✍️ OffenEin Scrum Master betreut vier Teams gleichzeitig und schafft es kaum, mehr als die Events zu moderieren. Analysieren Sie die Lage und beschreiben Sie mögliche Auswege.
Musterantwort: Die Lage deutet darauf hin, dass die Rolle auf ihren sichtbarsten Anteil reduziert wurde. Die Moderation der Events ist nur ein kleiner Teil der Verantwortung; hinzu kommen die Arbeit an Impediments außerhalb des Teams, die Unterstützung des Product Owners bei Backlog-Management und Produktplanung, die Begleitung der Selbstverwaltung sowie die Arbeit an den organisatorischen Rahmenbedingungen. Genau diese Anteile fallen bei Überlast zuerst weg, weil sie weniger sichtbar sind und keinen Kalendereintrag haben. Die Folge ist ein Scrum Master, der als Meeting-Moderator wahrgenommen wird, während die eigentlichen Hindernisse unbearbeitet bleiben. Als Auswege kommen mehrere Ansätze in Betracht. Kurzfristig kann er Moderationsaufgaben schrittweise an die Teams abgeben, was ohnehin dem Ziel der Selbstverwaltung entspricht, und sich auf die Themen konzentrieren, die nur er bearbeiten kann. Mittelfristig muss er die Überlastung gegenüber dem Management transparent machen, und zwar nicht als persönliche Klage, sondern anhand konkreter Folgen: liegengebliebene Impediments, wiederkehrende Probleme, verzögerte Entscheidungen. Möglich ist auch, sich bewusst auf weniger Teams zu konzentrieren, statt alle gleich schlecht zu begleiten, oder Teammitglieder für die Rolle zu befähigen. Wichtig ist, die Frage nicht als Zeitmanagementproblem zu behandeln, sondern als Frage, welchen Anspruch die Organisation an die Rolle tatsächlich stellt.