Discovery & Delivery [UX]

3 Übungsfragen mit Lösung und Erklärung.

☝️ SingleWas ist der wesentliche Unterschied zwischen "Dual Track" im Sinne von Scrum mit UX und zwei parallel arbeitenden Teams für Discovery und Delivery?
Dual Track ersetzt das Sprint Planning durch zwei getrennte Planungen
Dual Track meint zwei Arten von Arbeit innerhalb eines Teams und eines Sprints, nicht zwei Teams oder zwei getrennte Zeitstränge
Dual Track ist ein Skalierungsmuster für mindestens drei Teams
Dual Track bedeutet, dass Discovery immer einen Sprint vor Delivery läuft
Der Begriff wird häufig missverstanden. Gemeint sind zwei Tätigkeitsarten, die dasselbe Team im selben Sprint ausübt: Annahmen prüfen und Wert liefern. Sobald daraus zwei Teams oder ein fester zeitlicher Vorlauf wird, entsteht wieder eine Übergabe mit Wartezeit.
☝️ SingleEin Team stellt fest, dass eine aufwendig entwickelte Funktion nach drei Monaten von weniger als einem Prozent der Nutzer verwendet wird. Was ist die scrum-konforme Konsequenz?
Die Kennzahl ignorieren, weil Nutzungshäufigkeit kein Wertmaß ist
Die Funktion beibehalten, da ein Rückbau bestehende Nutzer verärgert
Die Funktion durch Schulung und Hinweise stärker bewerben, um die Investition zu rechtfertigen
Die Annahme hinter der Funktion prüfen und über Rückbau oder Weiterentwicklung anhand von Evidenz entscheiden, nicht anhand des bereits investierten Aufwands
Bereits investierter Aufwand ist für die Entscheidung unerheblich; maßgeblich ist der künftige Nutzen im Verhältnis zum künftigen Aufwand. Rückbau senkt Pflegeaufwand und Komplexität und ist eine legitime, oft übersehene Option. Werbung für eine ungenutzte Funktion behandelt das Symptom.
✍️ OffenErläutern Sie, warum die Aufteilung in ein Discovery-Team und ein Delivery-Team trotz scheinbarer Effizienzvorteile in Scrum problematisch ist.
Musterantwort: Der scheinbare Vorteil liegt in der Spezialisierung und in der gleichmäßigen Auslastung beider Gruppen. Tatsächlich entstehen mehrere Probleme. Erstens eine Übergabe: Erkenntnisse müssen dokumentiert und weitergereicht werden, wobei genau der Kontext verloren geht, der Entwurfsentscheidungen trägt. Zweitens eine Wartezeit, weil das Delivery-Team auf Vorlauf angewiesen ist; der Bestand an vorbereiteter Arbeit ist unfertige Ware im Sinne des Lean Thinking. Drittens fehlt die Rückkopplung: Das Discovery-Team erfährt spät oder gar nicht, was die Umsetzung über die Annahme gelehrt hat, und arbeitet inzwischen an der nächsten Annahme. Viertens entsteht eine Verantwortungslücke, weil weder Gruppe allein für ein nutzbares Increment einstehen kann, was der geteilten Verantwortung des Scrum Teams widerspricht. Fünftens werden Entwürfe unter diesen Bedingungen zur festgelegten Vorgabe statt zu einer im Sprint verhandelbaren Hypothese, weil eine Änderung die Planung beider Gruppen berührt. In der Sprache von Scrum: Die Aufteilung verletzt die Cross-Funktionalität, weil ein Team nicht mehr alle nötigen Fähigkeiten besitzt, und optimiert die Auslastung einzelner Gruppen statt den Fluss vom Bedarf zum ausgelieferten Wert.
Bewertet werden: Übergabeverlust + Wartezeit und Vorratsarbeit als Verschwendung + fehlende Rückkopplung + Verletzung der Cross-Funktionalität und der geteilten Verantwortung + Auslastung gegen Fluss.
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