Sprint [Events]

10 Übungsfragen mit Lösung und Erklärung.

☝️ SingleWas ist der Sprint in Scrum?
Nur das Planungsmeeting zu Beginn
Ein fester Zeitrahmen (max. 1 Monat), in dem alle anderen Events stattfinden
Eine Pause zwischen zwei Releases
Ein Synonym für das Daily Scrum
Der Sprint ist der Container-Event von maximal einem Monat, in dem alle anderen Events (Planning, Daily, Review, Retro) stattfinden. Ein neuer Sprint startet direkt nach dem vorigen.
✌️ MultiWelche Aussagen über den Sprint sind korrekt? (Mehrere richtig)
Das Sprint-Ziel darf beliebig oft während des Sprints ausgetauscht werden
Während des Sprints wird die Qualität nicht gesenkt
Ein neuer Sprint beginnt unmittelbar nach dem Ende des vorherigen
Ein Sprint dauert maximal einen Monat
Der Umfang kann mit dem PO neu verhandelt werden, wenn mehr klar wird
Sprints sind max. 1 Monat, folgen nahtlos aufeinander, Qualität wird nicht gesenkt, und der Umfang kann bei wachsendem Wissen mit dem PO verhandelt werden. Das Sprint-Ziel bleibt aber stabil – es wird nicht beliebig ausgetauscht.
☝️ SingleWie lange darf ein Sprint maximal dauern?
Genau zwei Wochen
Maximal sechs Wochen
Einen Monat oder weniger
Maximal ein Quartal
Sprints dauern einen Monat oder weniger. Längere Zeiträume machen das Sprint-Ziel unscharf, erhöhen die Komplexität und verzögern Feedback.
☝️ SingleWann beginnt der nächste Sprint?
Nach Freigabe durch das Management
Sobald der Product Owner das Backlog fertig aufbereitet hat
Nach einer Pufferwoche zur Stabilisierung
Unmittelbar nach dem Abschluss des vorherigen Sprints
Sprints folgen unmittelbar aufeinander. Stabilisierungs- oder Puffersprints zwischen Sprints sind nicht Teil von Scrum.
☝️ SingleWarum wird der Sprint als "Container" bezeichnet?
Weil alle anderen Scrum-Events innerhalb des Sprints stattfinden
Weil er alle Product-Backlog-Einträge enthält
Weil er das fertige Produkt enthält
Weil er die Arbeit mehrerer Teams bündelt
Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective finden alle innerhalb des Sprints statt.
☝️ SingleDarf die Sprint-Länge während eines laufenden Sprints verlängert werden, um die Arbeit noch fertigzustellen?
Ja, um maximal eine Woche
Ja, wenn das Sprint-Ziel sonst nicht erreicht wird
Nein – die Timebox ist fix; unfertige Arbeit geht zurück ins Product Backlog
Ja, wenn der Product Owner zustimmt
Eine feste Kadenz ist Voraussetzung für verlässliche Empirie. Verlängerungen verdecken Planungsprobleme, statt sie sichtbar zu machen.
✍️ OffenMitten im Sprint stellt sich heraus, dass ein ausgewählter Backlog-Eintrag deutlich größer ist als angenommen. Das Sprint-Ziel ist dadurch gefährdet. Beschreiben Sie das scrum-konforme Vorgehen.
Musterantwort: Zürst wird die Lage transparent gemacht – im Daily Scrum, sobald die Erkenntnis vorliegt, nicht erst am Sprintende. Dann verhandeln die Developers mit dem Product Owner den Umfang neu: Das Sprint-Ziel bleibt bestehen, aber der konkrete Umfang der Arbeit ist im Sprint ausdrücklich verhandelbar. Möglich sind Aufteilung des Eintrags in einen kleineren, zielrelevanten Teil, Zurücknahme anderer Einträge oder eine reduzierte Lösung, die das Ziel dennoch erfüllt. Nicht scrum-konform wären: Verlängerung des Sprints, Absenken der Definition of Done, stilles Überziehen oder Nacharbeit außerhalb des Sprints. Lässt sich das Sprint-Ziel gar nicht mehr erreichen und ist es zudem obsolet geworden, kann allein der Product Owner den Sprint abbrechen. Die Ursache (Schätzung, Refinement-Tiefe) gehört in die Retrospektive.
Bewertet werden: sofortige Transparenz + Neuverhandlung des Umfangs mit dem PO + Sprint-Ziel bleibt, Umfang ist verhandelbar + explizite Nennung unzulässiger Alternativen (Verlängerung/DoD absenken) + Abbruch nur durch PO + Ursachenbehandlung in der Retrospektive.
✍️ OffenBegründen Sie, warum ein Sprint nicht verlängert werden darf, um noch unfertige Arbeit abzuschließen, und beschreiben Sie, was stattdessen geschieht.
Musterantwort: Die feste Sprint-Länge ist die Messlatte der Empirie. Würde man den Sprint verlängern, bis die geplante Arbeit fertig ist, verschwände genau die Information, um die es geht: nämlich dass mehr geplant wurde, als das Team leisten konnte. Der Vergleich zwischen Sprints wäre nicht mehr möglich, weil jeder Sprint eine andere Dauer hätte, und die Prognosefähigkeit ginge verloren. Zudem entfiele der regelmäßige Takt, auf den sich Stakeholder und Organisation verlassen. Stattdessen endet der Sprint zum festgelegten Termin. Was der Definition of Done entspricht, ist Teil des Increments; was nicht fertig ist, kehrt in das Product Backlog zurück und wird dort vom Product Owner neu bewertet und eingeordnet – es wandert also nicht automatisch in den nächsten Sprint. Im Sprint Review wird der tatsächliche Stand offen gezeigt, und die Retrospektive nimmt sich der Frage an, warum die Prognose nicht aufging. Wichtig ist die Unterscheidung: Die Sprint-Länge kann für künftige Sprints geändert werden, aber niemals während eines laufenden Sprints.
☝️ SingleEin Team möchte die Sprint-Länge von zwei Wochen auf eine Woche verkürzen. Welcher Effekt ist am wenigsten zu erwarten?
Der Druck auf die Zerlegung der Backlog-Einträge steigt
Der Anteil der Zeit, der auf Events entfällt, sinkt
Das Risiko je Sprint sinkt, weil weniger Arbeit gefährdet ist
Feedback aus dem Sprint Review kommt häufiger
Die Timeboxen der Events skalieren mit der Sprint-Länge, der relative Anteil bleibt also etwa gleich; in der Praxis steigt er sogar leicht, weil manche Events einen Sockelaufwand haben. Die anderen drei Effekte treten tatsächlich ein.
✍️ OffenEin Team erreicht seit fünf Sprints in Folge sein Sprint-Ziel nicht. Analysieren Sie mögliche Ursachen auf verschiedenen Ebenen und beschreiben Sie, wie Sie vorgehen würden.
Musterantwort: Zunächst würde ich die Beobachtung von der Deutung trennen. Fünf verfehlte Ziele sind ein Muster, kein Einzelfall, und Muster haben meist systemische Ursachen. Auf Ebene des Sprint-Ziels: Ist es überhaupt ein Ziel oder nur eine Zusammenfassung der ausgewählten Einträge? Ein Ziel, das lautet "alle Einträge fertigstellen", ist konstruktionsbedingt nicht erreichbar, sobald etwas schiefgeht, weil es keinen Verhandlungsspielraum über den Umfang lässt. Auf Ebene der Planung: Wird der Umfang systematisch zu groß gewählt? Häufig steckt dahinter die Erwartung von außen, eine bestimmte Menge zuzusagen, oder die Unfähigkeit, Nein zu sagen. Zu prüfen ist auch, ob unsichtbare Arbeit anfällt, etwa Support oder Zuarbeit für andere Teams, die nie im Sprint Backlog auftaucht. Auf Ebene der Arbeit: Stauen sich Einträge am Ende des Sprints, weil alle parallel begonnen und nichts fertig wird? Werden Abhängigkeiten zu anderen Teams erst im Sprint sichtbar? Ist die Definition of Done so aufwendig, dass Fertigstellung strukturell nicht in einen Sprint passt? Auf Ebene der Organisation: Wird das Team im Sprint unterbrochen, sind Mitglieder mehreren Vorhaben zugeordnet, fehlen Entscheidungen des Product Owners? Vorgehen: Ich würde das Muster in der Retrospektive selbst zum Thema machen und dabei mit Daten arbeiten statt mit Eindrücken, etwa mit der Verteilung der Fertigstellungen über die Sprinttage und dem Anteil ungeplanter Arbeit. Dann würde ich mit dem Team eine Hypothese wählen und eine einzige Änderung ausprobieren, statt fünf Maßnahmen gleichzeitig zu beschließen. Wiederholtes Verfehlen ist außerdem oft ein Vertrauensproblem: Wenn ein verfehltes Ziel sanktioniert wird, wird das Team beim nächsten Mal ein beliebig erreichbares Ziel formulieren, und dann ist die Information endgültig verloren. Was ich nicht täte: die Auswahlmenge pauschal reduzieren, ohne die Ursache zu kennen, oder das Sprint-Ziel abschaffen, weil es ohnehin nicht erreicht wird.
Bewertet werden: Muster statt Einzelfall + mindestens drei Ebenen (Zielformulierung, Planung/unsichtbare Arbeit, Arbeitsfluss/Abhängigkeiten, Organisation) + datenbasierte Retrospektive + eine Änderung statt vieler + Hinweis auf Sanktionierung und ihre Folge + Nennung untauglicher Abkürzungen.
← Alle ThemenIm Quiz üben