✍️ OffenErklären Sie, warum in einem Nexus in jedem Sprint ein integriertes Increment entstehen muss.
Musterantwort: Das integrierte Increment ist die einzige belastbare Aussage über den tatsächlichen Zustand des Produkts. Arbeiten mehrere Teams an einem Produkt und integrieren erst später, existiert zu keinem Zeitpunkt ein geprüfter Gesamtstand; jedes Team kennt nur seinen eigenen Beitrag und kann nicht wissen, ob dieser mit den übrigen zusammenwirkt. Damit fällt die Grundlage für Transparenz und Inspektion weg: Das Sprint Review zeigt Teilstände statt eines Produkts, Stakeholder-Feedback bezieht sich auf etwas, das noch scheitern kann, und jede Aussage über Fortschritt beruht auf Annahmen. Hinzu kommt der wirtschaftliche Aspekt. Integrationsprobleme wachsen überproportional mit der Zeit, in der nicht integriert wurde, weil sich Ursachen überlagern und Änderungen aufeinander aufbauen, die miteinander unverträglich sind. Ein Fehler, der nach zwei Tagen auffällt, ist meist in Minuten eingegrenzt; derselbe Fehler nach drei Monaten kann Wochen kosten. Deshalb ist das Nexus Integration Team ausdrücklich dafür rechenschaftspflichtig, dass mindestens einmal pro Sprint integriert wird, und deshalb gilt eine gemeinsame Definition of Done für alle Teams – unterschiedliche Fertigbegriffe machen ein gemeinsames Increment unmöglich. Praktisch erfordert das gemeinsame technische Praktiken, insbesondere Continuous Integration, automatisierte Tests und eine gemeinsame Codebasis oder klar definierte Schnittstellen.