✍️ OffenBeschreiben Sie, wie ein Team die vier Flow-Metriken in seinen Scrum-Events konkret nutzt.
Musterantwort: Im Sprint Planning dienen Durchsatz und Durchlaufzeit als Grundlage der Prognose: Statt eine Punktesumme zu addieren, betrachtet das Team, wie viele Einheiten es in vergleichbaren Zeiträumen tatsächlich abgeschlossen hat, und leitet daraus ab, welcher Umfang für das Sprint-Ziel realistisch ist. Ergänzend hilft das Streudiagramm der Durchlaufzeiten bei der Frage, wie sicher eine bestimmte Einheit innerhalb des Sprints fertig wird. Im Daily Scrum ist das Work Item Age die zentrale Größe. Das Team geht das Board von rechts nach links durch und betrachtet zuerst die Einheiten, deren Alter die Service Level Expectation zu überschreiten droht; diese Reihenfolge lenkt die Aufmerksamkeit auf stockende Arbeit statt auf Personenberichte. Ebenso wird geprüft, ob WIP-Limits überschritten sind und welche Blockaden aufzulösen sind. Im Sprint Review lassen sich Durchsatz und Durchlaufzeit nutzen, um mit Stakeholdern über Lieferfähigkeit und realistische Erwartungen zu sprechen, und um Prognosen für kommende Vorhaben mit Wahrscheinlichkeiten zu unterlegen. In der Sprint Retrospective dienen alle vier Metriken als Datengrundlage für die Prozessverbesserung: Ein sich verbreiterndes Band im kumulativen Flussdiagramm weist auf wachsenden Rückstau hin, Ausreißer im Streudiagramm auf Abhängigkeiten oder Wartezeiten, wiederholte WIP-Überschreitungen auf Engpässe. Zugleich wird in der Retrospektive die Definition of Workflow selbst überprüft und angepasst.