Fähigkeiten [UX]

2 Übungsfragen mit Lösung und Erklärung.

☝️ SingleEin Scrum Team hat keine ausgebildete UX-Fachkraft. Wie kann es dennoch UX-Arbeit leisten?
Gar nicht; ohne ausgebildete Fachkraft ist UX-Arbeit nicht möglich
Durch Übernahme der Entwürfe eines vergleichbaren Produkts
Durch Aufbau grundlegender Fähigkeiten im Team und gezielte Unterstützung von außen für anspruchsvolle Fragen, statt vollständig auf UX-Arbeit zu verzichten
Durch Beauftragung einer Agentur für alle Entwürfe
Cross-Funktionalität heißt, dass die nötigen Fähigkeiten im Team vorhanden sind, nicht dass jede Fachrichtung durch eine eigene Person vertreten ist. Grundlagen wie Nutzungstests mit fünf Personen sind erlernbar. Für schwierigere Fragen bleibt Unterstützung sinnvoll.
✍️ OffenErläutern Sie, warum die Aussage "Wir machen UX, wir haben ja einen Designer im Team" zu kurz greift, und was stattdessen erforderlich ist.
Musterantwort: Die Aussage verwechselt die Anwesenheit einer Fähigkeit mit ihrer Wirksamkeit. Eine gestaltende Person im Team ist eine notwendige, aber bei Weitem nicht hinreichende Bedingung. Erforderlich ist erstens, dass Entwurfsarbeit tatsächlich im Sprint stattfindet und nicht vorgelagert. Sitzt die Person im Team, liefert aber weiterhin fertige Entwürfe eine Iteration im Voraus, ist die Übergabe nur näher gerückt, nicht verschwunden. Zweitens braucht es Zugang zu Nutzern. Ohne ihn entwirft die Person nach eigenen Annahmen, und das Ergebnis ist Geschmack mit professioneller Oberfläche. Dieser Punkt ist in der Praxis der häufigste Engpass und hat die längste Vorlaufzeit. Drittens müssen Backlog-Einträge Ergebnisse beschreiben statt Lösungen. Wo der Eintrag bereits die Bildschirmdarstellung vorgibt, bleibt nur Ausführung. Viertens gehört Entwurfsqualität in die Definition of Done, etwa Barrierefreiheit, leere Zustände, Fehlerzustände und Konsistenz. Andernfalls ist sie je Eintrag verhandelbar und fällt unter Termindruck weg. Fünftens ist Entwurfsarbeit Teamarbeit. Wenn nur eine Person Nutzer beobachtet und die anderen Berichte lesen, entstehen im Sprint laufend kleine Entscheidungen auf Grundlage fremder Annahmen. Rotierende Beteiligung der Developers an Beobachtungen ändert das mehr als jede Dokumentation. Sechstens zählt die Wirkung, nicht die Aktivität. Ein Team, das viele Entwürfe erstellt und viele Tests durchführt, aber nie eine Auslieferung an ihrer erwarteten Wirkung überprüft, hat den Regelkreis nicht geschlossen. Kurz: UX ist keine Person im Team, sondern eine Arbeitsweise. Die Person ermöglicht sie, ersetzt sie aber nicht.
Bewertet werden: Anwesenheit ist nicht Wirksamkeit + Entwurfsarbeit im Sprint statt vorgelagert + Nutzerzugang als Engpass + Einträge als Ergebnisse + Entwurfsqualität in der Definition of Done + Beteiligung der Developers + Wirkung statt Aktivität.
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