Definition of Done [Qualität]

5 Übungsfragen mit Lösung und Erklärung.

☝️ SingleWer legt die Definition of Done fest, wenn die Organisation keinen Standard vorgibt?
Die Qualitätssicherungsabteilung der Organisation
Der Product Owner, da er die Qualität gegenüber den Stakeholdern verantwortet
Der Scrum Master als Hüter des Rahmenwerks
Die Developers – sie müssen sie erstellen und einhalten
Gibt die Organisation einen Standard vor, ist er das Minimum – die Developers dürfen strenger sein, niemals lockerer.
✌️ MultiWelche Kriterien gehören typischerweise in die Definition of Done eines Software-Teams? (Mehrere richtig)
Code ist überprüft (Review oder Pair Programming).
Die Arbeit ist in den Hauptzweig integriert und lauffähig.
Der Product Owner hat die Fachlichkeit abgenommen.
Automatisierte Tests laufen erfolgreich durch.
Die fachliche Abnahme ist eine Bewertung EINZELNER Einträge über Akzeptanzkriterien. Die Definition of Done gilt dagegen für alle Arbeit gleichermaßen und beschreibt den technischen Fertigzustand.
☝️ SingleEin Team kann einen Teil seiner Definition of Done nicht erfüllen, weil eine externe Freigabe fehlt. Wie ist damit umzugehen?
Die Arbeit ist nicht fertig und gehört nicht ins Increment; die fehlende Freigabe wird als Impediment transparent gemacht
Die Definition of Done wird für diesen Fall einmalig ausgesetzt
Die Arbeit gilt als fertig, da die Ursache außerhalb des Teams liegt
Der Product Owner entscheidet, ob die Arbeit trotzdem zählt
Die Ursache ändert nichts am Zustand. Genau solche externen Abhängigkeiten sind der wichtigste Grund, die Definition of Done überhaupt streng zu halten – sonst werden sie nie sichtbar.
☝️ SingleWas ist die Folge einer schwachen Definition of Done über mehrere Sprints hinweg?
Das Sprint Backlog kann nicht mehr erstellt werden
Der Product Owner verliert seine Entscheidungsbefugnis
Die Velocity des Teams sinkt sofort messbar
Es entsteht wachsende unsichtbare Restarbeit, die Prognosen entwertet und irgendwann als Stabilisierungsphase zutage tritt
Der Effekt ist tückisch, weil die Kennzahlen zunächst besser aussehen: Das Team meldet mehr "fertig", während der Rückstand unsichtbar wächst.
✍️ OffenErklären Sie, warum die Definition of Done für die Prognosefähigkeit eines Scrum Teams entscheidend ist.
Musterantwort: Die Definition of Done legt fest, welchen Zustand Arbeit erreicht haben muss, um als fertig zu gelten. Sie ist damit die Maßeinheit, in der ein Team überhaupt Fortschritt misst. Ist sie streng und wird sie eingehalten, entspricht jede als fertig gemeldete Arbeit tatsächlich einem auslieferbaren Zustand, und die Menge fertiger Arbeit pro Sprint ist eine belastbare Grundlage für Prognosen. Ist sie dagegen schwach oder wird sie fallweise gelockert, enthält jede Fertigmeldung einen unbekannten Rest an offener Arbeit. Dieser Rest sammelt sich über die Sprints an, ohne irgendwo sichtbar zu sein, weil er weder im Sprint Backlog noch im Product Backlog geführt wird. Die Folge ist eine systematisch zu optimistische Prognose: Das Team scheint schneller zu liefern, als es tatsächlich der Fall ist, und der Rückstand tritt erst kurz vor einer Auslieferung zutage, typischerweise als Stabilisierungsphase oder als Häufung von Produktionsfehlern. Hinzu kommt, dass die Transparenz der Artefakte zusammenbricht: Das Increment ist nicht mehr das, was es zu sein vorgibt, weshalb auch Sprint Review und Stakeholder-Feedback auf einer unzuverlässigen Grundlage stattfinden. Eine strenge Definition of Done macht das Team kurzfristig langsamer und mittelfristig berechenbar – und Berechenbarkeit ist das, was Stakeholder tatsächlich brauchen.
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