✍️ OffenErläutern Sie, warum die Aufteilung in ein Discovery-Team und ein Delivery-Team trotz scheinbarer Effizienzvorteile in Scrum problematisch ist.
Musterantwort: Der scheinbare Vorteil liegt in der Spezialisierung und in der gleichmäßigen Auslastung beider Gruppen. Tatsächlich entstehen mehrere Probleme. Erstens eine Übergabe: Erkenntnisse müssen dokumentiert und weitergereicht werden, wobei genau der Kontext verloren geht, der Entwurfsentscheidungen trägt. Zweitens eine Wartezeit, weil das Delivery-Team auf Vorlauf angewiesen ist; der Bestand an vorbereiteter Arbeit ist unfertige Ware im Sinne des Lean Thinking. Drittens fehlt die Rückkopplung: Das Discovery-Team erfährt spät oder gar nicht, was die Umsetzung über die Annahme gelehrt hat, und arbeitet inzwischen an der nächsten Annahme. Viertens entsteht eine Verantwortungslücke, weil weder Gruppe allein für ein nutzbares Increment einstehen kann, was der geteilten Verantwortung des Scrum Teams widerspricht. Fünftens werden Entwürfe unter diesen Bedingungen zur festgelegten Vorgabe statt zu einer im Sprint verhandelbaren Hypothese, weil eine Änderung die Planung beider Gruppen berührt.
In der Sprache von Scrum: Die Aufteilung verletzt die Cross-Funktionalität, weil ein Team nicht mehr alle nötigen Fähigkeiten besitzt, und optimiert die Auslastung einzelner Gruppen statt den Fluss vom Bedarf zum ausgelieferten Wert.
Bewertet werden: Übergabeverlust + Wartezeit und Vorratsarbeit als Verschwendung + fehlende Rückkopplung + Verletzung der Cross-Funktionalität und der geteilten Verantwortung + Auslastung gegen Fluss.