✍️ OffenDer Product Owner und die Developers streiten regelmäßig über den Umfang, der in einen Sprint passt. Beschreiben Sie, wie ein Scrum Master hier wirkt.
Musterantwort: Der Streit ist ein Symptom, nicht das eigentliche Problem, und er deutet meist auf unklare Verantwortlichkeiten hin. Nach dem Scrum Guide entscheiden die Developers, wie viel Arbeit sie in den Sprint aufnehmen; der Product Owner bringt Reihenfolge und Sprint-Ziel ein und kann helfen, Kompromisse und Alternativen zu verstehen. Ist diese Aufteilung unklar oder wird sie nicht respektiert, wiederholt sich der Konflikt in jedem Planning. Als Erstes würde ich diese Rollenverteilung außerhalb des Events mit beiden Seiten klären, damit die Auseinandersetzung nicht jedes Mal von vorn beginnt. Als Zweites würde ich den Blick auf das Sprint-Ziel lenken. Wird zuerst gemeinsam geklärt, welchen Wert der Sprint liefern soll, verschiebt sich die Diskussion von der Menge der Einträge zur Frage, was für dieses Ziel wirklich nötig ist – und damit von einer Verhandlung zu einer gemeinsamen Gestaltungsaufgabe. Als Drittes würde ich mit Daten arbeiten: Wenn in mehreren Sprints regelmäßig Arbeit liegenbleibt, ist das eine überprüfbare Beobachtung und nicht mehr eine Meinung. Schließlich würde ich in der Retrospektive den Umgang miteinander thematisieren, falls der Ton bereits persönlich geworden ist. Meine eigene Rolle bleibt dabei allparteilich: Ich entscheide die Frage nicht, sondern sorge dafür, dass sie am richtigen Ort und mit den richtigen Informationen entschieden wird.