✍️ OffenEin Team erreicht sein Sprint-Ziel regelmäßig erst am letzten Tag, obwohl die Arbeitsmenge angemessen erscheint. Analysieren Sie das Problem aus Flusssicht und beschreiben Sie Maßnahmen.
Musterantwort: Das Muster deutet darauf hin, dass zu Sprintbeginn viele Einträge gleichzeitig begonnen und erst gegen Ende nacheinander abgeschlossen werden. Aus Flusssicht ist das ein klassisches Bild: Der Bestand an unfertiger Arbeit ist über den ganzen Sprint hoch, und nach dem Gesetz von Little verlängert sich dadurch die Durchlaufzeit jedes einzelnen Eintrags. Alles wird gleichzeitig fertig, weil alles gleichzeitig begonnen wurde.
Die Folgen sind erheblich. Erstens gibt es bis kurz vor Sprintende keine belastbare Aussage über den Fortschritt, weil nichts fertig ist. Zweitens ballen sich Überprüfung, Test und Integration am Ende, genau dann, wenn keine Zeit für Korrekturen bleibt. Drittens ist die Gefahr groß, dass ein spät entdecktes Problem gleich mehrere Einträge betrifft. Viertens entsteht der Eindruck, das Team sei ausgelastet, obwohl der Fluss schlecht ist.
Maßnahmen: Erstens ein WIP-Limit je Spalte oder je Person einführen, damit Fertigstellen Vorrang vor Beginnen bekommt. Zweitens das Alter der offenen Einträge sichtbar machen und im Daily nicht Personen, sondern Einträge durchgehen, beginnend beim ältesten. Drittens Schwärmen vereinbaren: Wer nichts Neues beginnen darf, hilft beim ältesten offenen Eintrag. Viertens die Einträge kleiner zerlegen, da große Einträge zwangsläufig lange offen bleiben. Fünftens prüfen, ob Wartezeiten auf Externe die Ursache sind; dann hilft kein WIP-Limit, sondern nur die Beseitigung der Abhängigkeit.
Zu vermeiden ist der Reflex, den Umfang zu reduzieren. Das Problem ist nicht die Menge, sondern die Reihenfolge der Bearbeitung.
Bewertet werden: Diagnose hoher paralleler Bestand + Bezug zum Gesetz von Little + mindestens drei Folgen (späte Transparenz, Ballung von Test/Integration, gemeinsames Risiko) + Maßnahmen WIP-Limit, Alter der Einträge, Schwärmen, kleinere Zerlegung + Prüfung externer Wartezeiten + Hinweis, dass Umfangsreduktion die Ursache verfehlt.