Flow-Metriken [Kanban]

10 Übungsfragen mit Lösung und Erklärung.

☝️ SingleWelche vier Flow-Metriken nennt der Kanban Guide for Scrum Teams?
Work in Progress, Cycle Time, Work Item Age und Throughput
Velocity, Burndown, Story Points und Sprint-Ziel
Aktueller Wert, unrealisierter Wert, Time-to-Market und Innovationsfähigkeit
Umsatz, Kosten, Termin und Qualität
Die vierte Option beschreibt Evidence-Based Management, nicht Flow. Velocity ist keine Flow-Metrik, weil sie Menge misst statt Zeitverhalten.
☝️ SingleWas misst Work Item Age?
Die Anzahl der Sprints, die eine Einheit bereits überdauert hat
Die bisher verstrichene Zeit einer noch laufenden Arbeitseinheit seit ihrem Start
Die durchschnittliche Dauer aller abgeschlossenen Arbeitseinheiten
Das Alter eines Eintrags im Product Backlog seit seiner Erfassung
Work Item Age ist die einzige der vier Metriken, mit der sich noch eingreifen lässt: Cycle Time und Throughput beschreiben Vergangenes, das Alter beschreibt etwas, das gerade passiert.
☝️ SingleWas ist eine Service Level Expectation (SLE)?
Die maximale Anzahl gleichzeitig laufender Arbeitseinheiten
Eine vertragliche Zusicherung gegenüber dem Kunden mit Vertragsstrafe
Die vereinbarte Reaktionszeit auf Störungsmeldungen
Eine Prognose des Teams, in welcher Zeit eine Arbeitseinheit mit welcher Wahrscheinlichkeit fertig wird, etwa 85 Prozent innerhalb von acht Tagen
Die SLE ist eine Prognose des Teams über sich selbst, keine Zusage an Dritte, und sie beruht auf den eigenen historischen Durchlaufzeiten – nicht auf einem Wunsch.
☝️ SingleWas zeigt ein kumulatives Flussdiagramm (Cumulative Flow Diagram)?
Die Summe der geleisteten Arbeitsstunden je Teammitglied
Die Anzahl der Arbeitseinheiten je Zustand über die Zeit – die Bandbreite eines Bandes entspricht der laufenden Arbeit, ihre Steigung dem Durchsatz
Den Anteil erfüllter Akzeptanzkriterien je Eintrag
Die Verteilung der Story Points über die Sprints
Ein sich verbreiterndes Band ist das wichtigste Warnsignal: Es bedeutet, dass mehr Arbeit begonnen als abgeschlossen wird – der Rückstau wächst.
☝️ SingleWozu dient ein Streudiagramm (Scatterplot) der Durchlaufzeiten?
Es zeigt jede abgeschlossene Arbeitseinheit als Punkt und macht über Perzentillinien sichtbar, wie verlässlich das Team liefert
Es zeigt die Auslastung der Teammitglieder über die Zeit
Es stellt den Zusammenhang von Aufwand und Nutzen je Eintrag dar
Es vergleicht die Velocity mehrerer Teams
Aus den Perzentilen entsteht die SLE. Interessanter als der Mittelwert sind dabei die Ausreißer: Sie verweisen fast immer auf Wartezeiten und Abhängigkeiten, nicht auf Arbeitsaufwand.
☝️ SingleWas besagt Littles Gesetz im Kanban-Kontext?
Die durchschnittliche Durchlaufzeit entspricht der durchschnittlichen laufenden Arbeit geteilt durch den durchschnittlichen Durchsatz
Der Durchsatz wächst proportional zur Teamgröße
Die Fehlerrate steigt mit der Anzahl der Zustände im Workflow
Kleinere Arbeitseinheiten haben stets höheren Geschäftswert
Die praktische Folge ist der Hebel des WIP-Limits: Den Durchsatz zu erhöhen ist schwer, die laufende Arbeit zu reduzieren geht sofort – und senkt die Durchlaufzeit unmittelbar.
✍️ OffenBeschreiben Sie, wie ein Team die vier Flow-Metriken in seinen Scrum-Events konkret nutzt.
Musterantwort: Im Sprint Planning dienen Durchsatz und Durchlaufzeit als Grundlage der Prognose: Statt eine Punktesumme zu addieren, betrachtet das Team, wie viele Einheiten es in vergleichbaren Zeiträumen tatsächlich abgeschlossen hat, und leitet daraus ab, welcher Umfang für das Sprint-Ziel realistisch ist. Ergänzend hilft das Streudiagramm der Durchlaufzeiten bei der Frage, wie sicher eine bestimmte Einheit innerhalb des Sprints fertig wird. Im Daily Scrum ist das Work Item Age die zentrale Größe. Das Team geht das Board von rechts nach links durch und betrachtet zuerst die Einheiten, deren Alter die Service Level Expectation zu überschreiten droht; diese Reihenfolge lenkt die Aufmerksamkeit auf stockende Arbeit statt auf Personenberichte. Ebenso wird geprüft, ob WIP-Limits überschritten sind und welche Blockaden aufzulösen sind. Im Sprint Review lassen sich Durchsatz und Durchlaufzeit nutzen, um mit Stakeholdern über Lieferfähigkeit und realistische Erwartungen zu sprechen, und um Prognosen für kommende Vorhaben mit Wahrscheinlichkeiten zu unterlegen. In der Sprint Retrospective dienen alle vier Metriken als Datengrundlage für die Prozessverbesserung: Ein sich verbreiterndes Band im kumulativen Flussdiagramm weist auf wachsenden Rückstau hin, Ausreißer im Streudiagramm auf Abhängigkeiten oder Wartezeiten, wiederholte WIP-Überschreitungen auf Engpässe. Zugleich wird in der Retrospektive die Definition of Workflow selbst überprüft und angepasst.
☝️ SingleEin Team stellt fest, dass die Durchlaufzeit stark schwankt. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
Wartezeiten und Abhängigkeiten, nicht unterschiedlicher Arbeitsaufwand
Fehlende Story-Point-Schätzungen
Zu kurze Sprints
Unterschiedliche Erfahrung der Teammitglieder
In den meisten Wertströmen verbringt eine Arbeitseinheit den überwiegenden Teil ihrer Durchlaufzeit im Wartezustand. Deshalb wirkt die Reduktion von Wartezeiten stärker als jede Beschleunigung der Bearbeitung.
☝️ SingleWas ist die Flow-Effizienz?
Das Verhältnis von Durchsatz zu Teamgröße
Der Anteil der aktiven Bearbeitungszeit an der gesamten Durchlaufzeit
Die Auslastung der Teammitglieder in Prozent
Der Anteil termingerecht fertiggestellter Arbeitseinheiten
Typische Werte in Wissensarbeit liegen oft unter 25 Prozent – die Einheit wartet also meist. Genau dieser Wert erklärt, warum "härter arbeiten" kaum etwas bringt und WIP-Reduktion sehr viel.
✌️ MultiWelche Signale im kumulativen Flussdiagramm deuten auf Probleme hin? (Mehrere richtig)
Ein Band, das über die Zeit immer breiter wird.
Parallel verlaufende Linien mit gleichbleibendem Abstand.
Stufen, die auf schubweises statt gleichmäßiges Fertigstellen hinweisen.
Eine flache Linie bei den abgeschlossenen Einheiten.
Parallele Linien mit gleichbleibendem Abstand sind das Idealbild: konstanter Durchsatz bei konstanter laufender Arbeit.
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