziehen, damit kein spätes Erwachen entsteht
Ihn vorerst nicht informieren, solange kein Interesse besteht
Ihn ausschließlich über den allgemeinen Newsletter erreichen
Ihn in alle Detailabstimmungen einladen
Das Risiko dieser Gruppe ist der plötzliche Interessenzuwachs: Wird ein mächtiger Stakeholder spät aufmerksam und findet etwas vor, das ihm missfällt, wirkt sein Einfluss sofort in voller Höhe.
☝️ Single Ein Product Owner sagt einem Stakeholder einen Liefertermin zu, den das Team später nicht hält. Der Stakeholder ist verärgert. Was war der eigentliche Fehler?
Eine Prognose wurde als Zusage kommuniziert, ohne die zugrunde liegende Unsicherheit mitzuliefern
Der Product Owner hätte den Termin mit dem Scrum Master abstimmen müssen
Der Stakeholder hätte nicht nach einem Termin fragen dürfen
Das Team hat zu langsam gearbeitet
Bei komplexer Arbeit sind Termine Wahrscheinlichkeitsaussagen. Wer sie als Zusage weitergibt, verschiebt das Risiko unsichtbar auf den Empfänger. Belastbar ist die Kommunikation als Bandbreite mit Wahrscheinlichkeit, verbunden mit regelmäßiger Aktualisierung.
☝️ Single Zwei Stakeholder fordern widersprüchliche Funktionen, beide mit guter Begründung. Der Product Owner entscheidet sich für eine. Was sollte er zusätzlich tun?
Beide Funktionen in reduzierter Form umsetzen
Die Entscheidung zunächst nicht kommunizieren, um Konflikte zu vermeiden
Die Entscheidung im Sprint Review zur Abstimmung stellen
Die unterlegene Seite über die Entscheidung und ihre Begründung informieren, bevor sie es anderswo erfährt
Die Entscheidung selbst ist unvermeidlich; wie sie kommuniziert wird, entscheidet über die künftige Zusammenarbeit. Ein Kompromiss aus beiden Funktionen liefert oft zwei halbe Lösungen, die niemandem nützen.
Release [Praxis] 3 Unterseite →
☝️ Single Wer entscheidet, wann ein fertiges Increment ausgeliefert wird?
Die Developers
Der Scrum Master
Die Stakeholder gemeinsam
Der Product Owner
Das Increment muss am Sprintende auslieferbar sein. Ob und wann ausgeliefert wird, entscheidet der Product Owner.
☝️ Single Muss am Ende jedes Sprints an Nutzer ausgeliefert werden?
Nein, Auslieferung erfolgt nur zu geplanten Release-Terminen
Nein, das Increment muss auslieferbar sein, die Auslieferung selbst ist eine Geschäftsentscheidung
Ja, spätestens jeden zweiten Sprint
Ja, sonst ist es kein Scrum
Auslieferbarkeit und Auslieferung sind zu trennen. Häufigere Auslieferung verkürzt allerdings die Feedbackschleife und erhöht den Lerngewinn.
☝️ Single Was ist der Unterschied zwischen einer Release und einem Increment?
Ein Increment entsteht mit jeder fertiggestellten Arbeit im Sprint; eine Release ist die Entscheidung, ein Increment tatsächlich an Nutzer zu geben
Die Begriffe sind gleichbedeutend
Ein Increment entsteht nur am Sprint-Ende, eine Release jederzeit
Ein Increment ist technisch, eine Release fachlich definiert
Das Increment ist ein Zustand, die Release eine Entscheidung. Wer beides gleichsetzt, koppelt die Auslieferung unnötig an den Sprint-Rhythmus – Scrum verlangt das nicht.
MVP [Praxis] 1 Unterseite →
☝️ Single Was ist der Zweck eines Minimum Viable Product?
Mit möglichst geringem Aufwand belastbares Lernen über eine Annahme zu ermöglichen
Eine möglichst billige erste Produktversion auszuliefern
Einen Prototyp für die interne Abstimmung zu bauen
Den vereinbarten Funktionsumfang auf das Nötigste zu kürzen
Im Kern geht es um Lernen, nicht um Sparen. Ein MVP, aus dem nichts gelernt wird, hat seinen Zweck verfehlt.
Priorisierung [Praxis] 9 Unterseite →
☝️ Single Wofür wird die MoSCoW-Methode eingesetzt?
Zur Messung der Kundenzufriedenheit
Zur Einordnung von Anforderungen in Muss, Soll, Kann und Wird-nicht
Zur Berechnung des Return on Investment
Zur Schätzung von Aufwänden
MoSCoW ist eine verbreitete Priorisierungstechnik, aber kein Scrum-Element. Ihre Schwäche ist, dass fast alles zum Muss erklärt wird.
☝️ Single Was beschreibt das Kano-Modell?
Wie unterschiedliche Arten von Merkmalen auf die Kundenzufriedenheit wirken, etwa Basis-, Leistungs- und Begeisterungsmerkmale
Wie Teams ihre Velocity berechnen
Wie Aufwände relativ geschätzt werden
Wie Abhängigkeiten zwischen Teams aufgelöst werden
Basismerkmale werden vorausgesetzt und stiften bei Vorhandensein keine Zufriedenheit, Begeisterungsmerkmale wirken überproportional positiv.
☝️ Single Was besagt das Konzept Cost of Delay?
Es misst die Verzögerung durch Abhängigkeiten zwischen Teams
Es beziffert, welcher Wert pro Zeiteinheit verloren geht, solange etwas nicht geliefert ist
Es beziffert die Mehrkosten durch Überstunden
Es beschreibt die Kosten technischer Schulden
Cost of Delay macht Dringlichkeit ökonomisch vergleichbar und erklärt, warum kleine, dringende Dinge oft vor großen, wertvollen kommen.
✌️ Multi Welche Faktoren sollte ein Product Owner bei der Reihenfolge berücksichtigen? (Mehrere richtig)
Abhängigkeiten und der richtige Zeitpunkt
Erwarteter Nutzen für Nutzer und Geschäft
Risiko und Unsicherheit, die früh reduziert werden können
Die Hierarchieebene des anfordernden Stakeholders
Die gleichmäßige Auslastung aller Developers
Hierarchie und Auslastung sind keine Wertkriterien. Wer nach Auslastung priorisiert, optimiert Beschäftigung statt Ergebnis.
☝️ Single Was berechnet WSJF (Weighted Shortest Job First)?
Die durchschnittliche Dauer eines Backlog-Eintrags
Die gewichtete Velocity mehrerer Teams
Die Anzahl der Stakeholder, die einem Eintrag zugestimmt haben
Den Quotienten aus Verzögerungskosten und Aufwand, um die Reihenfolge mit dem größten wirtschaftlichen Nutzen je Zeiteinheit zu bestimmen
Der Grundgedanke: Bei begrenzter Kapazität ist nicht das Wertvollste zuerst dran, sondern das mit dem besten Verhältnis von Wert zu Aufwand. Kleine, wertvolle Einträge schlagen große, sehr wertvolle.
☝️ Single Welche Kategorien unterscheidet das Kano-Modell?
Hoch, mittel, niedrig
Aktueller Wert, unrealisierter Wert, Innovationsfähigkeit, Time-to-Market
Basismerkmale, Leistungsmerkmale und Begeisterungsmerkmale – ergänzt um unerhebliche und unerwünschte Merkmale
Must, Should, Could, Won't
Für die Priorisierung folgt daraus eine unbequeme Asymmetrie: Basismerkmale stiften bei Erfüllung keine Zufriedenheit, erzeugen bei Fehlen aber massive Unzufriedenheit. Sie sind Pflicht, nicht Profil.
☝️ Single Ein Merkmal wird vom Nutzer selbstverständlich erwartet und fällt nur auf, wenn es fehlt. Wie ordnet das Kano-Modell es ein?
Als unerhebliches Merkmal
Als Leistungsmerkmal
Als Basismerkmal
Als Begeisterungsmerkmal
Typische Beispiele sind Datensicherheit oder eine funktionierende Anmeldung. Wer hier investiert, gewinnt keine Zufriedenheit – aber wer es unterlässt, verliert Nutzer. Kano-Kategorien wandern zudem über die Zeit nach unten.
☝️ Single Warum ist eine Priorisierung allein nach Stakeholder-Lautstärke problematisch?
Weil Priorisierung ausschließlich technisch erfolgen darf
Weil Stakeholder keine fachliche Kompetenz besitzen
Weil der Scrum Guide Stakeholder-Beteiligung verbietet
Weil sie Einfluss statt Wert abbildet und die Interessen schweigsamer, aber wichtiger Nutzergruppen systematisch ausblendet
Der Product Owner braucht ein nachvollziehbares Kriterium, das er erklären kann. Sonst wird jede Reihenfolge verhandelbar, und die Verhandlung gewinnt regelmäßig die durchsetzungsstärkste Person.
✍️ Offen Beschreiben Sie, nach welchen Gesichtspunkten ein Product Owner das Product Backlog ordnet, und warum "Geschäftswert" allein nicht ausreicht.
Musterantwort: Die Reihenfolge des Product Backlog soll den Wert maximieren, den das Produkt über die Zeit erzeugt. Der erwartete Nutzen ist dabei nur einer von mehreren Gesichtspunkten. Hinzu kommt der Aufwand beziehungsweise die Größe eines Eintrags, denn bei begrenzter Kapazität zählt nicht der absolute Wert, sondern das Verhältnis von Wert zu Aufwand; genau das bildet etwa WSJF ab. Weiterhin spielt Risiko eine Rolle: Ein Eintrag, der eine große technische oder fachliche Unsicherheit auflöst, kann es rechtfertigen, früh bearbeitet zu werden, auch wenn sein unmittelbarer Nutzen gering ist, weil er alle nachfolgenden Schätzungen zuverlässiger macht. Ebenso sind Abhängigkeiten zu berücksichtigen, weil manche Einträge Voraussetzung für andere sind, sowie zeitliche Bindungen wie gesetzliche Fristen, Marktzeitpunkte oder Messetermine. Schließlich beeinflussen Lerneffekte die Reihenfolge: Ein Eintrag, der Erkenntnisse über Nutzerverhalten liefert, kann die Priorisierung aller folgenden Einträge verbessern. Geschäftswert allein reicht deshalb nicht aus, weil er weder die Kosten der Erstellung noch die Unsicherheit noch die zeitliche Dringlichkeit abbildet. Eine Liste, die streng nach geschätztem Nutzen sortiert ist, führt typischerweise dazu, dass große und riskante Vorhaben vorne stehen, während kleine Einträge mit hervorragendem Kosten-Nutzen-Verhältnis liegenbleiben.
Nutzer & Kunde [Praxis] 1 Unterseite →
☝️ Single Wie unterscheiden sich Kunde und Nutzer?
Nur der Kunde ist Stakeholder
Der Kunde entscheidet über Beschaffung und zahlt, der Nutzer arbeitet mit dem Produkt; beide Sichten können auseinandergehen
Der Nutzer zahlt, der Kunde nutzt
Die Begriffe sind gleichbedeutend
Wer kauft und wer nutzt, ist oft nicht dieselbe Person. Ein Product Owner, der nur die Kaufsicht bedient, baut häufig an den Nutzern vorbei.
Prognose [Praxis] 4 Unterseite →
☝️ Single Ein Stakeholder verlangt eine verbindliche Zusage, welche Funktionen in sechs Monaten fertig sind. Wie antwortet ein Product Owner angemessen?
Er sagt den vollständigen Umfang verbindlich zu
Er lehnt jede Aussage zur Zukunft ab
Er verweist den Stakeholder an die Developers
Er gibt eine Prognose mit erkennbarer Unsicherheit auf Basis bisheriger Lieferdaten und erklärt, dass sie mit jedem Sprint aktualisiert wird
Prognosen sind möglich und nötig, aber sie sind Wahrscheinlichkeitsaussagen. Als Zusage verkauft, werden sie später zwangsläufig gebrochen.
☝️ Single Wie kann ein Product Owner eine Release-Prognose empirisch untermauern?
Indem er einen Puffer von 20 Prozent auf den geplanten Termin aufschlägt
Indem er die Summe aller Schätzungen durch die Teamgröße teilt
Indem er die Developers zu einer verbindlichen Zusage verpflichtet
Über die bisherige Lieferrate des Teams und den verbleibenden Umfang, dargestellt als Bandbreite statt als einzelnes Datum
Eine Bandbreite ist ehrlicher und zugleich nützlicher als ein Einzeldatum: Sie erlaubt es dem Empfänger, seine eigenen Entscheidungen am Risiko auszurichten, statt Scheinsicherheit einzuplanen.
☝️ Single Wie untermauert ein Product Owner eine Release-Prognose empirisch?
Über die Summe aller Schätzungen geteilt durch die Teamgröße
Über die bisherige Lieferrate und den verbleibenden Umfang, dargestellt als Bandbreite mit Wahrscheinlichkeit statt als einzelnes Datum
Über eine verbindliche Zusage der Developers
Über einen pauschalen Zuschlag von 20 Prozent auf den Wunschtermin
Eine Bandbreite ist ehrlicher und zugleich nützlicher: Sie erlaubt dem Empfänger, seine eigenen Entscheidungen am Risiko auszurichten, statt Scheinsicherheit einzuplanen.
☝️ Single Das Team hat in den letzten zehn Sprints zwischen 6 und 14 Einträge fertiggestellt, im Mittel 10. Ein Stakeholder fragt, wann 50 Einträge fertig sind. Welche Antwort ist fachlich am saubersten?
Das lässt sich nicht vorhersagen, da Scrum keine Prognosen erlaubt
Genau fünf Sprints, da der Mittelwert bei zehn liegt
Etwa fünf Sprints im Mittel, realistisch aber vier bis acht; die Bandbreite ergibt sich aus der beobachteten Schwankung und wird mit jedem Sprint genauer
Neun Sprints, um auf der sicheren Seite zu sein
Mit dem Mittelwert allein zu rechnen unterschlägt die Schwankung und führt systematisch zu optimistischen Aussagen. Eine reine Verweigerung ist ebenfalls unbrauchbar. Belastbar ist eine Bandbreite, die aus den tatsächlichen Daten stammt.
Schätzung & Prognose [Praxis] 8 Unterseite →
☝️ Single Wer schätzt in Scrum den Aufwand bzw. die Größe von Product-Backlog-Einträgen?
Die Developers – sie führen die Arbeit aus und verantworten daher die Schätzung
Der Product Owner, da er die Reihenfolge festlegt
Die Stakeholder gemeinsam im Sprint Review
Der Scrum Master als neutraler Moderator
Der Scrum Guide ist hier eindeutig: Die Developers schätzen. Der Product Owner kann die Developers beeinflussen, indem er hilft, Kompromisse zu verstehen und Alternativen zu wählen – aber die Schätzung selbst bleibt bei den Developers.
☝️ Single Was sind Story Points?
Ein vom Scrum Guide vorgeschriebenes Schätzverfahren
Die Anzahl der Akzeptanzkriterien eines Eintrags
Eine feste Umrechnung: ein Story Point entspricht einem Personentag
Ein relatives Maß für Größe und Komplexität eines Eintrags im Vergleich zu anderen Einträgen – keine Zeiteinheit
Story Points sind eine verbreitete Praktik, aber kein Scrum-Bestandteil – der Scrum Guide schreibt kein Schätzverfahren vor. Ihr Vorteil liegt im Vergleich: Menschen schätzen relative Größen zuverlässiger als absolute Dauern.
Merksatz: Story Points sind wie Kleidergrößen: relativ, vergleichend, ohne Zentimeter – S, M, L statt Stunden.

Warum die anderen falsch sind:
  • Nicht vorgeschrieben – Scrum lässt die Methode offen.

  • Akzeptanzkriterien messen Fertigstellung, nicht Größe.

  • Keine Zeitumrechnung – Punkte ≠ Personentage.
☝️ Single Was ist der Kerngedanke von Planning Poker?
Der Mittelwert aller genannten Zahlen ist automatisch das Ergebnis
Alle Schätzenden legen ihre Einschätzung gleichzeitig offen, und Abweichungen werden als Anlass für ein klärendes Gespräch genutzt
Der Product Owner nennt die Zahl, das Team prüft sie
Die erfahrenste Person schätzt, die anderen bestätigen
Der Wert liegt nicht in der Zahl, sondern im Gespräch. Weit auseinanderliegende Schätzungen sind der eigentliche Gewinn: Sie decken auf, dass die Beteiligten den Eintrag unterschiedlich verstehen.
☝️ Single Warum wird bei Story Points häufig eine Fibonacci-ähnliche Reihe verwendet?
Weil die Fibonacci-Reihe eine mathematisch exakte Aufwandsberechnung erlaubt
Weil der Scrum Guide sie vorschreibt
Weil die Unsicherheit mit der Größe wächst und größere Einträge deshalb nicht mehr fein unterschieden werden sollten
Weil die Zahlen sich leichter addieren lassen
Die wachsenden Abstände bilden die reale Schätzunsicherheit ab. Ob ein großer Eintrag 19 oder 21 Punkte hat, ist eine Scheingenauigkeit; die eigentliche Konsequenz lautet: zu groß, muss zerlegt werden.
Merksatz: Je größer der Berg, desto nebliger der Gipfel – bei großen Storys verschwimmt der Unterschied zwischen 21 und 34, also grob bleiben.

Warum die anderen falsch sind:
  • Exakte Berechnung: Story Points sind relativ, nicht mathematisch exakt.

  • Scrum Guide: schreibt keine Schätzskala vor.

  • Leichter addieren: Addition ist kein Zweck von Story Points.
☝️ Single Was ist Velocity und wofür darf sie verwendet werden?
Ein im Scrum Guide vorgeschriebenes Artefakt
Eine Leistungskennzahl, mit der Teams miteinander verglichen werden
Eine Zielvorgabe, die von Sprint zu Sprint gesteigert werden muss
Die durchschnittlich pro Sprint fertiggestellte Menge eines Teams – nutzbar als grobe Prognosehilfe für genau dieses Team
Velocity kommt im Scrum Guide nicht vor. Als teaminterne Prognosehilfe ist sie brauchbar; als Zielvorgabe zerstört sie sich selbst, weil Teams dann einfach großzügiger schätzen.
☝️ Single Was zeigt ein Burn-up-Chart im Unterschied zu einem Burn-down-Chart?
Es zeigt die fertiggestellte Arbeit UND den Gesamtumfang als eigene Linie, wodurch Umfangsänderungen sichtbar werden
Es zeigt die Auslastung der einzelnen Teammitglieder
Es zeigt ausschließlich die verbleibende Restarbeit
Es zeigt die Anzahl der offenen Fehler im Produkt
Genau das ist der praktische Vorteil: Im Burn-down sieht eine Umfangserweiterung wie ein stehengebliebener Fortschritt aus. Im Burn-up hebt sich stattdessen sichtbar die obere Linie.
✌️ Multi Welche Aussagen zum Umgang mit Prognosen in Scrum treffen zu? (Mehrere richtig)
Die Developers verpflichten sich verbindlich, alle ausgewählten Einträge fertigzustellen.
Eine Prognose ist eine Aussage unter Unsicherheit und wird mit jedem Sprint genauer.
Die Auswahl der Einträge für den Sprint ist eine Prognose der Developers, keine Garantie.
Das einzige verbindliche Commitment im Sprint ist das Sprint-Ziel.
Der Scrum Guide 2011 ersetzte das Wort "Commitment" für den Sprint-Umfang bewusst durch "Forecast". Verbindlich ist das Sprint-Ziel; welche Einträge dafür nötig sind, kann sich im Sprint ändern.
Merksatz: Prognose = Wetterbericht, nicht Garantieschein. Nur das Sprint-Ziel ist verbindlich – wie ein Kompass, der die Richtung hält, während der Weg sich zeigt.

Warum die anderen falsch sind:
  • „Verpflichtung, alles fertigzustellen" – verwechselt Prognose mit Vertrag; Scrum kennt kein Fertigstellungs-Commitment.
☝️ Single Ein Team soll für sechs Monate im Voraus verbindlich zusagen, welche Funktionen fertig sein werden. Was ist die fachlich korrekte Antwort?
Eine feste Zusage geben und den Umfang notfalls durch Überstunden halten
Die Schätzungen pauschal verdoppeln und das Ergebnis als Zusage abgeben
Die Frage ablehnen, weil Prognosen in Scrum nicht vorgesehen sind
Eine Prognose mit Bandbreite anbieten, die auf empirischen Daten beruht, und sie nach jedem Sprint aktualisieren
Agilität heißt nicht, keine Aussagen zu treffen. Sie heißt, Aussagen als das zu kennzeichnen, was sie sind: Prognosen mit Unsicherheit, die regelmäßig neu berechnet werden.
Merksatz: Scrum liefert Prognosen mit Bandbreite statt fester Zusagen – wie ein Wetterbericht: „70 % Regen“ ist ehrlich, „es regnet garantiert“ wäre gelogen. Empirie schlägt Hellseherei, jeder Sprint justiert neu.

Warum die anderen falsch sind:
  • Überstunden als Puffer: missbraucht Team, ignoriert Unsicherheit.

  • Schätzung verdoppeln: willkürlich, keine empirische Basis.

  • Prognose ablehnen: Scrum kennt sehr wohl Prognosen – nur keine Garantien.
Backlog-Einträge [Praxis] 6 Unterseite →
☝️ Single Wofür steht das Akronym INVEST bei der Bewertung von Backlog-Einträgen?
Initiate, Norm, Verify, Execute, Ship, Test
Inspect, Validate, Notify, Evaluate, Sort, Track
Independent, Negotiable, Valuable, Estimable, Small, Testable
Integrate, Navigate, Visualize, Estimate, Simplify, Transform
INVEST ist eine Prüfliste, keine Scrum-Vorgabe. Besonders wertvoll sind "Valuable" (jeder Eintrag muss für sich Nutzen stiften) und "Testable" (ohne überprüfbares Kriterium ist ein Eintrag nicht abnehmbar).
Merksatz: „INVEST = Ein guter Backlog-Eintrag ist wie ein guter Kunde: unabhängig, verhandelbar, wertvoll, schätzbar, klein, testbar."

Warum die anderen falsch sind:
  • Initiate/Norm/Verify/Execute/Ship/Test – klingt nach Prozessphasen, nicht nach Qualitätskriterien.

  • Inspect/Validate/Notify/Evaluate/Sort/Track – mischt Scrum-Zeremonien mit Backlog-Pflege.

  • Integrate/Navigate/Visualize/Estimate/Simplify/Transform – typische Verwechslung mit agilen Prinzipien.
☝️ Single Wie ist eine klassische User Story aufgebaut?
Gegeben Zustand A, wenn Ereignis B, dann Ergebnis C
Als Rolle möchte ich ein Ziel erreichen, damit ein bestimmter Nutzen entsteht
Das System muss die Funktion X gemäß Spezifikation Y bereitstellen
Aufgabe, Verantwortlicher, Aufwand, Termin
Der dritte Teil ("damit...") ist der wichtigste und wird am häufigsten weggelassen. Ohne ihn fehlt der Nutzen, und der Eintrag lässt sich weder priorisieren noch sinnvoll diskutieren. Die dritte Option beschreibt das Gherkin-Format für Akzeptanzkriterien.
☝️ Single Was sind Akzeptanzkriterien eines Backlog-Eintrags?
Eintragsspezifische, überprüfbare Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit genau dieser Eintrag als fachlich erfüllt gilt
Die Schätzung des Eintrags in Story Points
Die Liste der Stakeholder, die dem Eintrag zugestimmt haben
Die für alle Einträge gleichermaßen geltenden Qualitätsstandards des Teams
Die zweite Option beschreibt die Definition of Done. Beide werden gebraucht: Die Akzeptanzkriterien klären das WAS für einen einzelnen Eintrag, die Definition of Done das WIE GUT für alle.
☝️ Single Ein Backlog-Eintrag ist zu groß für einen Sprint. Welche Zerlegung ist im Sinne von Scrum am sinnvollsten?
Nach Kalenderwochen, damit jede Woche ein Eintrag fertig wird
Vertikal entlang des fachlichen Nutzens, sodass jedes Teilstück für sich ein nutzbares Ergebnis liefert
Horizontal nach technischen Schichten: ein Eintrag für die Datenbank, einer für die Oberfläche
Nach Teammitgliedern, damit jeder seinen eigenen Eintrag hat
Die Zerlegung nach technischen Schichten ist der häufigste Fehler: Erst wenn alle Schichten fertig sind, entsteht Nutzen – und damit wieder kein Increment. Vertikale Schnitte liefern in jedem Sprint etwas Überprüfbares.
Merksatz: Zerlege wie eine Pizza, nicht wie eine Zwiebel: Jedes Stück ist für sich genießbar – vertikal am Nutzen entlang, nicht in Schichten.

Warum die anderen falsch sind:
  • Kalenderwochen: Zeit ist kein Wertmaßstab, Scrum liefert Inkremente, keine Wochenhäppchen.

  • Horizontale Schichten: Datenbank allein nutzt niemandem – kein fertiges Inkrement.

  • Nach Teammitgliedern: Scrum-Teams liefern gemeinsam, keine Einzel-Silos.
✌️ Multi Welche Aussagen zu Product-Backlog-Einträgen treffen zu? (Mehrere richtig)
Der Scrum Guide schreibt kein bestimmtes Format wie User Stories vor.
Ein Eintrag sollte Beschreibung, Reihenfolge, Größe und Wert erkennen lassen.
Jeder Eintrag muss zwingend im Format "Als … möchte ich … damit …" formuliert sein.
Einträge weiter oben im Backlog sind in der Regel kleiner und genauer beschrieben.
User Stories stammen aus Extreme Programming, nicht aus Scrum. Sie sind eine hilfreiche, aber austauschbare Praktik – auch Job Stories, Use Cases oder schlichte Beschreibungen sind zulässig.
Merksatz: Der Backlog ist ein lebendes Werkzeug, kein Formular: Format frei, aber Inhalt klar – oben klein und fein, unten grob und vage.

Warum die anderen falsch sind:
  • „As a…, I want…" ist nur EIN mögliches Format, kein Muss.

  • Kein Formatzwang: Der Scrum Guide schreibt User Stories nicht vor.
☝️ Single Was beschreibt eine "Definition of Ready"?
Ein verbindliches Scrum-Artefakt mit eigenem Commitment
Die Bedingung, unter der ein Increment ausgeliefert werden darf
Eine vom Team vereinbarte, nicht im Scrum Guide vorgeschriebene Prüfliste, wann ein Eintrag als ausreichend geklärt für die Sprint-Auswahl gilt
Die Zusage des Product Owners, dass ein Eintrag bezahlt wird
Nützlich als Orientierung, gefährlich als Tor: Wird die Definition of Ready zur harten Übergabehürde, entsteht wieder ein Phasenmodell mit Wartezeiten zwischen Anforderung und Umsetzung.
Merksatz: „Ready" ist kein Scrum-Werkzeug, sondern ein team-eigenes Ticket-Gate: erst wenn die Checkliste abgehakt ist, darf der Backlog-Eintrag in den Sprint.

Warum die anderen falsch sind:
  • Kein Artefakt, kein Commitment – DoR steht nirgends im Scrum Guide.

  • Verwechslung mit DoD/Increment-Lieferbedingung.

  • „Bezahlt" ist kein Scrum-Konzept, PO committet Ziele, nicht Rechnungen.
Flow & Lean [Praxis] 4 Unterseite →
☝️ Single Was bedeutet ein WIP-Limit (Work in Progress)?
Die maximale Anzahl an Einträgen im Product Backlog
Eine Obergrenze für die Anzahl gleichzeitig begonnener, aber noch nicht fertiger Arbeit
Die maximale Anzahl an Stunden pro Sprint
Die maximale Anzahl an Teammitgliedern
Der Effekt ist kontraintuitiv: Weniger gleichzeitig begonnene Arbeit führt zu schnellerer Fertigstellung, weil Wartezeiten und Umschaltverluste sinken. "Stop starting, start finishing."
Merksatz: WIP-Limit = „Stoppschild für Baustellen“: Nur X Aufgaben dürfen gleichzeitig angefangen und noch nicht fertig sein – erst fertigstellen, dann Neues ziehen.

Warum die anderen falsch sind:
  • Product Backlog: Backlog ist die Ideensammlung, kein Arbeitsfluss-Limit.

  • Stunden pro Sprint: Das ist Zeitbudget, nicht Anzahl paralleler Aufgaben.

  • Teamgröße: Das regelt Teamzusammensetzung, nicht den Arbeitsfluss.
☝️ Single Was besagt Little's Law im Kontext der Produktentwicklung?
Kleine Einträge haben immer den höchsten Geschäftswert
Jedes Team benötigt mindestens drei Developers
Die durchschnittliche Durchlaufzeit ergibt sich aus der Menge gleichzeitig laufender Arbeit geteilt durch den Durchsatz
Die Velocity eines Teams steigt proportional zur Teamgröße
Praktische Folge: Um schneller zu liefern, kann man entweder den Durchsatz erhöhen (schwer) oder die parallel laufende Arbeit reduzieren (sofort möglich). Deshalb wirken WIP-Limits so schnell.
☝️ Single Was ist der Unterschied zwischen Durchlaufzeit (Cycle Time) und Vorlaufzeit (Lead Time)?
Die Vorlaufzeit betrifft nur Hardwareprojekte
Die Durchlaufzeit misst in Story Points, die Vorlaufzeit in Tagen
Die Durchlaufzeit misst ab Arbeitsbeginn, die Vorlaufzeit ab dem Zeitpunkt, an dem der Wunsch geäußert wurde
Die Begriffe sind gleichbedeutend
Für Stakeholder ist die Vorlaufzeit die gefühlte Wartezeit, für das Team die Durchlaufzeit die steuerbare Größe. Eine große Differenz zwischen beiden weist auf ein überfülltes Backlog hin.
✌️ Multi Welche Aussagen zum Verhältnis von Scrum und Kanban treffen zu? (Mehrere richtig)
Kanban-Praktiken wie Visualisierung, WIP-Limits und Flow-Metriken lassen sich innerhalb von Scrum einsetzen.
Beide Ansätze beruhen auf Transparenz und regelmäßiger Inspektion.
Wer Kanban-Praktiken nutzt, verletzt damit automatisch den Scrum Guide.
Scrum ist iterationsbasiert mit festen Sprints, Kanban ist flussbasiert ohne vorgeschriebene Iteration.
Scrum ist bewusst unvollständig und lässt ergänzende Praktiken ausdrücklich zu. Solange Events, Artefakte, Commitments und Verantwortlichkeiten unangetastet bleiben, ist die Kombination unproblematisch.
Merksatz: Scrum und Kanban sind Geschwister, keine Rivalen: Scrum gibt den Takt (Sprint), Kanban schmiert die Maschine (WIP-Limits, Flow). Beide lieben Transparenz und Inspektion – kombinierbar!

Warum die anderen falsch sind:
  • „Verletzt automatisch den Scrum Guide" – falsch: Der Guide erlaubt ergänzende Praktiken, solange Scrum-Werte und -Regeln gewahrt bleiben.
Technische Exzellenz [Praxis] 3 Unterseite →
☝️ Single Was sind technische Schulden?
Nicht fertiggestellte Backlog-Einträge am Sprint-Ende
Die Differenz zwischen geschätzter und tatsächlicher Velocity
Zusätzlicher künftiger Aufwand, der dadurch entsteht, dass heute eine schnellere statt einer sauberen Lösung gewählt wurde
Offene Rechnungen gegenüber externen Dienstleistern
Wie bei echten Schulden fallen Zinsen an: Jede weitere Änderung am belasteten Bereich wird teurer. Deshalb ist die Definition of Done das wirksamste Instrument gegen unbemerktes Anwachsen.
Merksatz: Technische Schulden sind wie ein Kredit: Schnell gebaut, später teuer zurückgezahlt – der Zins ist der Zusatzaufwand.

Warum die anderen falsch sind:
  • Unfertige Backlog-Einträge: Das ist Scope, kein Schuldenberg.

  • Velocity-Differenz: Schätzabweichung, nichts mit Code-Qualität.

  • Offene Rechnungen: Buchhaltung, nicht Software-Handwerk.
☝️ Single Welches agile Prinzip begründet die Bedeutung technischer Praktiken wie Refactoring und Testautomatisierung?
Geschäftsleute und Entwickler müssen täglich zusammenarbeiten
Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität
Die besten Anforderungen entstehen durch selbstorganisierte Teams
Einfachheit ist essenziell
Der Zusammenhang ist direkt: Nur eine wartbare Codebasis erlaubt es, Anforderungsänderungen auch spät noch günstig aufzunehmen. Ohne technische Exzellenz wird Agilität mit der Zeit unbezahlbar.
Merksatz: „Sauberer Code bleibt flink" – wie ein gepflegtes Fahrrad schnell bleibt, hält technische Exzellenz (Refactoring, Tests) das Team agil.

Warum die anderen falsch sind:
  • Tägliche Zusammenarbeit: betrifft Kommunikation, nicht Codequalität.

  • Selbstorganisation: betrifft Teamstruktur, nicht Technik.

  • Einfachheit: meint Weglassen von Unnötigem, nicht Exzellenz.
☝️ Single Ein Team liefert am Sprint-Ende Code, der erst in einer separaten Testphase nach dem Sprint geprüft wird. Wie ist das zu bewerten?
Es entsteht kein Increment im Sinne von Scrum, weil die Definition of Done im Sprint nicht erfüllt wird
Korrekt, weil Testen laut Scrum Guide nach dem Sprint stattfindet
Unproblematisch, wenn der Product Owner zustimmt
Unproblematisch, solange die Tests vor der nächsten Release laufen
Genau hier entstehen Hardening-Sprints und unsichtbare Restarbeit. Was am Sprint-Ende nicht der Definition of Done entspricht, ist nicht fertig – unabhängig davon, wie weit es gediehen ist.
Produktstrategie [Praxis] 4 Unterseite →
☝️ Single Wie verhalten sich Produktvision, Product Goal und Sprint-Ziel zueinander?
Das Sprint-Ziel ist übergeordnet, das Product Goal leitet sich daraus ab
Die Vision ist der langfristige Zielzustand, das Product Goal ein konkreter Zwischenschritt dorthin, das Sprint-Ziel der Beitrag eines einzelnen Sprints zum Product Goal
Die Vision wird pro Sprint neu formuliert, das Product Goal bleibt konstant
Alle drei bezeichnen dasselbe auf unterschiedlichen Detailebenen
Die Kette läuft von langfristig nach kurzfristig. Nur das Product Goal und das Sprint-Ziel sind Scrum-Elemente mit Commitment-Charakter; die Produktvision ist eine verbreitete, aber nicht im Scrum Guide verankerte Praktik.
☝️ Single Was ist eine Produkt-Roadmap im agilen Kontext?
Die Auflistung aller Sprints eines Geschäftsjahres
Ein verbindlicher Terminplan mit festen Lieferdaten je Funktion
Eine andere Bezeichnung für das Product Backlog
Eine grobe, an Zielen und Ergebnissen orientierte Darstellung der beabsichtigten Produktentwicklung, die regelmäßig überarbeitet wird
Eine gute agile Roadmap nennt Ziele und Ergebnisse, keine festen Featuretermine. Sobald sie zu einem Terminplan mit Zusagen wird, ist sie wieder ein Vorabplan – und verliert genau die Anpassungsfähigkeit, die sie nützlich macht.
☝️ Single Wofür wird ein Business Model Canvas eingesetzt?
Um den Fortschritt eines Sprints zu visualisieren
Um das Geschäftsmodell rund um ein Produkt auf einer Seite darzustellen – etwa Kundensegmente, Wertversprechen, Kanäle, Einnahmen und Kosten
Um Backlog-Einträge nach Aufwand und Nutzen zu sortieren
Um die Definition of Done zu dokumentieren
Für den Product Owner ist es weniger ein Dokument als ein Denkraster: Es zwingt dazu, das Wertversprechen und die Zahlungsbereitschaft explizit zu machen – beides sind Voraussetzungen für eine belastbare Priorisierung.
✍️ Offen Erklären Sie, warum ein Product Owner regelmäßig Funktionen ablehnen muss, und wie er diese Ablehnung gegenüber Stakeholdern vertreten kann.
Musterantwort: Wertmaximierung entsteht nicht dadurch, möglichst viel zu liefern, sondern dadurch, das Richtige zu liefern. Da die Kapazität eines Teams begrenzt ist, bedeutet jede Zusage zugleich eine Absage an etwas anderes; wer nichts ablehnt, entscheidet lediglich implizit und meist zugunsten des durchsetzungsstärksten Stakeholders. Hinzu kommt, dass jede ausgelieferte Funktion dauerhaft Kosten verursacht: Sie muss gepflegt, getestet, dokumentiert und bei jeder Änderung mitgedacht werden. Ein Produkt mit vielen wenig genutzten Funktionen wird dadurch langsamer weiterzuentwickeln, nicht wertvoller. Gegenüber Stakeholdern trägt die Ablehnung am ehesten, wenn sie nicht als persönliche Entscheidung, sondern als nachvollziehbare Konsequenz dargestellt wird. Hilfreich ist, das Product Goal und die verwendeten Priorisierungskriterien offenzulegen, sodass erkennbar wird, woran gemessen wird. Ebenso wirksam ist es, die Ablehnung als Reihenfolgeentscheidung zu formulieren statt als endgültiges Nein, und den Preis der Alternative zu benennen: Welcher andere Eintrag müsste zurückstehen. Ein transparentes Backlog, ein regelmäßiges Sprint Review als Ort der gemeinsamen Abstimmung und das Aufzeigen von Daten zur tatsächlichen Nutzung stützen diese Gespräche zusätzlich. Wichtig ist schließlich Verlässlichkeit: Ein Nein, das begründet ist und Bestand hat, wird auf Dauer besser akzeptiert als ein Ja, das nicht eingehalten wird.
Produkt-Discovery [Praxis] 7 Unterseite →
☝️ Single Was ist der Zweck von User Story Mapping?
Backlog-Einträge entlang der Nutzerreise anzuordnen, um Zusammenhänge sichtbar zu machen und sinnvolle Release-Schnitte zu finden
Die Teammitglieder ihren Aufgaben zuzuordnen
Die Velocity über mehrere Sprints darzustellen
Stakeholder nach Macht und Interesse einzuordnen
Der Vorteil gegenüber einer flachen Liste: Man sieht, welche Einträge gemeinsam einen durchgängig nutzbaren Ablauf ergeben. Genau daraus entstehen dünne, aber vollständige Schnitte statt halbfertiger Funktionsbereiche.
☝️ Single Was leistet Impact Mapping?
Es dokumentiert die Abhängigkeiten zwischen mehreren Teams
Es verknüpft ein Geschäftsziel über beteiligte Akteure und deren Verhaltensänderungen mit konkreten Funktionen und macht so Annahmen sichtbar
Es bewertet die technische Komplexität von Backlog-Einträgen
Es misst die Auswirkung eines Sprints auf die Velocity
Die Kette lautet Warum, Wer, Wie, Was. Ihr eigentlicher Nutzen liegt darin, sichtbar zu machen, dass jede geplante Funktion auf einer Annahme über menschliches Verhalten beruht – und diese Annahme kann falsch sein.
☝️ Single Was kennzeichnet hypothesengetriebene Produktentwicklung?
Funktionen werden nach der Reihenfolge ihres Eingangs umgesetzt
Der Product Owner legt den Umfang für das gesamte Jahr im Voraus fest
Das Team entwickelt zuerst alle technischen Grundlagen, bevor Fachlichkeit entsteht
Eine geplante Funktion wird als überprüfbare Annahme formuliert, klein ausgeliefert und anhand von Daten bestätigt oder verworfen
Der entscheidende Schritt ist die Formulierung des Abbruchkriteriums vorab. Ohne vorab definierte Messgröße wird jede Auslieferung im Nachhinein als Erfolg gedeutet.
☝️ Single Wozu dient ein A/B-Test im Produktkontext?
Zwei Schätzungen werden verglichen, um die Velocity zu kalibrieren
Zwei Varianten werden parallel an vergleichbare Nutzergruppen ausgeliefert, um empirisch zu ermitteln, welche besser wirkt
Zwei Teams bearbeiten dieselbe Anforderung, um die schnellere Umsetzung zu ermitteln
Die Definition of Done wird in zwei Fassungen erprobt
A/B-Tests sind angewandte Empirie auf Produktebene: Statt zu diskutieren, welche Variante besser ist, liefert man beide aus und misst. Voraussetzung ist eine ausreichend große Nutzerbasis.
✌️ Multi Welche Aussagen zu Prototypen im Produktkontext treffen zu? (Mehrere richtig)
Prototypen können bewusst wegwerfbar sein.
Ein Prototyp dient dazu, eine Annahme möglichst günstig zu prüfen, bevor teuer gebaut wird.
Auch ein Papierentwurf oder ein Klickmodell kann ein Prototyp sein.
Ein Prototyp ist ein Increment im Sinne des Scrum Guide.
Ein Prototyp erfüllt die Definition of Done in der Regel nicht und ist deshalb kein Increment. Die Arbeit daran ist dennoch legitim – sie reduziert Unsicherheit, bevor Aufwand entsteht.
✍️ Offen Ein Product Owner soll eine Funktion umsetzen lassen, von deren Nutzen er nicht überzeugt ist. Beschreiben Sie ein empirisches Vorgehen.
Musterantwort: Statt die Funktion vollständig umzusetzen oder sie abzulehnen, würde ich die Annahme explizit machen und sie günstig prüfen. Der erste Schritt ist, mit dem Auftraggeber die erwartete Wirkung zu formulieren: Welches Verhalten welcher Nutzergruppe soll sich ändern, und woran würde man erkennen, dass es funktioniert hat. Daraus entsteht eine überprüfbare Hypothese mit einem vorab festgelegten Erfolgskriterium – dieser Schritt ist entscheidend, weil sich sonst im Nachhinein jedes Ergebnis als Erfolg deuten lässt. Im zweiten Schritt suche ich die kleinste Variante, die diese Hypothese prüfen kann. Das kann ein Klickmodell oder ein Prototyp sein, eine stark reduzierte Fassung für einen begrenzten Nutzerkreis, ein A/B-Test gegen die bestehende Lösung oder auch eine manuelle Umsetzung im Hintergrund, um die Nachfrage zu messen, bevor etwas gebaut wird. Im dritten Schritt wird ausgeliefert und gemessen, und zwar am vorab definierten Kriterium. Bestätigt sich die Annahme, wird ausgebaut; bestätigt sie sich nicht, wird die Funktion verworfen oder neu gedacht – und zwar zu einem Bruchteil der Kosten der vollständigen Umsetzung. Dieses Vorgehen verschiebt die Diskussion von einem Meinungsstreit zwischen Product Owner und Stakeholder hin zu einer gemeinsamen Frage an die Nutzer, was die Zusammenarbeit meist erheblich entspannt.
☝️ Single Was leistet User Story Mapping?
Es stellt die Velocity über mehrere Sprints dar
Es weist Einträge den Teammitgliedern zu
Es ordnet Einträge entlang der Nutzerreise an und macht dadurch sinnvolle, durchgängig nutzbare Release-Schnitte sichtbar
Es bewertet Stakeholder nach Macht und Interesse
Der Vorteil gegenüber der flachen Liste: Man sieht, welche Einträge gemeinsam einen vollständigen Ablauf ergeben – daraus entstehen dünne, aber nutzbare Schnitte.
Wirtschaftlichkeit [Praxis] 3 Unterseite →
☝️ Single Was beschreibt "Cost of Delay" konkret?
Die Mehrkosten durch Überstunden am Sprint-Ende
Die wirtschaftlichen Kosten, die dadurch entstehen, dass eine Funktion später statt früher verfügbar ist
Die Kosten für die Verlängerung eines Sprints
Die Kosten verspäteter Rechnungsstellung an den Kunden
Cost of Delay macht Zeit zu einer wirtschaftlichen Größe. Erst dadurch lässt sich beantworten, ob es sich lohnt, einen Eintrag vorzuziehen – und das ist letztlich die Kernfrage jeder Priorisierung.
☝️ Single Warum sind versunkene Kosten (Sunk Cost) für die Priorisierungsentscheidung eines Product Owners irrelevant?
Weil sie nach Sprint-Ende automatisch abgeschrieben werden
Weil bereits ausgegebener Aufwand nicht zurückzuholen ist und die Entscheidung sich allein am künftigen Nutzen im Verhältnis zum künftigen Aufwand bemessen muss
Weil Aufwände in Scrum grundsätzlich nicht erfasst werden
Weil der Scrum Master über Budgetfragen entscheidet
Der Sunk-Cost-Fehlschluss ist im Produktumfeld besonders teuer: "Wir haben schon so viel investiert" ist eines der häufigsten Argumente dafür, an einer erkennbar wertlosen Funktion festzuhalten.
☝️ Single Ein Auftraggeber möchte agil arbeiten, verlangt aber einen Vertrag mit festem Preis und festem Umfang. Welcher Ansatz passt am besten?
Ein Vertragsmodell mit festem Budget und fester Zeit, aber verhandelbarem Umfang, etwa nach dem Prinzip "money for nothing, change for free"
Ein klassischer Festpreisvertrag über den vollständigen Umfang, ergänzt um Sprints
Ein Vertrag ohne Leistungsbeschreibung, da Agilität Verträge ausschließt
Ein reiner Aufwandsvertrag ohne jede Obergrenze
Fixe Zeit, fixes Budget, flexibler Umfang ist die agile Standardantwort. Der Kunde behält seine Planungssicherheit bei Kosten und Termin und gewinnt zugleich die Möglichkeit, den Inhalt nach neuen Erkenntnissen zu steuern.
Scrum-Theorie & Empirie
Empirie [Theorie] 11 Unterseite →
☝️ Single Auf welchen drei Säulen beruht die empirische Prozesssteuerung in Scrum?
Rollen, Events, Artefakte
Transparenz, Inspektion, Adaption
Planung, Ausführung, Kontrolle
Commitment, Fokus, Mut
Die drei Säulen der Empirie sind Transparenz, Inspektion und Adaption. Rollen/Events/Artefakte sind der Aufbau des Rahmenwerks, nicht die Säulen der Empirie.
☝️ Single Ein Scrum-Team stellt beim Daily Scrum fest, dass es das Sprint-Ziel voraussichtlich nicht erreicht. Welche Säule der Empirie wird als Nächstes wirksam?
Adaption – der Plan wird angepasst
Inspektion – nur beobachten
Keine, das Daily dient nur dem Status
Transparenz – nichts ändern
Nach der Inspektion (Erkennen der Abweichung im Daily) folgt die Adaption: Die Developers passen ihren Plan an, um das Sprint-Ziel bestmöglich zu erreichen.
✌️ Multi Welche Bedingungen müssen für funktionierende Empirie in Scrum gegeben sein? (Mehrere richtig)
Ein detaillierter Gesamtplan zu Projektbeginn
Feste Vorgaben, die sich nie ändern
Regelmäßige Inspektion durch die Beteiligten
Bereitschaft zur Adaption bei Abweichungen
Ausreichende Transparenz der Artefakte
Empirie braucht Transparenz, Inspektion und Adaption. Ein starrer Gesamtplan und unveränderliche Vorgaben widersprechen dem empirischen, adaptiven Ansatz.
✍️ Offen Erklären Sie die drei Säulen der Empirie und wie sie im Sprint zusammenwirken.
Musterantwort: Transparenz: Wichtige Aspekte (Artefakte, Fortschritt) sind für alle sichtbar. Inspektion: Regelmäßiges Prüfen (in den Events), ob man dem Ziel näherkommt. Adaption: Bei Abweichung wird der Plan oder das Produkt angepasst. Im Sprint wirken sie zusammen: Transparente Artefakte werden in den Events inspiziert, Abweichungen führen zur Adaption (z.B. Plan im Daily anpassen).
Bewertet werden: alle drei Säulen korrekt benannt und erklärt + Zusammenwirken (Transparenz ermöglicht Inspektion, Inspektion löst Adaption aus).
Merksatz: Drei Säulen wie ein Arztbesuch: Transparenz = Röntgenbild (alles sichtbar), Inspektion = Untersuchung (regelmäßig prüfen), Adaption = Behandlung (anpassen). Ohne klares Bild keine Diagnose, ohne Diagnose keine Therapie. Im Sprint: Daily & Review zeigen offen den Fortschritt, das Team erkennt Abweichungen und passt Plan oder Produkt sofort an. TIA – Transparenz ermöglicht Inspektion, Inspektion ermöglicht Adaption.
☝️ Single Welche Säule der Empirie ist die Voraussetzung für die beiden anderen?
Commitment
Inspektion
Transparenz
Adaption
Ohne Transparenz ist jede Inspektion irreführend und jede daraus abgeleitete Adaption falsch. Transparenz ist deshalb die Grundlage der beiden anderen Säulen.
☝️ Single Was passiert, wenn bei einer Inspektion eine Abweichung außerhalb akzeptabler Grenzen festgestellt wird?
Der Prozess oder das entstehende Produkt muss angepasst werden – so schnell wie möglich
Die Abweichung wird dokumentiert und am Sprintende gesammelt behandelt
Der Scrum Master eskaliert an das Management
Der Sprint wird abgebrochen
Adaption bedeutet: sobald erkannt wird, dass etwas außerhalb der akzeptablen Grenzen liegt, wird möglichst schnell angepasst, um weitere Abweichung zu vermeiden.
Merksatz: Inspektion ohne Anpassung ist wie Fieber messen ohne Handeln – Abweichung erkannt, sofort justieren, nicht warten.

Warum die anderen falsch sind:
  • Sammeln am Sprintende: widerspricht „so schnell wie möglich".

  • Eskalation an Management: Scrum Master löst im Team, nicht top-down.

  • Sprint-Abbruch: zu radikal; Anpassung, nicht Abbruch ist die Antwort.
☝️ Single Warum sind die Scrum-Events fest getaktet und wiederkehrend?
Weil Kalenderplanung für das Management einfacher wird
Weil agile Frameworks möglichst viele Meetings vorsehen
Sie schaffen regelmäßige Gelegenheiten zur Inspektion und Adaption und reduzieren den Bedarf an weiteren Meetings
Weil der Scrum Master sonst keine Kontrolle über das Team hat
Jedes Event ist eine formale Gelegenheit zu inspizieren und anzupassen. Genau deshalb macht Scrum sie regelmäßig – und macht andere Meetings dadurch weitgehend überflüssig.
☝️ Single Welches Scrum-Element dient primär der Inspektion des Fortschritts in Richtung Sprint-Ziel?
Das Product Backlog Refinement
Das Daily Scrum
Das Sprint Planning
Die Sprint Retrospective
Im Daily Scrum inspizieren die Developers den Fortschritt zum Sprint-Ziel und passen den Plan für den nächsten Arbeitstag an.
✍️ Offen Ein Team hält alle Scrum-Events pünktlich ab, liefert aber seit Monaten kein nutzbares Increment. Analysieren Sie, welche Säule der Empirie hier vermutlich ausfällt, und begründen Sie Ihre Antwort.
Musterantwort: Wahrscheinlich fällt die Transparenz aus, und in der Folge laufen Inspektion und Adaption ins Leere. Die Events finden zwar formal statt, aber es fehlt der Gegenstand, den sie inspizieren sollen: Ohne ein Increment, das der Definition of Done entspricht, hat das Sprint Review kein belastbares Ergebnis zu prüfen, und Stakeholder-Feedback bezieht sich auf Zwischenstände oder Präsentationen statt auf funktionierende Arbeit. Typische Ursachen sind eine fehlende oder zu schwache Definition of Done, systematisch in den Folgesprint verschobene Restarbeit sowie ein Sprint Backlog, das den tatsächlichen Stand beschönigt. Die Inspektion ist dadurch wertlos, weil sie auf unvollständigen Informationen beruht, und die Adaption bleibt aus, weil das Team ohne belastbare Beobachtung nicht weiß, was es anpassen müsste. Der wirksamste Ansatzpunkt ist daher nicht, weitere Events einzuführen, sondern zuerst die Definition of Done zu schärfen und sichtbar zu machen, wie viel Arbeit tatsächlich unfertig ist. Erst wenn der reale Stand transparent ist, können Inspektion und Adaption ihre Wirkung entfalten.
☝️ Single Warum genügt Transparenz allein nicht für funktionierende Empirie?
Weil Transparenz nur die Voraussetzung ist – ohne Inspektion in festen Abständen und daraus folgende Adaption bleibt sie folgenlos
Weil Transparenz erst ab einer bestimmten Teamgröße wirkt
Weil Transparenz nur für Artefakte gilt, nicht für den Prozess
Weil Transparenz durch die Definition of Done ersetzt wird
Die drei Säulen wirken nur zusammen: Inspektion ohne Transparenz prüft Falsches, Inspektion ohne Adaption ändert nichts.
Merksatz: Transparenz ist das Fenster – Inspektion der Blick, Adaption die Handlung. Ohne Schauen und Ändern bleibt das Fenster nur Glas.

Warum die anderen falsch sind:
  • Teamgröße spielt keine Rolle – Empirie gilt immer.

  • Transparenz betrifft Artefakte UND Prozess.

  • DoD schafft Transparenz, ersetzt sie nicht.
☝️ Single Ein Team arbeitet an einer Aufgabe, die vollständig verstanden und mehrfach identisch durchgeführt wurde. Was folgt daraus für den Einsatz von Scrum?
Scrum ist dennoch vorzuziehen, weil es in jedem Kontext funktioniert
Scrum ist einsetzbar, sofern auf Retrospektiven verzichtet wird
Der empirische Aufwand bringt hier wenig Nutzen; bei wiederholbarer Arbeit ist ein festgelegter Ablauf oder ein Flusssystem meist überlegen
Scrum ist einsetzbar, sofern die Sprint-Länge auf eine Woche verkürzt wird
Scrum adressiert komplexe Probleme, bei denen mehr unbekannt als bekannt ist. Bei vollständig verstandener Arbeit erzeugen Inspektion und Adaption Aufwand ohne Erkenntnisgewinn. Das ehrlich zu benennen gehört zur Beratungskompetenz.
Scrum-Definition [Theorie] 3 Unterseite →
☝️ Single Was beschreibt Scrum am treffendsten?
Ein leichtgewichtiges Rahmenwerk zur Lösung komplexer adaptiver Probleme
Ein Software-Entwicklungsprozess nur für IT
Eine Sammlung von Best Practices ohne Regeln
Eine detaillierte Projektmanagement-Methode mit festen Prozessschritten
Der Scrum Guide definiert Scrum als leichtgewichtiges Rahmenwerk für komplexe adaptive Probleme. Es ist bewusst KEINE vollständige Methode und nicht auf IT beschränkt.
Merksatz: Scrum ist kein Rezept, sondern ein Rahmen – leicht, adaptiv, für komplexe Probleme.

Warum die anderen falsch sind:
  • Nur IT: Scrum ist branchenunabhängig.

  • Best Practices ohne Regeln: Scrum hat klare Regeln und Werte.

  • Detaillierte Methode mit festen Schritten: Scrum ist bewusst schlank und nicht deterministisch.
☝️ Single Wie definiert der Scrum Guide Scrum am treffendsten?
Ein Software-Entwicklungsprozess für IT-Projekte
Ein leichtgewichtiges Rahmenwerk, das Menschen hilft, komplexe Probleme adaptiv zu lösen
Ein Werkzeugkasten agiler Techniken wie Planning Poker und Burndown Charts
Eine Projektmanagement-Methode mit vorgeschriebenen Prozessschritten
Scrum ist ein leichtgewichtiges Rahmenwerk (Framework), keine Methode und kein Prozess. Es gibt einen Rahmen vor, innerhalb dessen das Team eigene Praktiken wählt.
☝️ Single In welchen Bereichen außerhalb der Softwareentwicklung wird Scrum eingesetzt?
In allen Bereichen mit komplexer Arbeit – etwa Marketing, Forschung, Bildung, Hardware oder Organisationsentwicklung
Ausschließlich in der Softwareentwicklung
Nur in Bereichen mit mindestens 50 Mitarbeitenden
Nur dort, wo ein zertifizierter Scrum Master vorhanden ist
Der Scrum Guide 2020 wurde gezielt von Software-Begriffen befreit, um genau das zu unterstreichen. Entscheidend ist die Komplexität der Arbeit, nicht die Branche.
Scrum-Theorie [Theorie] 7 Unterseite →
✌️ Multi Welche Aussagen über Scrum sind korrekt? (Mehrere richtig)
Scrum funktioniert nur mit mindestens 20 Personen
Scrum ist immutable – die definierten Elemente sind verbindlich
Scrum schreibt jeden Arbeitsschritt genau vor
Scrum ist bewusst unvollständig
Scrum baut auf kollektiver Intelligenz der Beteiligten
Scrum ist absichtlich unvollständig, baut auf kollektiver Intelligenz und seine Elemente sind verbindlich ("immutable"). Es schreibt NICHT jeden Schritt vor und hat keine Mindestgröße von 20.
Merksatz: Scrum ist ein Gerüst, kein Rezept: unveränderlich im Kern, bewusst unvollständig im Detail – die Intelligenz kommt vom Team, nicht vom Framework.

Warum die anderen falsch sind:
  • Mindestgröße 20: Scrum skaliert klein, typisch 3–9 im Team.

  • Jeden Schritt vorschreiben: Scrum lässt Freiraum, keine Mikro-Vorgaben.
☝️ Single Was bedeutet es, dass Scrum "bewusst unvollständig" ist?
Einzelne Scrum-Elemente dürfen weggelassen werden, wenn sie nicht passen
Scrum definiert nur das Nötigste; Praktiken und Techniken wählen die Anwender selbst
Scrum funktioniert nur in Kombination mit einem zweiten Rahmenwerk
Scrum ist noch in Entwicklung und wird jährlich um Elemente ergänzt
Unvollständig heißt: Scrum schreibt keine konkreten Techniken vor. Es heißt NICHT, dass man Elemente weglassen darf – die definierten Elemente sind verbindlich.
☝️ Single Ein Team lässt die Sprint Retrospective dauerhaft weg, weil "gerade keine Zeit" ist. Wie ist das zu bewerten?
Das ist erlaubt, wenn der Scrum Master zustimmt
Das Ergebnis ist nicht mehr Scrum; die Elemente von Scrum sind verbindlich
Das ist erlaubt, solange das Team seine Sprint-Ziele erreicht
Das ist erlaubt, solange die anderen Events stattfinden
Scrum ist "immutable": Einzelne Elemente wegzulassen ist möglich, aber das Ergebnis ist dann nicht Scrum. Weggelassene Elemente verdecken genau die Probleme, die sie sichtbar machen sollen.
✌️ Multi Welche Aussagen zum Verhältnis von Scrum und agilen Praktiken sind korrekt? (Mehrere richtig)
Techniken wie Planning Poker sind Ergänzungen, kein Scrum-Bestandteil
Scrum kann mit Kanban-Praktiken kombiniert werden
Ohne User Stories ist Scrum nicht anwendbar
Velocity ist ein im Scrum Guide definiertes Pflichtmaß
Scrum schreibt weder User Stories noch Story Points vor
User Stories, Story Points, Planning Poker und Velocity kommen im Scrum Guide nicht vor. Sie sind verbreitete, aber optionale Ergänzungen.
☝️ Single Wer darf Scrum verwenden?
Jede Organisation und jedes Team, das komplexe Arbeit adaptiv angehen will – Scrum ist nicht auf IT beschränkt
Nur Organisationen mit agiler Transformationsstrategie
Nur Softwareentwicklungsteams
Nur Teams mit zertifiziertem Scrum Master
Scrum wird in Marketing, Forschung, Bildung, Hardware und vielen anderen Bereichen eingesetzt. Eine Zertifizierung ist keine Voraussetzung.
✍️ Offen Erklären Sie, warum Transparenz ohne Vertrauen in einer Organisation kaum herstellbar ist, und welche Folgen fehlende Transparenz für die Empirie hat.
Musterantwort: Transparenz bedeutet, dass Probleme, Fortschritt und Qualität sichtbar gemacht werden – auch unangenehme. Das gelingt nur, wenn Beteiligte keine Nachteile befürchten müssen (psychologische Sicherheit). Fehlt Vertrauen, werden Statusberichte geschönt, Impediments verschwiegen und die Definition of Done aufgeweicht. Folge: Die Inspektion basiert auf falschen Informationen, und die daraus abgeleitete Adaption geht in die falsche Richtung. Der empirische Regelkreis läuft dann formal weiter, erzeugt aber systematisch falsche Entscheidungen. Genau deshalb sind die Scrum-Werte (besonders Offenheit, Mut, Respekt) keine Dekoration, sondern Voraussetzung für das Funktionieren der drei Säulen.
Bewertet werden: Transparenz als Sichtbarmachen auch unangenehmer Fakten + Zusammenhang zu psychologischer Sicherheit/Vertrauen + konkrete Folge für Inspektion und Adaption + Bezug zu den Scrum-Werten.
Merksatz: Transparenz ist ein Fenster – Vertraün ist der Rahmen. Ohne Rahmen zerbricht das Glas: Man zeigt nur Geschöntes, verschweigt Probleme, weicht die DoD auf. Dann inspiziert man Lügen und adaptiert in die falsche Richtung – der empirische Kreislauf dreht sich, aber ins Verderben. Deshalb sind Offenheit, Mut und Respekt keine Deko, sondern Fundament der drei Säulen.
☝️ Single Was bedeutet der Satz, dass die Elemente von Scrum "immutable" (unveränderlich) sind?
Einzelne Teile dürfen weggelassen werden, aber das Ergebnis ist dann kein Scrum mehr und verdeckt Probleme, statt sie sichtbar zu machen
Der Scrum Guide darf nicht überarbeitet werden
Die Sprint-Länge darf nach der ersten Festlegung nicht mehr geändert werden
Scrum darf unter keinen Umständen durch weitere Praktiken ergänzt werden
Der Scrum Guide formuliert es als Warnung, nicht als Verbot: Teile wegzulassen ist möglich, hebt aber genau den Nutzen auf, für den die Teile da sind.
Grundlagen [Theorie] 1 Unterseite →
☝️ Single Auf welchen beiden Fundamenten beruht Scrum laut Scrum Guide 2020?
Kanban und Extreme Programming
Empirie und Lean Thinking
Empirie und Wasserfallplanung
Lean Thinking und Six Sigma
Scrum gründet auf Empirie (Wissen entsteht aus Erfahrung) und Lean Thinking (Verschwendung reduzieren, auf das Wesentliche fokussieren).
Komplexität [Theorie] 7 Unterseite →
☝️ Single Für welche Art von Arbeit ist Scrum in erster Linie gedacht?
Ausschließlich Softwareentwicklung
Einfache, gut verstandene Routinearbeit
Arbeit mit vollständig bekannten Anforderungen und stabilem Umfeld
Komplexe Arbeit, bei der mehr unbekannt als bekannt ist
Scrum adressiert komplexe adaptive Probleme. Bei einfachen, wiederholbaren Aufgaben ist der empirische Overhead unnötig.
☝️ Single Ein Auftraggeber fordert einen verbindlichen Fixpreis und Fixumfang für ein Vorhaben mit vielen Unbekannten. Was ist die scrum-konforme Haltung?
Den Auftrag ablehnen, da Scrum Festpreise ausschließt
Scrum verwenden, aber alle Anforderungen vorab vollständig spezifizieren
Transparent machen, dass Umfang bei komplexer Arbeit nicht verlässlich vorab fixierbar ist, und stattdessen iterative Lieferung mit fester Taktung anbieten
Den Umfang schätzen, fixieren und im Sprint durchziehen
Bei komplexer Arbeit ist der Umfang die unsicherste Größe. Scrum macht das transparent und liefert stattdessen regelmäßig nutzbare Inkremente, an denen der Kunde steuern kann.
☝️ Single Was ordnet die Stacey-Matrix ein?
Vorhaben nach Klarheit der Anforderungen und Klarheit der Technologie/Lösung, um das passende Vorgehen abzuleiten
Teammitglieder nach Erfahrung und Motivation
Stakeholder nach Macht und Interesse
Backlog-Einträge nach Aufwand und Nutzen
Je weiter ein Vorhaben von "beides klar" entfernt liegt, desto weniger trägt ein vorab vollständiger Plan. Scrum zielt auf den komplexen Bereich, in dem Anforderungen und Lösung erst im Tun erkennbar werden.
Merksatz: Stacey = zwei Achsen, vier Felder: „Was wollen wir?" (Anforderungen) mal „Wie schaffen wir's?" (Technologie). Beide unklar = komplex → empirisch/agil.

Warum die anderen falsch sind:
  • Erfahrung/Motivation → das ist Situatives Führen, nicht Stacey.

  • Macht/Interesse → das ist die Stakeholder-Matrix (Mendelow).

  • Aufwand/Nutzen → das ist Priorisierung (z. B. WSJF), nicht Komplexität.
☝️ Single Welche Domäne des Cynefin-Frameworks passt am besten zum Anwendungsbereich von Scrum?
Chaotisch – es zählt nur sofortiges Handeln
Kompliziert – Expertenwissen genügt zur vollständigen Vorabplanung
Komplex – Ursache und Wirkung sind erst im Nachhinein erkennbar, deshalb "probe, sense, respond"
Einfach/klar – bewährte Praktiken sind bekannt und werden angewendet
Im komplizierten Bereich reicht Expertise und ein Plan. Erst im komplexen Bereich zahlt sich der empirische Ansatz aus, weil man das Ergebnis eines Schritts nicht zuverlässig vorhersagen kann.
Merksatz: „Scrum ist ein Kompass, kein Bauplan“ – im Complex-Domain gilt: probieren (probe), beobachten (sense), anpassen (respond). Ursache und Wirkung zeigen sich erst rückblickend.

Warum die anderen falsch sind:
  • Chaotic: dort regiert sofortiges Handeln, nicht empirisches Vorgehen.

  • Complicated: Expertenplanung reicht – Scrum braucht aber Empirie statt Vorabanalyse.

  • Simple/clear: bewährte Best Practices genügen – Scrum lebt von Emergenz und Anpassung.
☝️ Single Warum funktioniert ein vollständiger Vorabplan bei komplexer Produktentwicklung schlecht?
Weil Pläne rechtlich nicht bindend sind
Weil Anforderungen und Lösungswege sich während der Arbeit ändern und Wissen erst durch Umsetzung entsteht
Weil Entwickler ungern nach Plänen arbeiten
Weil Planung generell überflüssig ist
Scrum ersetzt den Vorabplan nicht durch Planlosigkeit, sondern durch häufige Neuplanung. Geplant wird in jedem Sprint erneut – mit dem Wissen, das bis dahin tatsächlich vorliegt.
☝️ Single Ein Vorhaben ist Routine: Anforderungen und Vorgehen sind vollständig bekannt und hundertfach erprobt. Ist Scrum hier die richtige Wahl?
Nein – bei geringer Unsicherheit erzeugt der empirische Overhead mehr Aufwand als Nutzen; ein definierter Prozess ist effizienter.
Nein – Scrum ist ausschließlich für Softwareentwicklung zulässig.
Ja – Scrum ist für jede Art von Arbeit die überlegene Wahl.
Ja, aber nur mit einwöchigen Sprints.
Scrum ist kein Selbstzweck. Für wiederholbare Arbeit mit bekanntem Weg ist ein standardisierter Prozess oder ein Flow-System wie Kanban meist die bessere Antwort.
☝️ Single Was unterscheidet einen empirischen von einem definierten Prozess?
Der empirische Prozess ist schneller
Die Begriffe bezeichnen dasselbe
Der definierte Prozess kommt ohne Planung aus
Der definierte Prozess ist vollständig vorhersagbar und wiederholbar; der empirische beruht auf Beobachtung und Anpassung, weil Vorhersage nicht möglich ist
Die Unterscheidung stammt aus der Prozesssteuerungstheorie und ist die theoretische Grundlage von Scrum: Wo dieselben Eingaben nicht dieselben Ergebnisse liefern, versagt der definierte Ansatz.
Iterativ-inkrementell [Theorie] 1 Unterseite →
☝️ Single Was ist der Unterschied zwischen "iterativ" und "inkrementell"?
Iterativ bezieht sich auf Software, inkrementell auf Hardware
Die Begriffe sind Synonyme
Iterativ = wiederholte Verbesserung des Gleichen; inkrementell = stückweiser Aufbau in nutzbaren Teilen
Iterativ = stückweiser Aufbau; inkrementell = wiederholte Überarbeitung
Scrum ist beides: In jedem Sprint entsteht ein zusätzliches nutzbares Stück (inkrementell), und Bestehendes wird auf Basis von Feedback überarbeitet (iterativ).
Agiles Manifest [Theorie] 9 Unterseite →
☝️ Single Wie verhält sich Scrum zum Agilen Manifest?
Das Agile Manifest ersetzt den Scrum Guide
Scrum ist älter als das Manifest und setzt dessen Werte konkret um, ist aber nicht daraus abgeleitet
Scrum widerspricht mehreren Punkten des Agilen Manifests
Scrum wurde vom Agilen Manifest definiert
Scrum existierte bereits in den 1990ern; das Manifest entstand 2001. Scrum ist ein Rahmenwerk, das agile Werte in konkrete Struktur übersetzt.
Merksatz: Scrum ist der ältere Bruder – geboren 1995, das Manifest folgte 2001. Nicht das Manifest erschuf Scrum, sondern Scrum lebte die Werte schon vorher.

Warum die anderen falsch sind:
  • Manifest ersetzt Guide: Das Manifest ist Wertekompass, kein Regelwerk – es ersetzt nichts.

  • Widerspruch: Scrum verkörpert die Manifest-Werte, statt ihnen zu widersprechen.

  • Vom Manifest definiert: Umgekehrte Zeitrichtung – Scrum existierte vor dem Manifest.
☝️ Single Wie lauten die vier Wertepaare des Agilen Manifests?
Individuen und Interaktionen über Prozesse und Werkzeuge; funktionierende Software über umfassende Dokumentation; Zusammenarbeit mit dem Kunden über Vertragsverhandlung; Reagieren auf Veränderung über das Befolgen eines Plans
Planung, Analyse, Umsetzung, Abnahme
Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt
Transparenz über Kontrolle; Geschwindigkeit über Qualität; Team über Management; Ergebnis über Aufwand
Das Manifest stellt vier Werte gegenüber. Entscheidend ist der Nachsatz: Die Werte rechts haben durchaus Wert, die Werte links haben für die Autoren mehr Wert. Es ist also keine Ablehnung von Dokumentation, Verträgen oder Plänen.
Merksatz: „Menschen vor Maschinen, Code vor Papier, Kunde vor Vertrag, Wandel vor Plan“ – vier Paare, immer „X über Y“.

Warum die anderen falsch sind:
  • Planung/Analyse/Umsetzung/Abnahme: klassischer Wasserfall-Ablauf, kein Wertepaar.

  • Commitment/Fokus/Offenheit/Respekt: Scrum-Werte, nicht Agile-Manifest-Werte.

  • Transparenz/Geschwindigkeit/Team/Ergebnis: frei erfunden, klingt agil, ist es aber nicht.
☝️ Single Wie viele Prinzipien stehen hinter dem Agilen Manifest?
Fünf
Siebzehn
Vier
Zwölf
Vier Wertepaare, zwölf Prinzipien. Die Zahl siebzehn bezieht sich auf die Anzahl der Unterzeichner des Manifests im Jahr 2001, nicht auf die Prinzipien.
☝️ Single Ein Manager schließt aus dem Agilen Manifest, dass in agilen Projekten keine Dokumentation mehr erstellt wird. Wie ist das zu bewerten?
Richtig – Dokumentation widerspricht agilen Werten grundsätzlich.
Falsch – das Manifest fordert mehr Dokumentation als klassische Vorgehensmodelle.
Richtig, sofern das Team es in der Retrospektive so beschließt.
Falsch – das Manifest stellt gegenüber und priorisiert, es streicht die rechte Seite nicht. Dokumentation wird auf das reduziert, was tatsächlich Wert stiftet.
Der Satz "während wir die Werte auf der rechten Seite wertschätzen, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher" wird regelmäßig überlesen. Genau daraus entsteht dieses verbreitete Missverständnis.
✌️ Multi Welche Aussagen gehören zu den zwölf agilen Prinzipien? (Mehrere richtig)
Anforderungsänderungen sind selbst spät in der Entwicklung willkommen.
Der Umfang eines Vorhabens wird zu Beginn vollständig festgelegt und danach eingefroren.
Einfachheit – die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren – ist essenziell.
Die höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufriedenzustellen.
Das dritte Prinzip wird oft missverstanden: Gemeint ist nicht Faulheit, sondern das konsequente Weglassen von Arbeit, die keinen Wert stiftet. Ein eingefrorener Umfang widerspricht dem zweiten Prinzip direkt.
Merksatz: „Spät willkommen, früh liefern, einfach halten“ – Änderungen umarmen, Wert früh und stetig liefern, Einfachheit (nicht getane Arbeit maximieren) als Kern.

Warum die anderen falsch sind:
  • Umfang einfrieren: widerspricht „Änderungen willkommen“ – Agilität heißt Anpassung, nicht Starre.
☝️ Single Welches agile Prinzip beschreibt am direktesten, warum Scrum feste Sprint-Längen nutzt?
Die besten Architekturen entstehen durch selbstorganisierte Teams.
Einfachheit ist essenziell.
Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.
Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung – Auftraggeber, Entwickler und Nutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo unbegrenzt halten können.
Der gleichbleibende Takt ("sustainable pace") ist der Kern: Eine konstante Sprint-Länge erzeugt einen verlässlichen Rhythmus statt Endspurt-Zyklen. Zusätzlich macht sie Vergleiche zwischen Sprints überhaupt erst aussagekräftig.
Merksatz: „Gleichmäßiges Tempo unbegrenzt“ – der Sprint ist der Herzschlag: feste Länge hält das Team im nachhaltigen Rhythmus.

Warum die anderen falsch sind:
  • Selbstorganisation → erklärt Teamstruktur, nicht Sprintlänge.

  • Einfachheit → meint Reduktion, nicht Taktung.

  • Funktionierende Software → betrifft Fortschrittsmessung, nicht Rhythmus.
☝️ Single Welches Fortschrittsmaß nennt das Agile Manifest?
Die Velocity des Teams
Die Anzahl geschriebener Seiten Spezifikation
Funktionierende Software
Der Anteil abgearbeiteter Aufgaben im Sprint Backlog
Genau diese Formulierung ist die Wurzel der Scrum-Regel, dass nur fertige Arbeit im Sinne der Definition of Done zählt. Aufgabenzähler und Velocity sind Hilfsgrößen, keine Fortschrittsmaße.
Merksatz: „Software, die läuft, schlägt Papier, das stapelt" – das Agile Manifest nennt funktionierende Software als einziges Fortschrittsmaß.

Warum die anderen falsch sind:
  • Velocity – ist Scrum-Metrik, nicht Manifest-Aussage.

  • Geschriebene Spezifikationsseiten – Manifest bevorzugt genau das Gegenteil.

  • Anteil erledigter Sprint-Backlog-Tasks – Scrum-Praxis, kein Manifest-Maß.
☝️ Single Welches agile Prinzip beschreibt die bevorzugte Form der Informationsübermittlung?
Das Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist die effizienteste Methode, Informationen zu übermitteln
Die Kommunikation sollte über ein zentrales Werkzeug erfolgen
Informationen sollten ausschließlich in den Scrum-Events ausgetauscht werden
Eine vollständige schriftliche Spezifikation ist die zuverlässigste Form
Das Prinzip erklärt, warum Scrum auf gemeinsame Events und kurze Wege setzt – und warum verteilte Teams bewusst Ersatz für die entfallende Nähe schaffen müssen.
☝️ Single Welches agile Prinzip beschreibt der Satz, dass sich Teams in regelmäßigen Abständen darüber Gedanken machen, wie sie effektiver werden können?
Das Prinzip der regelmäßigen Reflexion und Anpassung – in Scrum umgesetzt durch die Sprint Retrospective
Das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung
Das Prinzip der Selbstorganisation
Das Prinzip der technischen Exzellenz
Es ist das letzte der zwölf Prinzipien und zugleich dasjenige, das alle anderen erst wirksam macht: Ohne Anpassung bleibt jedes Prinzip eine Absichtserklärung.
Scrum-Historie [Theorie] 3 Unterseite →
☝️ Single Wer sind die Autoren des Scrum Guide?
Ken Schwaber und Jeff Sutherland
Mike Cohn und Roman Pichler
Taiichi Ohno und W. Edwards Deming
Kent Beck und Martin Fowler
Beide gehören auch zu den Unterzeichnern des Agilen Manifests. Der Scrum Guide erscheint seit 2010 und wurde zuletzt 2020 überarbeitet.
Merksatz: „Schwaber & Sutherland – die zwei Väter, die Scrum schrieben und bis heute pflegen."

Warum die anderen falsch sind:
  • Cohn/Pichler: Agile-Autoren, aber nicht Scrum-Guide-Väter.

  • Ohno/Deming: Lean-/Qualitäts-Pioniere, Vorläufer, keine Scrum-Autoren.

  • Beck/Fowler: XP- und Software-Handwerk-Bekannte, nicht Scrum-Guide.
✌️ Multi Welche Änderungen brachte der Scrum Guide 2020 gegenüber 2017? (Mehrere richtig)
Aus "selbstorganisierend" wurde "selbstverwaltend" (self-managing).
Einführung des Product Goal als Commitment des Product Backlog.
Aus "Development Team" wurde "Developers" – ein Team ohne Team im Team.
Die drei Fragen des Daily Scrum wurden verbindlich vorgeschrieben.
Die drei Fragen wurden im Gegenteil als Vorgabe gestrichen – sie sind nur noch ein mögliches Beispiel. Insgesamt wurde der Guide 2020 kürzer, weniger präskriptiv und über die IT hinaus formuliert.
Merksatz: 2020: „Selbstverwaltend, Product Goal, nur Developers" – drei Neuerungen, ein Ziel: schlanker und selbstbestimmter.

Warum die anderen falsch sind:
  • Daily-Fragen waren nie Pflicht – nur ein Beispiel, kein Gesetz.
☝️ Single Wie viele Seiten umfasst der Scrum Guide 2020 ungefähr und was folgt daraus?
Die Seitenzahl ist nicht festgelegt, weil es nur eine Online-Version gibt
Rund 13 Seiten – Scrum ist bewusst minimal gehalten und muss durch Praktiken ergänzt werden
Rund 60 Seiten – Scrum deckt alle Projektmanagementaufgaben ab
Rund 130 Seiten – Scrum regelt die Produktentwicklung umfassend
Die Kürze ist Absicht, nicht Nachlässigkeit. Wer aus dem Guide eine Anleitung für jede Situation erwartet, sucht etwas, das dort bewusst nicht steht.
Sprints & Events
Sprint [Events] 10 Unterseite →
☝️ Single Was ist der Sprint in Scrum?
Nur das Planungsmeeting zu Beginn
Ein fester Zeitrahmen (max. 1 Monat), in dem alle anderen Events stattfinden
Eine Pause zwischen zwei Releases
Ein Synonym für das Daily Scrum
Der Sprint ist der Container-Event von maximal einem Monat, in dem alle anderen Events (Planning, Daily, Review, Retro) stattfinden. Ein neuer Sprint startet direkt nach dem vorigen.
✌️ Multi Welche Aussagen über den Sprint sind korrekt? (Mehrere richtig)
Das Sprint-Ziel darf beliebig oft während des Sprints ausgetauscht werden
Während des Sprints wird die Qualität nicht gesenkt
Ein neuer Sprint beginnt unmittelbar nach dem Ende des vorherigen
Ein Sprint dauert maximal einen Monat
Der Umfang kann mit dem PO neu verhandelt werden, wenn mehr klar wird
Sprints sind max. 1 Monat, folgen nahtlos aufeinander, Qualität wird nicht gesenkt, und der Umfang kann bei wachsendem Wissen mit dem PO verhandelt werden. Das Sprint-Ziel bleibt aber stabil – es wird nicht beliebig ausgetauscht.
Merksatz: Der "Monats-Marathon" Sprint startet sofort, hält Qualität hoch und ist flexibel beim Umfang, aber das "Sprint-Ziel-Schild" bleibt fest!

Warum die anderen falsch sind:
  • Das Sprint-Ziel darf beliebig oft während des Sprints ausgetauscht werden: Das Sprint-Ziel ist ein Commitment, kein Wunschkonzert.
☝️ Single Wie lange darf ein Sprint maximal dauern?
Genau zwei Wochen
Maximal sechs Wochen
Einen Monat oder weniger
Maximal ein Quartal
Sprints dauern einen Monat oder weniger. Längere Zeiträume machen das Sprint-Ziel unscharf, erhöhen die Komplexität und verzögern Feedback.
☝️ Single Wann beginnt der nächste Sprint?
Nach Freigabe durch das Management
Sobald der Product Owner das Backlog fertig aufbereitet hat
Nach einer Pufferwoche zur Stabilisierung
Unmittelbar nach dem Abschluss des vorherigen Sprints
Sprints folgen unmittelbar aufeinander. Stabilisierungs- oder Puffersprints zwischen Sprints sind nicht Teil von Scrum.
☝️ Single Warum wird der Sprint als "Container" bezeichnet?
Weil alle anderen Scrum-Events innerhalb des Sprints stattfinden
Weil er alle Product-Backlog-Einträge enthält
Weil er das fertige Produkt enthält
Weil er die Arbeit mehrerer Teams bündelt
Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective finden alle innerhalb des Sprints statt.
☝️ Single Darf die Sprint-Länge während eines laufenden Sprints verlängert werden, um die Arbeit noch fertigzustellen?
Ja, um maximal eine Woche
Ja, wenn das Sprint-Ziel sonst nicht erreicht wird
Nein – die Timebox ist fix; unfertige Arbeit geht zurück ins Product Backlog
Ja, wenn der Product Owner zustimmt
Eine feste Kadenz ist Voraussetzung für verlässliche Empirie. Verlängerungen verdecken Planungsprobleme, statt sie sichtbar zu machen.
✍️ Offen Mitten im Sprint stellt sich heraus, dass ein ausgewählter Backlog-Eintrag deutlich größer ist als angenommen. Das Sprint-Ziel ist dadurch gefährdet. Beschreiben Sie das scrum-konforme Vorgehen.
Musterantwort: Zürst wird die Lage transparent gemacht – im Daily Scrum, sobald die Erkenntnis vorliegt, nicht erst am Sprintende. Dann verhandeln die Developers mit dem Product Owner den Umfang neu: Das Sprint-Ziel bleibt bestehen, aber der konkrete Umfang der Arbeit ist im Sprint ausdrücklich verhandelbar. Möglich sind Aufteilung des Eintrags in einen kleineren, zielrelevanten Teil, Zurücknahme anderer Einträge oder eine reduzierte Lösung, die das Ziel dennoch erfüllt. Nicht scrum-konform wären: Verlängerung des Sprints, Absenken der Definition of Done, stilles Überziehen oder Nacharbeit außerhalb des Sprints. Lässt sich das Sprint-Ziel gar nicht mehr erreichen und ist es zudem obsolet geworden, kann allein der Product Owner den Sprint abbrechen. Die Ursache (Schätzung, Refinement-Tiefe) gehört in die Retrospektive.
Bewertet werden: sofortige Transparenz + Neuverhandlung des Umfangs mit dem PO + Sprint-Ziel bleibt, Umfang ist verhandelbar + explizite Nennung unzulässiger Alternativen (Verlängerung/DoD absenken) + Abbruch nur durch PO + Ursachenbehandlung in der Retrospektive.
Merksatz: „Ziel bleibt, Umfang wackelt“ – erst transparent machen (Daily), dann mit dem PO neu verhandeln: splitten, tauschen, reduzieren. Sprint-Ziel ist heilig, Umfang nicht. Verboten: Sprint verlängern, DoD senken, still überziehen. Abbruch nur durch den PO, wenn das Ziel obsolet ist. Ursache in die Retrospektive.
✍️ Offen Begründen Sie, warum ein Sprint nicht verlängert werden darf, um noch unfertige Arbeit abzuschließen, und beschreiben Sie, was stattdessen geschieht.
Musterantwort: Die feste Sprint-Länge ist die Messlatte der Empirie. Würde man den Sprint verlängern, bis die geplante Arbeit fertig ist, verschwände genau die Information, um die es geht: nämlich dass mehr geplant wurde, als das Team leisten konnte. Der Vergleich zwischen Sprints wäre nicht mehr möglich, weil jeder Sprint eine andere Dauer hätte, und die Prognosefähigkeit ginge verloren. Zudem entfiele der regelmäßige Takt, auf den sich Stakeholder und Organisation verlassen. Stattdessen endet der Sprint zum festgelegten Termin. Was der Definition of Done entspricht, ist Teil des Increments; was nicht fertig ist, kehrt in das Product Backlog zurück und wird dort vom Product Owner neu bewertet und eingeordnet – es wandert also nicht automatisch in den nächsten Sprint. Im Sprint Review wird der tatsächliche Stand offen gezeigt, und die Retrospektive nimmt sich der Frage an, warum die Prognose nicht aufging. Wichtig ist die Unterscheidung: Die Sprint-Länge kann für künftige Sprints geändert werden, aber niemals während eines laufenden Sprints.
Merksatz: Der Sprint ist ein Metronom, kein Gummiband – wer ihn dehnt, verliert den Takt und die Wahrheit.

Kern: Feste Länge = Messlatte der Empirie. Verlängern würde die Information vernichten, dass zu viel geplant wurde. Stattdessen: Sprint endet pünktlich, Fertiges wird Increment, Unfertiges zurück ins Product Backlog (PO bewertet neu), Sprint Review zeigt ehrlichen Stand, Retrospektive klärt die Fehlprognose. Länge nur für künftige Sprints änderbar, nie im laufenden.
☝️ Single Ein Team möchte die Sprint-Länge von zwei Wochen auf eine Woche verkürzen. Welcher Effekt ist am wenigsten zu erwarten?
Der Druck auf die Zerlegung der Backlog-Einträge steigt
Der Anteil der Zeit, der auf Events entfällt, sinkt
Das Risiko je Sprint sinkt, weil weniger Arbeit gefährdet ist
Feedback aus dem Sprint Review kommt häufiger
Die Timeboxen der Events skalieren mit der Sprint-Länge, der relative Anteil bleibt also etwa gleich; in der Praxis steigt er sogar leicht, weil manche Events einen Sockelaufwand haben. Die anderen drei Effekte treten tatsächlich ein.
Merksatz: Kürzere Sprints = mehr Events pro Zeit, nicht weniger – die Zeremonien bleiben gleich lang, also steigt ihr Zeitanteil.

Warum die anderen falsch sind:
  • Zerlegung: kleinere Sprints brauchen feinere Häppchen.

  • Risiko: weniger Arbeit pro Sprint = kleineres Risiko.

  • Review: kürzere Sprints = häufigere Reviews.
✍️ Offen Ein Team erreicht seit fünf Sprints in Folge sein Sprint-Ziel nicht. Analysieren Sie mögliche Ursachen auf verschiedenen Ebenen und beschreiben Sie, wie Sie vorgehen würden.
Musterantwort: Zunächst würde ich die Beobachtung von der Deutung trennen. Fünf verfehlte Ziele sind ein Muster, kein Einzelfall, und Muster haben meist systemische Ursachen. Auf Ebene des Sprint-Ziels: Ist es überhaupt ein Ziel oder nur eine Zusammenfassung der ausgewählten Einträge? Ein Ziel, das lautet "alle Einträge fertigstellen", ist konstruktionsbedingt nicht erreichbar, sobald etwas schiefgeht, weil es keinen Verhandlungsspielraum über den Umfang lässt. Auf Ebene der Planung: Wird der Umfang systematisch zu groß gewählt? Häufig steckt dahinter die Erwartung von außen, eine bestimmte Menge zuzusagen, oder die Unfähigkeit, Nein zu sagen. Zu prüfen ist auch, ob unsichtbare Arbeit anfällt, etwa Support oder Zuarbeit für andere Teams, die nie im Sprint Backlog auftaucht. Auf Ebene der Arbeit: Stauen sich Einträge am Ende des Sprints, weil alle parallel begonnen und nichts fertig wird? Werden Abhängigkeiten zu anderen Teams erst im Sprint sichtbar? Ist die Definition of Done so aufwendig, dass Fertigstellung strukturell nicht in einen Sprint passt? Auf Ebene der Organisation: Wird das Team im Sprint unterbrochen, sind Mitglieder mehreren Vorhaben zugeordnet, fehlen Entscheidungen des Product Owners? Vorgehen: Ich würde das Muster in der Retrospektive selbst zum Thema machen und dabei mit Daten arbeiten statt mit Eindrücken, etwa mit der Verteilung der Fertigstellungen über die Sprinttage und dem Anteil ungeplanter Arbeit. Dann würde ich mit dem Team eine Hypothese wählen und eine einzige Änderung ausprobieren, statt fünf Maßnahmen gleichzeitig zu beschließen. Wiederholtes Verfehlen ist außerdem oft ein Vertrauensproblem: Wenn ein verfehltes Ziel sanktioniert wird, wird das Team beim nächsten Mal ein beliebig erreichbares Ziel formulieren, und dann ist die Information endgültig verloren. Was ich nicht täte: die Auswahlmenge pauschal reduzieren, ohne die Ursache zu kennen, oder das Sprint-Ziel abschaffen, weil es ohnehin nicht erreicht wird.
Bewertet werden: Muster statt Einzelfall + mindestens drei Ebenen (Zielformulierung, Planung/unsichtbare Arbeit, Arbeitsfluss/Abhängigkeiten, Organisation) + datenbasierte Retrospektive + eine Änderung statt vieler + Hinweis auf Sanktionierung und ihre Folge + Nennung untauglicher Abkürzungen.
Daily Scrum [Events] 6 Unterseite →
☝️ Single Wie lange dauert das Daily Scrum und für wen ist es?
30 Minuten, geleitet vom Scrum Master
So lange wie nötig, für alle Stakeholder
15 Minuten, für die Developers
1 Stunde, für das ganze Unternehmen
Das Daily Scrum ist ein 15-minütiges Event für die Developers, um den Fortschritt zum Sprint-Ziel zu inspizieren und den Plan anzupassen. Es ist kein Status-Report an das Management.
☝️ Single Wie lange dauert das Daily Scrum?
30 Minuten
So lange wie nötig
15 Minuten pro Woche Sprint-Länge
15 Minuten, unabhängig von der Sprint-Länge
Das Daily Scrum ist auf 15 Minuten begrenzt – unabhängig von der Sprint-Länge und der Teamgröße.
☝️ Single Für wen ist das Daily Scrum?
Für den Product Owner und die Developers
Für die Developers
Für den Scrum Master
Für das gesamte Scrum Team plus Stakeholder
Das Daily Scrum ist ein Event der Developers. Product Owner und Scrum Master nehmen nur teil, wenn sie aktiv an Sprint-Backlog-Arbeit mitwirken.
☝️ Single Müssen im Daily Scrum die drei bekannten Fragen ("Was habe ich gestern getan...") beantwortet werden?
Ja, aber nur bei Sprints über zwei Wochen
Nein – der Scrum Guide 2020 schreibt keine Struktur mehr vor, das Ziel ist Fortschritt zum Sprint-Ziel
Ja, die drei Fragen sind verpflichtend
Nein, das Daily Scrum wurde 2020 abgeschafft
Die drei Fragen wurden 2020 gestrichen. Die Developers wählen die Struktur selbst, solange Fortschritt und Plananpassung im Mittelpunkt stehen.
☝️ Single Warum findet das Daily Scrum jeden Tag zur selben Zeit am selben Ort statt?
Um die Velocity täglich messen zu können
Um Komplexität und Abstimmungsaufwand zu reduzieren
Weil das Management es so vorgibt
Damit der Scrum Master die Anwesenheit kontrollieren kann
Ein fester Rahmen reduziert Koordinationsaufwand – niemand muss täglich Termine abstimmen.
☝️ Single Ein Daily Scrum entwickelt sich regelmäßig zu einer 45-minütigen technischen Diskussion. Was ist die passendste Reaktion?
Das Daily abschaffen und durch ein Wochenmeeting ersetzen
Das Daily nach 15 Minuten beenden und die Detaildiskussion direkt danach mit den Betroffenen fortsetzen
Technische Themen ins Sprint Review verschieben
Die Timebox dauerhaft auf 45 Minuten erhöhen
Die Timebox bleibt. Vertiefende Diskussionen finden im Anschluss statt – oft nur mit einem Teil der Developers.
Sprint Planning [Events] 5 Unterseite →
☝️ Single Welche drei Themen behandelt das Sprint Planning?
Rollen, Events, Artefakte
Warum ist der Sprint wertvoll? Was kann erreicht werden? Wie wird die Arbeit erledigt?
Budget, Zeit, Ressourcen
Wer ist schuld? Was lief schlecht? Was ändern wir?
Sprint Planning behandelt: Warum (Sprint-Ziel/Wert), Was (ausgewählte Backlog-Items) und Wie (Plan zur Umsetzung). Die zweite Option beschreibt die Retrospektive.
☝️ Single Wie lange dauert das Sprint Planning maximal bei einem einmonatigen Sprint?
Zwei Stunden
Einen ganzen Arbeitstag ohne feste Grenze
Acht Stunden
Vier Stunden
Maximal acht Stunden bei einem Monatssprint; bei kürzeren Sprints entsprechend kürzer (Faustregel: bei zwei Wochen etwa vier Stunden).
Merksatz: Ein Monat Sprint = ein Arbeitstag Planung. 8 Stunden für 4 Wochen, also 2 Stunden pro Sprintwoche – „8 für 4“.

Warum die anderen falsch sind:
  • Zwei Stunden: das ist die Zeit pro Sprintwoche, nicht für den ganzen Monat.

  • Ganzer Arbeitstag ohne Grenze: Timebox muss immer fest sein.

  • Vier Stunden: das gilt für einen zweiwöchigen Sprint, nicht für einen Monat.
☝️ Single Das Sprint Planning gliedert sich in drei Themen. Welche Reihenfolge ist korrekt?
Vision, Roadmap, Release-Plan
Umfang, Termin, Kosten
Warum ist dieser Sprint wertvoll, was kann erledigt werden, wie wird die Arbeit erledigt
Was wurde erledigt, was blockiert, was kommt als Nächstes
Thema 1 führt zum Sprint-Ziel, Thema 2 zur Auswahl der Backlog-Einträge, Thema 3 zum Plan der Umsetzung. Zusammen ergeben sie das Sprint Backlog.
☝️ Single Wer entscheidet, wie viele Product-Backlog-Einträge in den Sprint aufgenommen werden?
Der Scrum Master
Der Product Owner
Die Developers
Das Management nach Kapazitätsplanung
Der Product Owner bestimmt die Reihenfolge und erklärt das Ziel; wie viel davon realistisch machbar ist, entscheiden allein die Developers.
☝️ Single Wer darf zum Sprint Planning eingeladen werden?
Ausschließlich die Developers
Das Scrum Team kann weitere Personen einladen, um fachlichen Rat einzuholen
Alle Stakeholder müssen teilnehmen
Nur Mitglieder des Scrum Teams, Externe sind ausgeschlossen
Das Scrum Team kann Dritte zur Beratung hinzuziehen. Die Entscheidungen bleiben aber beim Scrum Team.
Sprint Review [Events] 6 Unterseite →
☝️ Single Was ist der Hauptzweck des Sprint Review?
Den nächsten Sprint detailliert planen
Das Increment inspizieren und das Product Backlog gemeinsam mit Stakeholdern anpassen
Die Developers bewerten
Die Zusammenarbeit im Team verbessern
Im Sprint Review inspizieren Scrum-Team und Stakeholder das Increment und passen das Product Backlog an. Die Team-Verbesserung ist Thema der Retrospektive.
☝️ Single Wie lange dauert das Sprint Review maximal bei einem einmonatigen Sprint?
Vier Stunden
Drei Stunden
Zwei Stunden
Acht Stunden
Maximal vier Stunden bei einem Monatssprint, bei kürzeren Sprints entsprechend kürzer.
Merksatz: „Review = vier“ – wie ein Viersitzer: Der Sprint Review dauert bei einem Monat Sprint maximal vier Stunden.

Warum die anderen falsch sind:
  • Drei Stunden – verwechselt mit Daily Scrum (15 Min.) oder falscher Kürzung.

  • Zwei Stunden – typische Verwechslung mit Sprint Planning Teil 2 oder Retro.

  • Acht Stunden – das ist die Maximaldauer des Sprint Planning bei einem Monat.
☝️ Single Was ist der Zweck des Sprint Review?
Das Increment formal abzunehmen und freizugeben
Dem Management den Projektstatus zu berichten
Die Arbeit des Teams zu bewerten und Leistung zu beurteilen
Das Ergebnis des Sprints zu inspizieren und mit den Stakeholdern das weitere Vorgehen anzupassen
Das Review ist eine Arbeitssitzung zur gemeinsamen Inspektion und Anpassung des Product Backlogs – keine Statuspräsentation und kein Abnahme-Gate.
☝️ Single Wer nimmt am Sprint Review teil?
Das Scrum Team allein, Stakeholder erhalten ein Protokoll
Nur die Developers
Nur Product Owner und Stakeholder
Das Scrum Team und die eingeladenen Stakeholder
Das Review lebt vom direkten Austausch mit den Stakeholdern – das ist seine zentrale Feedbackfunktion.
Merksatz: Sprint Review = „Marktplatz“: Das Scrum Team öffnet die Türen, Stakeholder kommen zum Schauen und Mitreden.

Warum die anderen falsch sind:
  • Protokoll statt Dialog: Review ist Austausch, kein Bericht.

  • Nur Developers: PO und SM fehlen, Feedback fehlt.

  • Nur PO und Stakeholder: Developers zeigen die Arbeit selbst.
☝️ Single Was ist ein typisches Ergebnis des Sprint Review?
Ein fertiges Sprint Backlog für den nächsten Sprint
Ein angepasstes Product Backlog
Ein Maßnahmenplan zur Teamverbesserung
Eine formale Freigabe des Increments durch die Stakeholder
Aus der gemeinsamen Inspektion ergeben sich Anpassungen des Product Backlogs. Teamverbesserungen sind Thema der Retrospektive.
Merksatz: Sprint Review = Produkt-Inspektion mit Stakeholdern → Ergebnis ist ein angepasstes Product Backlog. „Review zeigt, was kommt ins Backlog."

Warum die anderen falsch sind:
  • Sprint Backlog entsteht im Sprint Planning, nicht im Review.

  • Maßnahmenplan ist Ergebnis der Retrospektive.

  • Formale Freigabe gibt es nicht – das Increment wird nur inspiziert.
✌️ Multi Welche Aussagen über das Sprint Review treffen zu? (Mehrere richtig)
Es dient der formalen Abnahme des Increments durch den Product Owner
Das Increment kann bereits vor dem Review ausgeliefert worden sein
Ohne teilnehmende Stakeholder entfällt das Event
Auch ein Sprint mit verfehltem Sprint-Ziel hat ein Sprint Review
Es ist eine Arbeitssitzung, deren Ergebnis ein angepasstes Product Backlog sein kann
Eine formale Abnahme kennt Scrum nicht; die Definition of Done entscheidet über Fertigstellung. Fehlende Stakeholder sind ein Impediment, kein Grund zum Ausfall des Events.
Sprint Retrospective [Events] 5 Unterseite →
☝️ Single Worauf zielt die Sprint Retrospective ab?
Wege finden, um Qualität und Effektivität der Zusammenarbeit zu steigern
Das Product Backlog priorisieren
Den Sprint-Umfang festlegen
Das Increment den Stakeholdern zeigen
Die Retrospektive dient dazu, wie das Team zusammenarbeitet zu inspizieren und Verbesserungen zu planen (Qualität/Effektivität). Sie ist der letzte Event im Sprint.
☝️ Single Wie lange dauert die Sprint Retrospective maximal bei einem einmonatigen Sprint?
Eine Stunde
Acht Stunden
Vier Stunden
Drei Stunden
Maximal drei Stunden bei einem Monatssprint. Sie ist damit kürzer als das Sprint Review (vier Stunden).
Merksatz: „Drei Stunden Rückblick – wie ein Fußballspiel mit Verlängerung.“ Die Retro ist der kürzeste der drei großen Sprint-Events: maximal 3 Stunden pro Monat.

Warum die anderen falsch sind:
  • One hour – verwechselt mit dem Daily Scrum (15 Min.).

  • Eight hours – das ist das Sprint Planning bei einem Monat.

  • Four hours – das ist die Sprint Review bei einem Monat.
☝️ Single Welches Event schließt den Sprint ab?
Das letzte Daily Scrum
Die Sprint Retrospective
Das Sprint Review
Die Übergabe des Increments
Die Retrospektive ist das letzte Event im Sprint und findet nach dem Sprint Review statt.
Merksatz: Erst Review (Produkt zeigen), dann Retro (Prozess verbessern) – die Retrospective ist das Schlusslicht, sie beendet den Sprint.

Warum die anderen falsch sind:
  • Letztes Daily Scrum: nur Tagesabstimmung, kein Sprintende.

  • Sprint Review: prüft das Increment, kommt VOR der Retro.

  • Increment-Übergabe: ist kein Event, sondern Ergebnis.
✌️ Multi Was wird in der Sprint Retrospective inspiziert? (Mehrere richtig)
Wie die Zusammenarbeit im Team verlaufen ist
Die Leistung einzelner Teammitglieder zur Beurteilung
Der Umfang des nächsten Sprints
Die Definition of Done und die Qualität der Arbeit
Welche Prozesse und Werkzeuge geholfen oder gestört haben
Die Retrospektive betrachtet Menschen, Interaktionen, Prozesse, Werkzeuge und die Definition of Done. Sie ist kein Instrument der Leistungsbeurteilung.
Merksatz: Retrospektive = Rückspiegel fürs WIE: Zusammenarbeit, Qualität (DoD) und Prozesse/Werkzeuge – nicht fürs WER oder WAS.

Warum die anderen falsch sind:
  • Leistung Einzelner: Retro bewertet das Team, nie Personen.

  • Umfang nächster Sprint: Das ist Sprint Planning, nicht Retro.
☝️ Single Was macht das Scrum Team mit den wirksamsten Verbesserungsideen aus der Retrospektive?
Es übergibt sie dem Management zur Genehmigung
Es dokumentiert sie ausschließlich im Retrospektiv-Protokoll
Es setzt sie so bald wie möglich um; sie können auch ins Sprint Backlog aufgenommen werden
Es sammelt sie für einen jährlichen Verbesserungsworkshop
Verbesserungen wirken nur, wenn sie umgesetzt werden. Es ist üblich, mindestens eine Verbesserung ins nächste Sprint Backlog aufzunehmen.
Sprint-Abbruch [Events] 3 Unterseite →
☝️ Single Wer darf einen Sprint vorzeitig abbrechen?
Der Scrum Master
Die Developers per Mehrheit
Nur der Product Owner
Jeder Stakeholder
Nur der Product Owner hat die Autorität, einen Sprint abzubrechen – typischerweise wenn das Sprint-Ziel obsolet geworden ist.
Merksatz: Der Product Owner hält den Geldbeutel – nur er stoppt den Sprint, wenn der Wert kippt. „Nur der PO zieht den Notausgang.“

Warum die anderen falsch sind:
  • Scrum Master: coacht, stoppt aber nicht – kein Sprint-Abbruch-Recht.

  • Developers per Mehrheit: bauen, entscheiden aber nicht über Sprintende.

  • Jeder Stakeholder: darf ansprechen, aber nie abbrechen.
☝️ Single Wer darf einen Sprint abbrechen?
Nur der Product Owner
Das Management
Der Scrum Master
Die Developers per Mehrheit
Nur der Product Owner kann einen Sprint abbrechen – typischerweise, wenn das Sprint-Ziel obsolet geworden ist. Andere können den Abbruch anregen.
☝️ Single Was geschieht mit den fertiggestellten Teilen, wenn ein Sprint abgebrochen wird?
Die Arbeit wird ungeprüft in das nächste Increment übernommen
Alle Arbeit des Sprints wird verworfen
Fertige, der Definition of Done entsprechende Arbeit wird überprüft und kann übernommen werden; der Rest geht zurück ins Product Backlog
Alles bleibt im Sprint Backlog für den nächsten Sprint
Ein Abbruch macht Fertiges nicht wertlos. Nicht abgeschlossene Einträge werden neu geschätzt und kehren ins Product Backlog zurück.
Events [Events] 8 Unterseite →
✌️ Multi Welche Aussagen zu den Scrum-Events sind korrekt? (Mehrere richtig)
Jedes Event ist eine Gelegenheit zur Inspektion und Adaption
Events haben eine feste maximale Dauer (Timebox)
Zwischen Sprints gibt es lange Pausen
Der Sprint enthält alle anderen Events
Das Daily Scrum ist ein Status-Meeting für den Manager
Der Sprint ist der Container, jedes Event dient Inspektion+Adaption und ist timeboxed. Das Daily ist KEIN Management-Status, und ein neuer Sprint beginnt direkt nach dem vorigen (keine langen Pausen).
✍️ Offen Beschreiben Sie Zweck und Ergebnis des Sprint Planning.
Musterantwort: Zweck: Der Sprint wird geplant. Behandelt werden drei Themen – Warum ist der Sprint wertvoll (Sprint-Ziel), Was kann im Sprint erledigt werden (ausgewählte Product-Backlog-Items), Wie wird die Arbeit erledigt (Plan der Developers). Ergebnis: das Sprint Backlog (Sprint-Ziel + ausgewählte Items + Plan). Timebox: max. 8 Std bei einem Monatssprint.
Bewertet werden: Zweck (Sprint planen), die drei Themen Warum/Was/Wie, Ergebnis Sprint Backlog inkl. Sprint-Ziel.
Merksatz: „W-W-W zum Sprint-Backlog“ – Warum (Sprint-Ziel), Was (ausgewählte PBIs), Wie (Plan der Developers). Drei Fragen, ein Ergebnis: das Sprint Backlog. Timebox: max. 8 Std/Monat.
☝️ Single Was gilt für die Timeboxen der Scrum-Events?
Sie sind Maximalwerte – Events können früher enden, wenn ihr Zweck erfüllt ist
Sie sind unverbindliche Richtwerte
Sie sind Mindestwerte und müssen ausgeschöpft werden
Sie gelten nur für Sprints von einem Monat
Timeboxen sind Obergrenzen. Ein Event früher zu beenden ist erlaubt, sobald sein Zweck erreicht ist.
☝️ Single Was passiert bei kürzeren Sprints mit den Timeboxen der Events?
Sie verdoppeln sich, um die kürzere Laufzeit auszugleichen
Sie bleiben unverändert
Sie entfallen bei Sprints unter zwei Wochen
Sie sind in der Regel entsprechend kürzer
Die genannten Timeboxen gelten für einen Monatssprint; bei kürzeren Sprints sind die Events üblicherweise kürzer.
✌️ Multi Welche Events sieht Scrum vor? (Mehrere richtig)
Product Backlog Refinement
Daily Scrum
Sprint Planning
Sprint Zero
Sprint Review
Neben Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective (hier nicht aufgeführt) gilt der Sprint selbst als Event. Refinement ist eine laufende Aktivität, kein Event; einen "Sprint Zero" gibt es in Scrum nicht.
☝️ Single Ein Team führt zusätzlich wöchentliche Status-Meetings mit dem Management ein. Wie ist das aus Scrum-Sicht zu bewerten?
Es ist unbedenklich, solange das Daily Scrum stattfindet
Es ist ein Hinweis auf fehlende Transparenz – die Scrum-Events sollten den Informationsbedarf bereits decken
Es ersetzt das Sprint Review
Es ist Pflicht, sobald das Management Interesse zeigt
Die Scrum-Events sind so angelegt, dass zusätzliche Statusmeetings überflüssig werden. Ihr Bedarf deutet auf mangelnde Transparenz oder fehlendes Vertrauen hin.
☝️ Single Warum sollten die Scrum-Events möglichst am selben Ort und zur selben Zeit stattfinden?
Um Komplexität zu reduzieren – Termine müssen nicht jedes Mal neu abgestimmt werden
Weil der Scrum Guide feste Uhrzeiten vorschreibt
Damit Stakeholder jederzeit spontan teilnehmen können
Damit die Timeboxen automatisch eingehalten werden
Ein gleichbleibender Rhythmus senkt Koordinationsaufwand und macht Teilnahme verlässlich planbar.
☝️ Single Ein Team hält das Sprint Review regelmäßig ohne Stakeholder ab. Welche Folge hat das?
Das Event wird dadurch effizienter
Der Zweck des Events entfällt weitgehend: Ohne externes Feedback wird das Product Backlog nicht auf Basis neuer Erkenntnisse angepasst
Die Auswirkung ist gering, solange das Increment fertig ist
Der Product Owner kann die Anpassung allein vornehmen
Das Sprint Review ist ein Arbeitstreffen mit den Stakeholdern, keine Abnahmezeremonie. Ohne sie inspiziert das Team nur sich selbst.
PO & Sprint Review [Events] 2 Unterseite →
☝️ Single Was tut der Product Owner primär im Sprint Review?
Die Leistung der Developers bewerten
Die Retrospektive moderieren
Mit Stakeholdern das Increment und den Fortschritt zum Product Goal besprechen und das Backlog anpassen
Den nächsten Sprint allein planen
Im Sprint Review bespricht der PO mit den Stakeholdern das Increment, den Fortschritt Richtung Product Goal und passt das Product Backlog gemeinsam an. Bewertung/Retro sind nicht seine Rolle hier.
☝️ Single Welche Aufgabe hat der Product Owner im Sprint Review?
Das Increment formal abzunehmen
Das Sprint Backlog für den nächsten Sprint festzulegen
Den Stand in Richtung Product Goal einordnen und mit den Stakeholdern die nächsten Schritte besprechen
Die Leistung der Developers zu bewerten
Das Review ist eine Arbeitssitzung zur gemeinsamen Anpassung des Product Backlogs, keine Abnahme und keine Leistungsbeurteilung.
PO & Sprint [Events] 2 Unterseite →
☝️ Single Der Product Owner möchte mitten im Sprint einen zusätzlichen Eintrag aufnehmen. Was gilt?
Er kann Einträge jederzeit einseitig hinzufügen
Er verhandelt mit den Developers; aufgenommen werden kann er nur, wenn das Sprint-Ziel dadurch nicht gefährdet wird
Änderungen im Sprint sind ausnahmslos verboten
Der Scrum Master entscheidet darüber
Der Umfang ist verhandelbar, das Sprint-Ziel nicht. Die Verhandlung führen Product Owner und Developers gemeinsam.
☝️ Single Wann sollte ein Product Owner einen Sprint abbrechen?
Wenn ein wichtiger Developer ausfällt
Wenn absehbar ist, dass nicht alle Einträge fertig werden
Wenn Stakeholder mit dem letzten Review unzufrieden waren
Wenn das Sprint-Ziel obsolet geworden ist, etwa durch eine Marktveränderung oder eine strategische Entscheidung
Nicht die drohende Untererfüllung rechtfertigt den Abbruch, sondern die Sinnlosigkeit des Ziels. Abbrüche sind selten und kostspielig.
PO & Planning [Events] 1 Unterseite →
☝️ Single Welchen Beitrag leistet der Product Owner im Sprint Planning?
Er legt fest, wie viele Einträge umgesetzt werden
Er schätzt die Größe der ausgewählten Einträge
Er erläutert, wie der Sprint zum Product Goal beitragen kann, und beantwortet Fragen zu den obersten Einträgen
Er erstellt den Umsetzungsplan der Developers
Der Product Owner bringt Wertperspektive und Klarheit ein. Menge und Plan verantworten die Developers.
Sprint-Ziel [Events] 1 Unterseite →
☝️ Single Am Ende des Sprints wurden acht von zehn ausgewählten Einträgen fertiggestellt, das Sprint-Ziel ist aber vollständig erreicht. Wie ist der Sprint zu bewerten?
Der Sprint war erfolgreich: Das Commitment gilt dem Sprint-Ziel, nicht der Menge ausgewählter Einträge
Der Sprint war teilweise gescheitert, weil zwanzig Prozent der Zusage offen blieben
Das lässt sich nicht bewerten, solange der Product Owner die Einträge nicht abgenommen hat
Der Sprint war erfolgreich, aber die beiden offenen Einträge müssen in den nächsten Sprint übernommen werden
Die Auswahl im Sprint Planning ist eine Prognose, das Sprint-Ziel ist das Commitment. Auch die dritte Antwort ist falsch: Offene Einträge gehen zurück ins Product Backlog, und der Product Owner entscheidet neu über ihre Reihenfolge, statt sie automatisch fortzuschreiben.
Merksatz: Das Sprint-Ziel ist der Kompass, nicht die Packliste – wer das Ziel erreicht, hat den Sprint gewonnen, auch wenn Gepäckstücke liegen bleiben.

Warum die anderen falsch sind:
  • Prozentdenken: Commitment gilt dem Ziel, nicht der Item-Anzahl.

  • PO-Abnahme ist kein Sprint-Kriterium, sondern Teil des Increments.

  • Offene Items wandern nicht automatisch, sie gehen zurück ins Product Backlog.
Keine Fragen gefunden