Experimente [UX]

5 Übungsfragen mit Lösung und Erklärung.

☝️ SingleWas kennzeichnet ein "Fake Door"-Experiment und welches Risiko birgt es?
Ein noch nicht vorhandenes Angebot wird sichtbar gemacht, um Interesse zu messen; das Risiko ist die Enttäuschung realer Nutzer, weshalb eine ehrliche Rückmeldung nötig ist
Eine Funktion wird für eine Nutzergruppe abgeschaltet, um ihren Wert zu messen
Zwei Entwurfsvarianten werden parallel getestet
Eine Funktion wird zunächst manuell erbracht
Das Verfahren ist wirksam, weil es Verhalten statt Meinung erhebt. Es hat aber eine ethische Seite: Wer klickt, erwartet etwas. Ohne transparente Rückmeldung beschädigt es das Vertrauen und liefert beim zweiten Mal keine brauchbaren Daten mehr.
☝️ SingleEin A/B-Test läuft seit drei Tagen und Variante B liegt vorn. Das Team möchte abbrechen und B ausrollen. Welcher Einwand ist der stärkste?
Variante A müsste zuerst optimiert werden
A/B-Tests dürfen nur von Fachleuten der Statistik ausgewertet werden
Ein Abbruch, sobald ein gewünschtes Ergebnis erscheint, erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Zufallsbefundes erheblich; Laufzeit und Stichprobe gehören vorab festgelegt
Drei Tage sind grundsätzlich zu kurz für jeden A/B-Test
Wiederholtes Hineinschauen und Abbrechen beim ersten günstigen Zwischenstand ist der häufigste Fehler bei A/B-Tests. Zusätzlich sollte mindestens ein voller Wochenzyklus abgedeckt sein, weil Nutzungsverhalten wochentagsabhängig schwankt.
☝️ SingleWann ist ein Prototyp mit niedriger Detailtreue einem ausgearbeiteten Entwurf vorzuziehen?
Wenn grundsätzliche Konzepte und Abläufe geprüft werden sollen, weil grobe Darstellungen zu ehrlicherer Kritik einladen
Wenn die visuelle Gestaltung bewertet werden soll
Immer, weil ausgearbeitete Entwürfe zu teuer sind
Wenn die Testpersonen technisch wenig erfahren sind
Je fertiger etwas aussieht, desto weniger trauen sich Menschen, Grundsätzliches infrage zu stellen. Umgekehrt braucht die Bewertung von Lesbarkeit, Wirkung oder visueller Hierarchie eine realistische Darstellung.
✌️ MultiWelche Aussagen über den Einsatz von Experimenten im Sprint treffen zu? (Mehrere richtig)
Experimente ersetzen die Notwendigkeit eines nutzbaren Increments im Sprint
Ein Experiment kann Teil des Sprint Backlogs sein und im Sprint Review inspiziert werden
Ein Experiment braucht eine vorab formulierte Erwartung, sonst ist es nicht auswertbar
Das Ergebnis eines Experiments kann die Ordnung des Product Backlogs verändern
Experimente sind nur in eigens dafür vorgesehenen Sprints zulässig
Der Sprint muss weiterhin ein nutzbares Increment hervorbringen; Experimente treten daneben, nicht an dessen Stelle. Eigene Experimentier-Sprints wären eine Rückkehr zur Phasentrennung.
☝️ SingleEin Experiment liefert ein eindeutiges Ergebnis, das der Erwartung des Teams widerspricht. Wie ist damit umzugehen?
Das Ergebnis dem Product Owner zur Entscheidung vorlegen
Das Experiment wiederholen, bis ein plausibleres Ergebnis vorliegt
Das Ergebnis der Erfahrung des Teams unterordnen
Das Ergebnis annehmen und die Annahme korrigieren; widersprechende Befunde sind der eigentliche Nutzen eines Experiments
Ein Experiment, das nur bestätigt, hat wenig gekostet und wenig gebracht. Der Wert liegt gerade in widersprechenden Befunden. Zu prüfen ist allenfalls die Gültigkeit der Durchführung, nicht die Genehmheit des Ergebnisses.
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