✍️ OffenBeschreiben Sie, wie ein Scrum Team seine erste Definition of Workflow erarbeitet.
Musterantwort: Das Team beginnt mit dem Prozess, den es heute tatsächlich hat, nicht mit dem, den es haben möchte – Kanban setzt ausdrücklich dort an, wo man steht. Im ersten Schritt wird festgelegt, was als Arbeitseinheit gilt, also etwa ein Product-Backlog-Eintrag, und ob unterschiedliche Arten getrennt betrachtet werden sollen, beispielsweise Störungen gegenüber geplanter Arbeit. Im zweiten Schritt werden Startpunkt und Endpunkt bestimmt: ab wann eine Einheit als begonnen und ab wann sie als fertig gilt. Diese beiden Festlegungen sind die kritischen, weil alle Messwerte davon abhängen und eine spätere Verschiebung die Vergleichbarkeit rückwirkend zerstört. Im dritten Schritt werden die Zustände beschrieben, die eine Einheit dazwischen durchläuft, einschließlich der Wartezustände – gerade diese werden gern unterschlagen, obwohl dort der größte Teil der Durchlaufzeit entsteht. Im vierten Schritt vereinbart das Team WIP-Limits, ausgehend von der heute tatsächlich laufenden Arbeitsmenge, um sie anschließend schrittweise zu senken. Im fünften Schritt wird eine Service Level Expectation formuliert, sobald genug historische Durchlaufzeiten vorliegen; anfangs kann sie grob geschätzt und später mit Daten unterlegt werden. Ergänzend legt das Team fest, wie mit Blockaden umgegangen wird und wie Dringlichkeitsklassen behandelt werden. Die Definition of Workflow gehört anschließend in die regelmäßige Überprüfung in der Retrospektive.