✍️ OffenEin Scrum Master übernimmt ein neu gebildetes Team, das Scrum nicht kennt. Beschreiben Sie, wie sich sein Schwerpunkt über die ersten Monate verschiebt.
Musterantwort: Am Anfang überwiegt die lehrende Haltung. Das Team braucht ein gemeinsames Verständnis von Zweck und Ablauf der Events, von den Verantwortlichkeiten und vom Sinn der Artefakte und ihrer Commitments; hier wären coachende Fragen unangebracht, weil das Wissen schlicht fehlt. Parallel dazu übernimmt der Scrum Master die Moderation der Events, achtet auf die Timeboxen und macht vor, wie eine Retrospektive zu Ergebnissen führt. In der zweiten Phase verschiebt sich der Schwerpunkt zur Facilitation und zum Coaching: Das Team kennt die Regeln inzwischen und soll die Events zunehmend selbst tragen, weshalb der Scrum Master Moderationsaufgaben abgibt und stattdessen mit Fragen arbeitet, die Muster sichtbar machen. Gleichzeitig beginnt die Arbeit an der Selbstverwaltung, etwa indem er sich bewusst zurückhält, wenn das Team eine Entscheidung erwartet. In der dritten Phase verlagert sich der Fokus nach außen: Die verbleibenden Hindernisse liegen meist nicht mehr im Team, sondern in der Organisation, also bei Abhängigkeiten, Berichtspflichten oder unklaren Entscheidungsbefugnissen. Der Scrum Master arbeitet dann verstärkt mit dem Product Owner, dem Management und anderen Teams. Der rote Faden ist die abnehmende Unentbehrlichkeit: Er misst seinen Erfolg daran, wie viel das Team ohne ihn bewältigt.