✍️ OffenBeschreiben Sie, wie Sie mit Evidence-Based Management den Nutzen einer agilen Arbeitsweise gegenüber der Geschäftsführung belegen würden.
Musterantwort: Zunächst würde ich klären, welche Frage die Geschäftsführung tatsächlich beantwortet haben will, denn "bringt Agilität etwas" meint je nach Gesprächspartner schnellere Auslieferung, bessere Marktergebnisse, geringeres Risiko oder zufriedenere Kunden. Anschließend würde ich Evidence-Based Management als Rahmen einführen, weil es Wert aus vier Blickwinkeln betrachtet und damit verhindert, dass eine einzelne Zahl das Bild bestimmt. Für den aktuellen Wert wähle ich Größen wie Umsatz je Kunde, Nutzungsgrad der wichtigsten Funktionen und Kundenzufriedenheit. Für den unrealisierten Wert schätze ich das verbleibende Marktpotenzial und die Lücke zwischen dem, was Nutzer brauchen, und dem, was das Produkt heute leistet; dieser Bereich beantwortet die Investitionsfrage. Für Time-to-Market erhebe ich die Zeit von der Idee bis zur Auslieferung, die Häufigkeit der Auslieferungen und die Zeit bis zur Behebung eines Produktionsfehlers. Für die Innovationsfähigkeit messe ich vor allem das, was sie behindert: den Anteil der Zeit für Nebenschauplätze, das Ausmaß technischer Schulden und den Anteil kaum genutzter Funktionen. Wichtig ist die Ausgangsmessung vor der Veränderung, da sonst kein Vergleich möglich ist, sowie die ehrliche Aussage, welche Entwicklungen sich nicht kausal zuordnen lassen. Bewusst nicht heranziehen würde ich Velocity, Auslastung oder die Zahl gelieferter Funktionen, weil sie internen Aufwand statt Wirkung messen und als Ziel gesetzt sofort ihren Aussagewert verlieren.