✍️ OffenEin Product Owner wird in seiner Organisation faktisch als Anforderungsschreiber eingesetzt: Prioritäten setzt ein Lenkungsausschuss, er formuliert nur aus. Analysieren Sie die Folgen und beschreiben Sie einen Weg heraus.
Musterantwort: Folgen: Die Verantwortlichkeit ist ausgehöhlt, weil Wertentscheidung und Rechenschaft auseinanderfallen. Entscheidungen dauern so lange wie der Sitzungsrhythmus des Ausschusses, wodurch das Team wartet und der empirische Kreislauf sich verlangsamt. Da niemand einzeln für den Produkterfolg einsteht, wird selten etwas abgelehnt und das Backlog wächst unkontrolliert. Das Team erhält Spezifikationen statt Absichten und baut deshalb Beschreibungen statt Lösungen. Weg heraus: Zunächst die Kosten des Zustands belegen, etwa Wartezeiten auf Entscheidungen, Anteil kaum genutzter Funktionen, Durchlaufzeit von der Idee bis zur Auslieferung. Dann eine Verschiebung der Zusammenarbeit vorschlagen, bei der der Ausschuss Rahmen und Ziele setzt, also Budget, Strategie und Product Goal, während die Reihenfolge innerhalb dieses Rahmens beim Product Owner liegt. Vertrauen entsteht über Transparenz: regelmäßige Sprint Reviews mit echten Ergebnissen und Wirkungsdaten ersetzen Kontrolle durch Nachvollziehbarkeit. Der Scrum Master unterstützt dabei auf der organisationalen Ebene. Ein realistischer Einstieg ist ein abgegrenzter Bereich, in dem der Product Owner tatsächlich entscheidet, und dessen Ergebnisse als Beleg dienen.
Bewertet werden: Auseinanderfallen von Entscheidung und Rechenschaft + Verzögerung/fehlende Ablehnung/Spezifikation statt Absicht + Kosten belegen + Rahmen durch Gremium, Reihenfolge durch PO + Transparenz über Review und Wirkungsdaten + schrittweiser Einstieg.